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So funktioniert Apples privater Log-in-Dienst

Von t-online, str

Aktualisiert am 14.10.2019Lesedauer: 3 Min.
Log-in-Bildschirm einer App: Apples neuer Log-in-Dienst "Sign in with Apple" soll die Privatsphäre der Nutzer schützen.
Log-in-Bildschirm einer App: Apples neuer Log-in-Dienst "Sign in with Apple" soll die Privatsphäre der Nutzer schützen. (Quelle: Apple/Nour Alnader/T-Online-bilder)
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Apple-Nutzer können sich seit Herbst 2019 per Apple-ID für verschiedene Dienste anmelden. Wir erklären, wie das funktioniert und welche Vorteile das hat.

Apple hat den Datenschutz für sich entdeckt. Der iPhone-Konzern lässt keine Gelegenheit aus, sich als Unternehmen darzustellen, das die Privatsphäre seiner Nutzer respektiert und sich damit von Konkurrenten wie Google unterscheidet. Im Juni nahm eine entsprechende Kampagne konkrete Formen an: Auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC präsentierte Apple seinen neuen Log-in-Dienst "Sign in with Apple" für iOS 13. Die Funktion soll die Anmeldung bei Apps und Diensten vereinfachen und dem Nutzer mehr Kontrolle über seine Daten geben.


Neue Funktionen fürs iPhone: Apple präsentiert iOS 13

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Der Hintergrund: Viele Apps und Dienste sind erst nutzbar, nachdem sich der Anwender einen Account zugelegt hat. Der Log-in erfordert mindestens eine E-Mail-Adresse und ein Passwort. Mit dem Apple-Log-in entfällt dieser Schritt. Nutzer müssen nur den entsprechenden Button tippen und sich per FaceID oder TouchID auf ihrem Apple-Gerät identifizieren.

Schluss mit Datensammeln

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Mit dem hauseigenen Log-in-Dienst macht Apple anderen Unternehmen das Datensammeln schwer. Denn auf Wunsch kann der Nutzer seinen eigenen Namen und seine E-Mail-Adresse vor dem Dienstanbieter verschleiern. Apple vergibt dann für jeden Dienst eine andere, zufällig generierte Wegwerf-Adresse. So können keine Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und einer bestimmten E-Mail-Adresse zugeordnet werden. Alle Nachrichten, die bei der Fake-Adresse eingehen, werden an das echte E-Mail-Konto weitergeleitet. Handelt es sich dabei um Spam, kann der Nutzer die Wegwerf-Adresse einfach ausknipsen.

Apple selbst verspricht, kein Tracking innerhalb seines Log-in-Dienstes einzusetzen. Damit grenzt sich der iPhone-Konzern deutlich von den Konkurrenten Google und Facebook ab. Auch diese Unternehmen bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, sich mit ihrem Google- oder Facebook-Konto bei anderen Diensten anzumelden. Allerdings werden dabei im Hintergrund rege Daten ausgetauscht. So gibt der Nutzer mit der Verknüpfung seines Facebook-Kontos mit einer bestimmten Shopping-App womöglich mehr von sich preis, als ihm bewusst ist.

Noch ist "Sign in with Apple" nicht weit verbreitet

Um "Sign in with Apple" nutzen zu können, braucht man lediglich eine Apple-ID mit aktivierter Zweifaktor-Authentifizierung. Damit sollte der Dienst dann sogar auf einem Windows-PC oder Android-Handy nutzbar sein – vorausgesetzt, die App-Entwickler implementieren die Funktion in ihr Angebot. Wie der Log-in-Vorgang mit der Apple-ID aussieht, sehen Sie hier.

Bislang wird der Apple-Log-in nur vereinzelt von Apps unterstützt. Die neue Anmeldeoption via Apple-ID soll aber spätestens 2020 für alle Apps zur Pflicht werden, die bereits einen Drittanbieter-Log-in anbieten – beispielsweise dort, wo sich Nutzer mit ihrem Facebook- oder Google-Konto registrieren können. Für andere Dienste ist die Integration des Apple-Log-ins freiwillig.

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Apple legt sich mit Wettbewerbern an

Zum Schluss sei noch gesagt, dass "Sign in with Apple" trotz aller Vorteile für den Verbraucher nicht unumstritten ist. Schließlich spielt Apple hier seine Marktmacht aus, um App-Entwicklern und Dienstanbietern seine Regeln aufzuzwingen. Wettbewerber könnten damit argumentieren, dass das zu ihrem Nachteil geschieht, weil sich Apple zwischen Anbieter und Kunde drängelt und jede direkte Kommunikation unmöglich macht.


Gut möglich, dass sich einige Firmen das nicht gefallen lassen wollen und gegen die Funktion Beschwerde einlegen, zum Beispiel bei der EU-Kommission. Es wäre nicht das erste Mal und die EU-Wettbewerbshüter haben sich in der Vergangenheit durchaus offen dafür gezeigt, die wirtschaftlichen Interessen europäischer Firmen gegenüber den US-Konzernen zu verteidigen. Nicht immer ist diese Einmischung im Sinne des Verbrauchers.

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