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WhatsApp ändert Nutzungsbedingungen: Das sollten Sie jetzt wissen

Zustimmung nötig  

Das steht in den neuen WhatsApp-Nutzungsbedingungen

07.01.2021, 11:43 Uhr | str, t-online

WhatsApp ändert Nutzungsbedingungen: Das sollten Sie jetzt wissen. WhatsApp im App Store: Die Messenger-App von Facebook wird überarbeitet.  (Quelle: imago images/Santarpan Roy)

WhatsApp im App Store: Die Messenger-App von Facebook wird überarbeitet. (Quelle: Santarpan Roy/imago images)

WhatsApp ändert seine Datenschutzbestimmungen – und bittet Nutzer um ihre Zustimmung. Worum genau geht es da? Und was passiert, wenn man nicht einverstanden ist?

Facebook plant für 2021 ein paar Änderungen bei seiner beliebten Messenger-App WhatsApp. Weil diese auch den Datenschutz betreffen, müssen Nutzer vorher ihre Zustimmung geben. Worum geht es da genau? Die wichtigsten Fragen und Antworten. 

Was ist passiert?  

WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie, die am 8. Februar in Kraft tritt. Bis dahin müssen Anwender den Bedingungen zustimmen, sonst können sie die App nicht mehr nutzen. Das ist nicht ungewöhnlich: Bei jedem Online-Shop, jedem Online-Dienst, bei jedem Ticketkauf im Netz müssen Nutzer den Vertragsbedingungen zustimmen.

Die Zustimmungspflicht beim Datenschutz soll Verbraucherrechte außerdem schützen und stärken. Das setzt allerdings voraus, dass sich die Betreffenden mit den zugegebenermaßen komplizierten Zusammenhängen auseinandersetzen. 

Wer die App jetzt öffnet, wird deshalb von einem bildschirmfüllenden Fenster begrüßt. Darin wird recht kurz beschrieben, worum es geht. Wer Details erfahren will, muss auf die Links im Text klicken. Das Pop-up lässt sich zunächst mit "jetzt nicht" weg klicken. In dem Fall wird man später wieder daran erinnert. Bis zum 8. Februar haben Nutzer noch Bedenkzeit, wenn sie nicht sofort einwilligen wollen. 

Warum werden die AGB geändert?

Wie bereits angekündigt, plant WhatsApp ein paar neue Funktionen und "Services". Unter anderem will der Messenger seine Nutzer künftig proaktiv über Änderungen und Updates informieren. Für einige geplante oder angedachte Funktionen muss die App wohl auch zusätzliche Daten verarbeiten und verknüpfen. Dazu braucht WhatsApp, beziehungsweise der Mutterkonzern Facebook, das Einverständnis der Nutzer. 

Was genau ändert sich?

Laut dem Text im Zustimmungs-Fenster gehe es bei den Änderungen "unter anderem" um die Frage, wie WhatsApp Nutzerdaten "verarbeitet" und "wie Unternehmen mit von Facebook gehosteten Services ihre WhatsApp Chats speichern und verwalten können". 

Doch was genau bedeutet das? Zum einen bedeutet es, dass WhatsApp-Nutzer außerhalb der EU wohl künftig automatisch ihre Daten mit dem Mutterkonzern Facebook teilen. Das kommt nicht besonders überraschend: Mark Zuckerberg hat schon vor mehreren Jahren angekündigt, die Dienste Facebook, Instagram und WhatsApp künftig enger zu verzahnen. Damit kommt das Unternehmen auch einer drohenden Zerschlagung zuvor. 

Für EU-Bürger gilt laut WhatsApp eine Sonderregelung aufgrund der örtlichen Datenschutzgesetze. Demnach gebe es keine "wesentlichen Änderungen an der zugrundeliegenden Datenverarbeitung in der EU". WhatsApp werde weiterhin keine Daten mit Facebook teilen, damit diese zu Werbezwecken oder zur Verbesserung von Facebook-Produkten genutzt werden können. 

Als WhatsApp 2014 von Facebook übernommen wurde, musste der Konzern der EU versprechen, keine Nutzerdaten zu verknüpfen. Andernfalls hätten die Wettbewerbshüter der Übernahme nicht zugestimmt. 

