t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon



HomeDigitalAktuelles

"Zulassung erhalten": Elon Musk darf Hirnimplantate an Menschen testen


Firma verkündet Zulassung
Elon Musk darf Hirnimplantate an Menschen testen

Von afp, t-online, wan

Aktualisiert am 26.05.2023Lesedauer: 3 Min.
Elon Musk hatte im vergangenen Jahr einen Prototypen demonstriert, den Neuralink zunächst an Schweinen testete.Vergrößern des BildesElon Musks Firma Neuralink soll jetzt Experimente an Menschen machen dürfen. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB./dpa)
Auf Facebook teilenAuf x.com teilenAuf Pinterest teilen
Auf WhatsApp teilen

Das Musk-Unternehmen Neuralink hat offenbar eine Zulassung für Experimente an Menschen erhalten. Es will Chips am menschlichen Gehirn testen.

Nach dem Twitter-Technikdesaster beim Interview mit dem US-Präsidentschaftsbewerber Ron DeSantis kann Elon Musk sich wieder über positive Nachrichten freuen: Sein Unternehmen Neuralink hat nach eigenen Angaben von den US-Behörden die Zulassung zu Tests von Computerchips im menschlichen Gehirn erhalten.

"Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass wir die Zulassung der FDA für den Start unserer ersten klinischen Studie am Menschen erhalten haben", teilte Neuralink am Donnerstag auf Twitter mit. Die Genehmigung der Zulassungsbehörde FDA sei "ein wichtiger erster Schritt". Noch im März soll die FDA einen solchen Antrag abgelehnt haben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Musk, der auch Twitter-Chef ist, gratulierte dem Neuralink-Team im Kurznachrichtendienst. Die Suche nach Probanden für die klinische Studie habe noch nicht angefangen, teilte Neuralink weiter mit. Mehr Informationen dazu gebe es bald. Die FDA äußerte sich bislang selbst nicht dazu.

Loading...
Symbolbild für eingebettete Inhalte

Embed

Empfohlener externer Inhalt
X
X

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Musk will mit Neuralink-Implantaten ermöglichen, dass Menschen durch ihre Gedanken direkt mit Computern kommunizieren können. "Natürlich wollen wir extrem vorsichtig sein und sichergehen, dass es gut funktioniert, bevor wir ein Gerät in einen Menschen einsetzen", sagte Musk im Dezember.

Affen steuern Cursor

Der Milliardär ist dafür bekannt, ehrgeizige Ziele für seine Unternehmen zu verkünden, von denen einige dann nie realisiert werden. Auch mit Neuralink lag er zunächst hinter seinem Zeitplan zurück: So hatte Musk im Juli 2019 angekündigt, noch im Jahr darauf erste Tests an Menschen vornehmen zu können.

Bislang wurden die etwa münzgroßen Prototypen aber nur bei Tieren eingepflanzt. Bei der Präsentation von Neuralink wurden Affen gezeigt, die mit Hilfe des Gehirnchips einfache Videospiele "spielten" oder einen Cursor auf einem Bildschirm bewegten.

Empfohlener externer Inhalt
Youtube

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Implantate auch für das Rückenmark geplant

Mit Hilfe der Schnittstellen will Musk neurologische Erkrankungen heilen. Das Start-up entwickelt derzeit weitere Implantate, die in das Rückenmark oder die Augen eingesetzt werden sollen, um die Mobilität oder das Sehvermögen wiederherzustellen. Musks oberstes Ziel ist es jedoch nach eigenen Angaben, sicherzustellen, dass Menschen von Systemen mit künstlicher Intelligenz nicht intellektuell überfordert werden.

Um die Implantate einzupflanzen, hat Neuralink gleich den passenden Roboter mitentwickelt. Die Maschine soll die feinen Leitungen des Mini-Computers mit dem menschlichen Gewebe verbinden. Von der Operation würde man später kaum etwas sehen, so Musk. Es bliebe nur eine kleine Narbe unter den Haaren übrig.

Empfohlener externer Inhalt
X
X

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Neuralink ist nicht das einzige Unternehmen, das an BCIs (Brain-Computer-Interface, auf Deutsch Hirn-Computer-Schnittelle) arbeitet. Im Juli 2022 hatte Konkurrent Synchron mitgeteilt, als erstes Unternehmen einem US-Patienten einen entsprechenden Chip im Gehirn implantiert zu haben.

An Kritik am Musk-Unternehmen fehlt es nicht. So schrieb die Fachzeitschrift Technologyreview bereits bei der Vorstellung des Projekts, dass es sich um "neurowissenschaftliches Theater" handele. Ende der 1990er Jahre hätten Forscher schon Sonden in die Gehirne gelähmter Menschen eingebaut.

Damit hätten sie gezeigt, dass Signale es ihnen ermöglichen könnten, Roboterarme oder Computercursor zu bewegen. Und Mäuse mit Sehimplantaten könnten bereits jetzt Infrarotstrahlen wahrnehmen, schrieb das Magazin.

Einige Wissenschaftler sind skeptisch: "Wir können die Gedanken der Menschen nicht lesen. Die Menge an Informationen, die wir aus dem Gehirn entschlüsseln können, ist sehr begrenzt", sagte Giacomo Valle, Neuroingenieur an der Universität von Chicago, USA der Deutschen Welle. Juan Alvaro Gallego, ein BCI-Forscher am Imperial College London, Großbritannien, stimmte zu und argumentierte, es sei schwer vorstellbar, dass BCIs in diesem Leben unsere Gedanken lesen könnten.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen afp und dpa
  • forbes.com: "FDA Rejected Musk's Bid To Test Brain Chip Implants In Humans, Report Says" (englisch)
  • technologyreview.com: "Elon Musk’s Neuralink is neuroscience theater" (englisch)
  • dw.com: "Can Elon Musk's Neuralink tech really read your mind" (englisch)
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel



TelekomCo2 Neutrale Website