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Kassettenspieler: Sony Walkman-Konkurrent Fiio CP 13 im Test


Fiio CP 13 im Test
Konkurrent zum Sony Walkman: Der tragbare Kassettenspieler ist zurück


Aktualisiert am 11.04.2024Lesedauer: 4 Min.
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CP 13: Der chinesische Hersteller Fiio hat einen mobilen Kassettenspieler auf den Markt gebracht.Vergrößern des Bildes
CP 13: Der chinesische Hersteller Fiio hat einen mobilen Kassettenspieler auf den Markt gebracht. (Quelle: Steve Haak/t-online)

Die Kassette erlebt ein Comeback. Passend dazu gibt es neue Geräte, die das Gefühl des legendären Walkman aufleben lassen wollen. Wir haben eines davon getestet.

Erinnern Sie sich noch an Begriffe wie Bandsalat und Rauschunterdrückung? Wenn ja, dann sind sie vermutlich zwischen 1970 und 1990 aufgewachsen und Ihre Lieblingsalben und Hörspiele gab es auf analogen Tonträgern statt auf CDs oder digital auf dem Smartphone. Das ist zwar lange her, ganz weg war die Kassette aber seitdem nie. Kinderhörspiele wie "Die drei ???" wurden zum Beispiel immer weiter produziert.

Und seit einigen Jahren erlebt die Kassette ein regelrechtes Comeback. Allein in Großbritannien wurden 2022 fast 200.000 solcher analogen Tonträger verkauft. Musiker wie Taylor Swift, Billie Eilish und Justin Bieber veröffentlichen ihre Alben auf der guten alten Kassette. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis Hersteller wieder tragbare Kassettenspieler ähnlich dem bekannten und millionenfach verkauften Walkman von Sony anbieten.

Der chinesische Hersteller Fiio ist ein solcher Hersteller von Audiotechnik, der mit dem CP 13 einen Kassettenspieler auf den Markt gebracht hat. Wir haben uns das Gerät genauer angeschaut.

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Aluminium statt Plastik

Auffällig am CP 13 ist das edle Gehäuse, das aus Aluminium besteht. Das macht nicht nur einen schicken Eindruck und erinnert ein wenig an die MacBook-Gehäuse von Apple. Der Kassettenspieler fühlt sich durch das Material außerdem sehr hochwertig an, auch Fingerabdrücke sind nicht zu sehen.

Die Verarbeitung des Geräts ist tadellos. Der Deckel des Kassettenfachs schließt bündig ab. Es gibt keine scharfen Kanten oder spitzen Ecken. Nur das Sichtfenster, das einen Teil der Kassette zeigt, ist aus Plastik. Dafür liefert Fiio aber einen Displayschutz mit, damit dort keine störenden Kratzer entstehen.

Fiio bietet den Kassettenspieler in verschiedenen Varianten an: in den Farben Schwarz und Weiß sowie in Sky Blue und Silber. Sky Blue ist ein metallisches Himmelblau.

Spieldauer von 13 Stunden mit einer Akkuladung

Mit Strom versorgt wird der CP 13 von einem 1.800 mAh großen Akku, der laut Hersteller bis zu 13 Stunden Spieldauer garantieren soll. Während unseres Tests lief der Kassetten-Player eine Woche lang bei täglicher Nutzung, ohne dass wir das Gerät aufladen mussten, sodass wir davon ausgehen, dass die Angaben stimmen.

Aufgeladen wird der Akku über einen USB-C-Anschluss an der rechten Seite des Geräts. Ein entsprechendes Kabel (USB-A zu USB-C) liefert Fiio mit. Ein Netzteil befindet sich nicht in der Verpackung. Super: Während des Ladevorgangs lässt sich der mobile Player weiter nutzen.

Keine Bluetooth-Schnittstelle

Unter der USB-C-Ladebuchse befindet sich der Kopfhöreranschluss. Dabei handelt es sich um einen klassischen 3,5mm-Klinke-Anschluss, wie er auch bei den früheren Kassettenspielern verwendet wurde. Allerdings hat der Ausgang laut Fioo eine im Vergleich zu früheren Kassettenspielern gesteigerte Leistung, sodass auch heutige Hi-Fi-Kopfhörer damit gut klingen.

