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Wo aus Science Fiction schon Realit├Ąt wurde

Von t-online, str

07.02.2018Lesedauer: 4 Min.
┬źStarman┬╗ im roten Tesla im All
"Starman" im roten Tesla im All: Begleitet von einem riesigen Medienspektakel schoss SpaceX die Testrakete "Falcon Heavy" ins All. Mit an Bord: ein roter Tesla. (Quelle: SpaceX/dpa-bilder)
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Der Tesla-Gr├╝nder greift nach den Sternen und ringt damit seinen Konkurrenten Bewunderung ab. Er ist aber nicht der einzige Unternehmer mit Visionen. Vier Beispiele, wo aus Science Fiction Wirklichkeit wurde.

Elon Musk will hoch hinaus ÔÇô zum Mars, um genau zu sein. Die Besiedelung des fernen Planeten ist das ├╝bergeordnete Ziel seines privaten Weltraumunternehmens SpaceX. Der gegl├╝ckte Start der ÔÇ×Heavy FalconÔÇť-Testrakete am Dienstagabend war nur ein kleiner Schritt in diese Richtung, aber ein umso gr├Â├čeres Medienspektakel.

Keine Frage: Showeffekte sind eine zentrale Zutat im MuskÔÇÖschen Erfolgsrezept. SpaceX wird aber nicht allein von hei├čer Luft angetrieben. Das Unternehmen hat bereits mehrere Satelliten erfolgreich in die Erdumlaufbahn gebracht und Raumfrachter zur ISS geschickt. Und die wiederverwendbaren Triebwerke sind ein Fortschritt, der die Raumfahrt durch enorme Kostenersparnisse revolutionieren k├Ânnte.

Kritiker hingegen halten Musk f├╝r einen zum Scheitern verurteilten Marketing-Meister, einen Blender, der viel verspricht und wenig halten kann. Die Lieferschwierigkeiten bei Tesla scheinen ihnen Recht zu geben.

Auch die Machbarkeit des Hyperloop, einem Vakuum-Tunnelsystem f├╝r Hochgeschwindigkeitstransporte, wird immer wieder angezweifelt. Musk l├Ąsst ihn trotzdem bauen. Eine Teststrecke steht bereits in Nevada.

Geht es nach Musk, sollen Reisende in Zukunft in Transportkapseln auf Luft- oder Magnetschwebekissen durch solche Tunnel schie├čen und dabei Schallgeschwindigkeit erreichen. Trotzdem soll der Hyperloop billiger und ressourcenschonender als Z├╝ge oder Flieger sein. Erste Konzepte f├╝r den Hyperloop wurden bereits vor ├╝ber hundert Jahren beschrieben.

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Der Science Fiction-Autor William Gibson brachte es mal so auf den Punkt: ÔÇ×Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur ungleich verteilt.ÔÇť Musk ist einer, der das Genre, seine Vertreter und Thesen ernst nimmt. Das rechnen ihm die Fans hoch an. Sie glauben an ihn, weil aus Fiktion schon ├Âfter schneller Wirklichkeit wurde, als sich viele selbsternannte Experten vorstellen konnten.

Hier sind vier weitere aktuelle Beispiele aus Industrien, die Visionen der Sci Fi-Popkultur ernst nahmen und tats├Ąchlich zur Marktreife gebracht haben.

Fliegende Autos wie in "Blade Runner"

Volocopter VC200
Die "Volocopter" genannte Passagier-Drohne VC200 der Firma e-volo aus S├╝ddeutschland. (Quelle: Uli Deck/dpa-bilder)

In vielen Metropolen der Welt bietet sich zu Sto├čzeiten das gleiche Bild: Autos, die sich Sto├čstange an Sto├čstange durch die Stra├čen schieben oder parkend die Wege verstopfen. Dutzende Unternehmen aus aller Welt arbeiten deshalb daran, den Verkehr sprichw├Ârtlich auf ein h├Âheres Level zu heben, n├Ąmlich in die Luft.

Die ersten Flugautos stehen offenbar bereits kurz vor der Serienreife. Das deutsche Startup e-Volo etwa lie├č auf der CES Intel-Chef Brian Krzanich mit einem seiner ultraleichten Propellerflugger├Ąte abheben. Die chinesische Konkurrenzfirma Ehang ver├Âffentlichte in dieser Woche ein Video des Jungfernflugs seiner Passagierdrohne. Sogar Flugzeugbauer Airbus versucht sich an einem fliegenden City-Shuttle.

Die Reichweite dieser elektrisch betriebenen autonomen Flugtaxis l├Ąsst zwar noch zu w├╝nschen ├╝brig. F├╝r kurze Wege ├╝ber die D├Ącher und staugeplagten Stra├čen einer Gro├čstadt k├Ânnte es aber schon bald reichen.

Der Babelfisch aus ÔÇ×Per Anhalter durch die GalaxisÔÇť

Die Pixel Buds von Google: Die Bluetooth-Kopfh├Ârer sind mit einer Kordel verbunden, damit sie nicht verloren gehen.
Die Pixel Buds von Google: Die Bluetooth-Kopfh├Ârer sind mit einer Kordel verbunden, damit sie nicht verloren gehen. (Quelle: Google LLC/Hersteller-bilder)

Eines der meistbeachteten Gadgets des vergangenen Jahres waren mit Sicherheit die Pixel Buds von Google. Die kabellosen In Ear-Kopfh├Ârer f├╝r das Pixel 2 Smartphone wurden pr├Ąsentiert als eine Art Universal├╝bersetzer.