Welche Daten erfasst WhatsApp?

WhatsApp-Nachrichten sind sicher verschlüsselt. Das heißt, die Chat-Inhalte bleiben vertraulich und können in der Regel nicht mitgelesen werden – auch nicht von WhatsApp oder Facebook.

Allerdings fallen bei der Nutzung der App auch eine Reihe von sogenannten Meta-Daten an. Daraus lassen sich für ein Unternehmen wie Facebook wertvolle Informationen gewinnen, zum Beispiel über das Freunde-Netzwerk einer Person. 

Laut den neuen Datenschutzrichtlinien werden – sofern der Nutzer dem zustimmt – unter anderem folgende Nutzerinformationen an Facebook übermittelt:

  • WhatsApp-Kontoinformationen und Telefonnummer
  • Transaktionsdaten (in Indien können Nutzer beispielsweise Geld per WhatsApp überweisen)
  • Informationen zu Interaktionen
  • Informationen zum Mobilgerät
  • Dienste-bezogene Informationen
  • IP-Adressen
  • "andere Informationen", die mit der Erlaubnis des Nutzers erfasst wurden.

WhatsApp hat weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer. In Deutschland ist es die meistgenutzte App überhaupt. 

Was hat Facebook mit den Daten vor?

Laut den englischsprachigen Nutzungsbedingungen will der Konzern die bei WhatsApp gesammelten Informationen nutzen, um "zu verstehen", wie die eigenen Dienste und die Angebote der Facebook-Kunden (das sind nicht die Nutzer selbst, sondern beispielsweise Werbepartner) genutzt werden. Es gehe darum "die Dienste zu verbessern", den Nutzern "Vorschläge zu machen" und "Funktionen und Inhalte zu personalisieren". 

Facebook verdient Geld hauptsächlich durch Werbung und bietet seine Dienste – darunter auch Instagram und WhatsApp – kostenlos an. Dafür nutzt das Unternehmen Erkenntnisse über seine Milliarden Nutzer, um personalisierte Werbung anzuzeigen.

Das steht so ähnlich auch in den neuen WhatsApp-Bedingungen: Facebook wolle "relevante Angebote und Anzeigen über die Facebook Unternehmensprodukte hinweg zeigen". Das Werbenetzwerk des Konzerns reicht weit über die eigenen Plattformen hinaus – Facebook-Anzeigen können Nutzer über mehrere Webseiten hinweg "verfolgen". 

Kann ich jetzt zustimmen und später meine Meinung ändern?

Ja, Nutzer können ihre Zustimmung jederzeit widerrufen und Unternehmen zur Löschung von gespeicherten Daten auffordern. Die Nutzung des Dienstes ist dann aber nicht mehr möglich.

Es sei richtig, dass Nutzer der Datenschutzerklärung bis zum 8. Februar zustimmen müssen, um die App weiter zu benutzen, bestätigt WhatsApp. Aber "ihre Konten werden nicht gelöscht und die Bedingungen verlangen von den Nutzern nicht, ihre Daten mit Facebook zu teilen", heißt es in einer Stellungnahme. 

Welche Alternativen haben Nutzer?

Wer nicht auf WhatsApp verzichten will, muss den Bedingungen wohl zustimmen. Für diejenigen, die ohnehin ein Konto bei Instagram oder ein Facebook-Profil haben, dürfte die Hemmschwelle niedrig sein. Auch für WhatsApp-Nutzer, die vorher der Datenübermittlung an Facebook nicht widersprochen haben, ändert sich durch die neuen Nutzungsbedingungen wenig.

Wer sich jedoch ernsthaft Sorgen um seine Daten macht, findet auf dem Markt für Messenger-Apps gute Alternativen. Der ebenfalls kostenlose WhatsApp-Konkurrent Signal etwa ist recht weitverbreitet. Weitere Beispiele finden Sie hier

Wer mit dem Gedanken spielt, sein WhatsApp-Konto zu schließen, sollte vorher ein paar Dinge beachten. Es reicht nämlich nicht, die App zu deinstallieren – die Verknüpfung mit der Telefonnummer muss gelöscht werden, sonst können intime Daten bei fremden Menschen landen. In den Links weiter oben finden Sie Hilfestellung. 

Verwendete Quellen:

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