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Teenager-App TikTok muss Millionenstrafe zahlen

Von afp
28.02.2019Lesedauer: 2 Min.
Das Logo des chinesisches Videoportal TikTok: Die US-Verbraucherschutzbehörde hat eine Millionenstrafe verhĂ€ngt, weil die App von vielen Kindern genutzt wird, aber deren PrivatsphĂ€re nicht ausreichend schĂŒtzt.
Das Logo des chinesisches Videoportal TikTok: Die US-Verbraucherschutzbehörde hat eine Millionenstrafe verhĂ€ngt, weil die App von vielen Kindern genutzt wird, aber deren PrivatsphĂ€re nicht ausreichend schĂŒtzt. (Quelle: Thomas Trutschel/imago-images-bilder)
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Die bei Teenagern sehr beliebte Video-App TikTok muss in den USA eine Millionenstrafe zahlen. Die App, die sich im chinesischen Besitz befindet, soll gegen Vorgaben zum Schutz der PrivatsphĂ€re von Kindern verstoßen haben.

Die rasch wachsende Kurzvideo-App TikTok ist in den USA zu einer Millionenstrafe verdonnert worden, weil sie unerlaubt die Daten ihrer jĂŒngsten Nutzer gesammelt und gespeichert hat. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC verhĂ€ngte am Mittwoch eine Geldbuße von 5,7 Millionen Dollar (fĂŒnf Millionen Euro) gegen das Netzwerk, das in chinesischem Besitz ist. Das war die bislang höchste Strafe wegen Verstoßes gegen US-Recht zum Schutz der PrivatsphĂ€re von Kindern im Internet.

TikTok gehört dem chinesischen Unternehmen ByteDance und entstand durch die Zusammenlegung mit der Mitsing-App Musical.ly, die mit einer Lippensynchronisierungsfunktion fĂŒr selbstgedrehte Videos erfolgreich wurde. Mit TikTok können kurze selbst erstellte Clips mit Effekten versehen und geteilt werden – das Netzwerk fordert laut der FTC von allen Nutzern aber E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Nutzername, Vor- und Nachname sowie biographische Angaben und ein Profilbild.

TikTok habe dabei versĂ€umt, sich bei den Nutzern unter 13 Jahren die Einwilligung der Eltern fĂŒr diese Daten zu holen, so wie es das US-Recht fordere, kritisierte die Verbraucherschutzbehörde. "Die Betreiber wussten, dass auch viele Kinder die App benutzen." Die nun verhĂ€ngte "Rekordstrafe" sei auch eine Botschaft an alle anderen Onlinedienste mit Angeboten fĂŒr Kinder. "Wir nehmen die Durchsetzung des entsprechenden Rechts sehr ernst und werden es nicht tolerieren, wenn sich Unternehmen nicht daran halten."

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Das Netzwerk hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr weltweit 500 Millionen Nutzer, in den USA waren zuletzt nach Angaben der Verbraucherschutzbehörde 65 Millionen Accounts registriert. Die App macht mit ihrer Beliebtheit unter Kindern und Jugendlichen den einschlÀgigen Angeboten wie Facebook, Instagram und Snapchat Konkurrenz. Die Behörde warf dem Dienst dabei auch vor, das Streben nach Wachstum vor den Schutz gefÀhrdeter Kinder zu stellen.

TikTok akzeptierte die Strafe sowie die Auflage, alle fraglichen Daten zu löschen – das tun die Unternehmen fĂŒr gewöhnlich, um einen Gerichtsprozess zu vermeiden, der sie noch teurer zu stehen kommt und ihrem Ruf erheblich schaden kann. Zugleich erklĂ€rte das Unternehmen, eine neue Version seiner App zu starten, die sich an die jĂŒngsten Nutzer richtet und einen zusĂ€tzlichen Schutz vorsieht.

TikTok ist allerdings auch wegen des eigentlichen Inhalts umstritten. Die App ist vor allem bei jungen MĂ€dchen beliebt – sie können leicht zum Ziel spöttischer und verletzender Kommentare werden oder auch von PĂ€dophilen auf der Suche nach Missbrauchsopfern. Außerdem seien die Folgen fĂŒr Kinder, die sich aller Welt zur Schau stellen, noch gar nicht erforscht, geben Experten zu bedenken.

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