Wir haben den CP 13 mit dem Noise-Cancelling-Kopfhörer QuietComfort 25 von Bose getestet und waren begeistert vom guten Klang. Zwar ist zwischen Musikstücken das typische Kassettenrauschen zu hören, aber deutlich reduzierter als bei unserem Vergleichsgerät: einem Palladium-Kassettenspieler aus den 1990er-Jahren.

Schade, dass Fiio sich gegen eine Bluetooth-Schnittstelle entschieden hat. Somit gibt es keine Möglichkeit, Kopfhörer drahtlos mit dem CP 13 zu verbinden.

Um die Lautstärke anzupassen, hat Fiio ein Drehrad über dem USB-C-Anschluss eingebaut, das sich stufenlos bedienen lässt. Bei unserem Test wurde die volle Lautstärke bereits erreicht, bevor wir den Regler bis zum Anschlag aufgedreht hatten. Auch bei hoher Lautstärke gab der Player das Audiosignal ohne auffällige Störgeräusche an die Kopfhörer weiter.

Vier Bedientasten

Neben dem Lautstärkeregler, der USB-C-Buchse und dem Kopfhöreranschluss gibt es noch die Bedientasten an der oberen Seite des Geräts. Auch hier verzichtet Fiio auf Extras wie etwa eine Taste zum Öffnen des Kassettenfachs oder eine Aufnahmetaste.

Stattdessen gibt es nur vier Tasten: eine zum Abspielen (Play) der Kassette, jeweils eine Taste zum Vor- und Zurückspulen von Bändern und eine Stopp-Taste. Die Tasten haben beim Betätigen einen spürbaren, aber angenehmen Widerstand und machen ein klackendes Geräusch, wenn sie heruntergedrückt werden. Dabei kommt ein nostalgisches Gefühl auf.

Nostalgie ist das Stichwort: Fiio betont, dass der CP 13 ein Abspielgerät für "Schätze" und "alte Hörspielsammlungen" ist. Aufnahmefunktionen und Schnittstellen, um die alten Kassetten auf moderne Geräte zu übertragen, sind nicht der Grundgedanke des Geräts.

Schwer zu öffnendes Kassettenfach

Was bei der Bedienung des CP 13 auffällt: Das Kassettenfach zu öffnen ist etwas mühsam. Zwar hat Fiio an der rechten Seite eine kleine Einsparung angebracht, um das Fach mit dem Finger nach vorn zu ziehen. Das ist aber mit Kraftaufwand verbunden. Eine Taste zum Öffnen des Kassettenfachs wäre besser gewesen.

Was uns außerdem gefehlt hat, ist eine Möglichkeit, das Gerät zum Beispiel am Hosenbund zu befestigen. Frühere mobile Kassettenspieler hatten das. Beim CP 13 ist die Rückseite bis auf den Fiio-Schriftzug leer. Platz für eine Halterung wäre gewesen. Zumal das Gerät mit seinen rund 310 Gramm spürbar in der Hand wiegt und auch für die Jackentasche etwas zu schwer ist.

Fazit

Bis auf die fehlende Halterung und das etwas kompliziert zu öffnende Kassettenfach waren wir begeistert vom Fiio CP 13. Das Gerät sieht nicht nur schick aus. Die lange Akkulaufzeit ermöglicht es, viele Kassetten hintereinander zu hören, bevor das Gerät geladen werden muss. So unterbricht kein Batteriewechsel den Nostalgieabend beim Durchstöbern der alten Kassetten.

Mit seinen Maßen von 120mm x 88,3mm x 31,8mm ist das Gerät zudem nicht allzu groß. An die Handlichkeit der Geräte aus den letzten Sony-Walkman-Generationen kommt der CP 13 aber nicht heran. Für die Jackentasche ist er außerdem zu schwer.

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Ein Kritikpunkt muss noch erwähnt werden: der unserer Meinung nach hohe Preis von 129 Euro. Zwar macht der Kassettenspieler einen hochwertigen und edlen Eindruck, aber viele potenzielle Käufer, die nur mal ihre alten Kassetten durchhören und in Erinnerung schwelgen wollen, könnte der Preis abschrecken.

Für wen ist das Gerät also geeignet? Am CP 13 könnten Nostalgiker und Freunde analoger Musiktechnik ihre Freude haben. Neben dem Abspielen von Kassetten sieht das Gerät zudem auf dem Schreibtisch oder unterwegs auf der Picknickdecke ziemlich schick aus.

Verwendete Quellen
  • Eigener Test
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