Die Handy-App ÔÇ×Google TranslateÔÇť beherrscht die Simultan├╝bersetzung zwischen gut 40 verschiedenen Sprachen aber auch ohne dieses Accessoire. Dank App, Internetverbindung, Mikrofon und Lautsprecher k├Ânnen zwei Menschen in ihrer jeweils eigenen Landessprache reden und sich trotzdem verst├Ąndigen. Die Eingaben werden ├╝ber einen Server geschickt, geschwind ├╝bersetzt und in Text und Sprache zur├╝ck auf das Handy geschickt.

Dank riesiger, ├╝ber Jahre gesammelte Datenmengen, leistungsf├Ąhiger Server und die Forschungsarbeit von KI-Experten und Linguisten haben auch virtuelle Assistenten und Chatbots in den vergangenen Jahren erstaunliche Fortschritte gemacht.

Nicht mehr lange und Mensch und Maschine werden sich so nat├╝rlich unterhalten k├Ânnen wie zwei Personen aus Fleisch und Blut. Nimmt man jetzt noch einen mechanischen K├Ârper zum Beispiel die Boston Dynamics-Sch├Âpfung ÔÇ×AtlasÔÇť dazu oder die plastische Gestalt einer Sex-Puppe, sind wir nicht mehr weit entfernt von den Androiden.

Der Replikator aus "Star Trek"

Studenten beobachten einen 3D-Drucker in Aktion.
3D-Drucker in Aktion: Diese Studenten drucken Objekte aus einer aus extrahierten Algen hergestellten Biomasse. (Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa-bilder)

Im Star Trek-Universum gibt es keinen Mangel, denn nahezu jedes Produkt kann im ÔÇ×ReplikatorÔÇť hergestellt werden. Dazu f├╝gt er Molek├╝le nach einem vorgefertigten Bauplan zusammen. Solche Replikatoren gibt es in gewisser Weise schon heute: Man nennt sie 3D-Drucker.

Aus Lehm, Kunststoffen, Zuckermolek├╝len oder Metallen stellen 3D-Drucker heute Schmuck, Lebensmittel, Spielzeug, Prothesen, Ersatzteile, Waffen und sogar H├Ąuser im Ruck-Zuck-Verfahren her. Die Baupl├Ąne werden oft im Internet geteilt, so dass diese Produkte ganz ohne Fabriken oder Logistik-Zentren in die Welt gelangen.

K├╝rzlich gelang es Forschern von der ETH Z├╝rich sogar, organische Strukturen aus Bakterien ÔÇ×auszudruckenÔÇť. Diese ÔÇ×lebendige TinteÔÇť k├Ânnte zum Beispiel in der Medizin zum Einsatz kommen und Brandopfern eine neue Haut spenden.

Cyborgs wie in "Terminator" und "Iron Man"

Ein Mann im Exoskelett hebt Gewichte
Ein Mann im Exoskelett hebt Gewichte: Die Robotertechnik steigert die Leistungsf├Ąhigkeit des Tr├Ągers. (Quelle: Christoph Schmidt/dpa-bilder)

Die Cyborgs sind unter uns ÔÇô und sie haben sogar einen eigenen Verein. Im Berliner Cyborg e.V. organisieren und vermischen sich Menschen, die auf Prothesen oder Implantate angewiesen sind mit Body-Hackern, die es cool finden, ihren K├Ârper durch Technik zu modifizieren.

Aus Sicht der Cyborg-Aktivisten ist die Verschmelzung von Mensch und Maschine dank der Digitalisierung sowieso schon in vollem Gange. Und sie wollen die Technologie nutzen, um die Grenzen des Menschseins zu ├╝berwinden.

Weniger friedliche Absichten verfolgt nat├╝rlich die Milit├Ąrtechnologie. In der Comic-Verfilmung ÔÇ×Iron ManÔÇť verwandelt sich der Million├Ąr Tony Stark mit Hilfe eines Hightech-Anzugs in einen Superhelden. ├ähnliche Anz├╝ge gibt es wirklich: R├╝stungsfirmen wie Lockheed Martin statten Soldaten mit Exoskeletten aus, die ihre Leistung steigern, indem sie die Muskulatur und Gelenke mit Robotertechnik st├╝tzen. Halb Mensch und halb Kampfmaschine k├Ânnen die Soldaten so selbst mit schwerem Gep├Ąck m├╝helos in den Einsatz ziehen.

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Der Augsburger Robotikspezialist German Bionic Systems hingegen zielt auf Industrie-Kunden ab und schickt in diesem Jahr das erste in Deutschland entwickelte Exoskelett in Serie. Es soll zum Beispiel Lagerarbeiter beim Heben schwerer Last unterst├╝tzen und Arbeitsunf├Ąlle und R├╝ckensch├Ąden verhindern. Auch bereits k├Ârperlich gesch├Ądigte oder gel├Ąhmte Patienten k├Ânnen von der Technologie profitieren.

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