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UN-Migrationspakt: Diskussion manipuliert – Social Bots stecken dahinter

Stimmungsmache im Netz  

Social Bots hetzen gegen Migrationspakt

10.12.2018, 21:39 Uhr | AFP

UN-Migrationspakt: Diskussion manipuliert – Social Bots stecken dahinter. Twitter-App: Die Firma Botswatch hat rund 800.000 Tweets zum Migrationspakt untersucht.  (Quelle: imago/Zuma Press/Symbolbild)

Twitter-App: Die Firma Botswatch hat rund 800.000 Tweets zum Migrationspakt untersucht. (Quelle: Zuma Press/Symbolbild/imago)

Der UN-Migrationspakt ist umstritten. Nun hat ein Berliner Unternehmen festgestellt, dass mehr als ein Viertel aller Tweets zu dem Thema auf Social Bots zurückzuführen sind. Die Diskussionen im Netz wurden offenbar gezielt manipuliert.

In der Debatte um den UN-Migrationspakt haben einer Untersuchung zufolge außergewöhnlich viele sogenannte Social Bots im Internet Stimmung gegen die internationale Übereinkunft gemacht. Das berichtet die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine Analyse der Firma Botswatch, bei der Hunderttausende Kurzbotschaften im Onlinedienst Twitter ausgewertet wurden.

Demnach sind mit 28 Prozent mehr als ein Viertel aller Tweets zum Migrationspakt auf Social Bots zurückzuführen, also auf programmierte Teilnehmer in sozialen Netzwerken, die sich als reale Menschen ausgeben. Den Analysten zufolge liegt der Durchschnitt bei politischen Diskussionen sonst etwa bei der Hälfte (zehn bis 15 Prozent). Woran genau die Analysten einen Social Bot erkennen, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Verbindung zu "Gelbwesten"-Bewegung

Der beim Migrationspakt beobachtete Anteil von Social Bots an einer Diskussion ist laut Botswatch so hoch wie seit der Bundestagswahl nicht mehr. Gestreut wurden demnach zum Beispiel Behauptungen, wonach die Bundesregierung versuche, die Öffentlichkeit beim Migrationspakt bewusst zu täuschen. Für die Studie untersuchte Botswatch rund 800.000 Tweets, die zwischen dem 24. November und dem 2. Dezember veröffentlicht wurden.

Bei den untersuchten Netzwerken gab es der Analyse zufolge Verbindungen zu den Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich, schreibt die "Welt". Laut den Autoren der Studie soll so der Eindruck einer grenzüberschreitenden Bewegung hergestellt werden. Dieselben Netzwerke, die gegen den Migrationspakt aktiv sind, sind demnach zudem auch beim Thema Dieselfahrverbote aktiv. Auf mögliche Hintermänner der Social Bots geht die Analyse nicht ein.

Kritik an unklaren Methoden

Am Vorgehen der Analysefirma gibt es auch Kritik. Sie dreht sich vor allem darum, dass aus dem Bericht der "Welt" nicht hervorgeht, wie Botswatch Social Bots von echten Nutzern oder offensichtlich automatisierten Accounts unterscheidet. Auch auf der Internetseite von Botswatch finden sich keine Erklärungen zu Kriterien, die dabei eine Rolle spielen. Das Unternehmen war  am Mittag telefonisch zunächst nicht zu erreichen. 

Einen Bot durch ein Computerprogramm von einem Social Bot von einem Nutzer unterscheiden zu lassen, birgt die Gefahr, dass fälschlicherweise echte Menschen als Computerprogramme gewertet werden oder dass bestimmte Accounts, die automatisiert Artikel verbreiten, mit Social Bots in eins gesetzt werden, die zur Manipulation eingesetzt werden sollen. Die Zahlen sind also für Außenstehende schwer zu bewerten.


 
Der UN-Migrationspakt soll bei einer am Montag beginnenden Konferenz in Marrakesch angenommen werden. Der Pakt umfasst eine Reihe von Leitlinien und Maßnahmen, deren Umsetzung rechtlich nicht bindend ist. Im Kern geht es um eine bessere Zusammenarbeit in der Migrationspolitik und um Standards im Umgang mit Flüchtlingen. Um den Migrationspakt gab es in den vergangenen Wochen teils heftige Debatten. Eine Reihe von Staaten ist vom Pakt abgerückt.

Verwendete Quellen:

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