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Corona-Falschinformationen: Mediziner fordern härtere Gangart

Offener Brief an Facebook & Co.  

Mediziner fordern härtere Gangart bei Corona-Falschinformationen

08.05.2020, 06:00 Uhr | AFP, aj

Corona-Falschinformationen: Mediziner fordern härtere Gangart. Facebook-Logo (Symbolbild): Mediziner weltweit fordern eine härtere Gangart gegen Falschinformationen im Netz. (Quelle: Reuters/Johanna Geron)

Facebook-Logo (Symbolbild): Mediziner weltweit fordern eine härtere Gangart gegen Falschinformationen im Netz. (Quelle: Johanna Geron/Reuters)

Über hundert Gesundheitsexperten aus aller Welt schlagen Alarm: Sie fordern, dass Online-Plattformen bei Desinformationen im Netz härter durchgreifen. Die Falschnachrichten verbreiteten sich schneller als das Virus selbst.

Ärzte und Virologen fordern von Facebook, Google und Twitter ein härteres Vorgehen gegen Falschinformationen über das Coronavirus. Die bisherigen Maßnahmen gingen nicht weit genug, kritisieren sie als Erstunterzeichner eines offenen Briefs beim Kampagnen-Netzwerk Avaaz. Durch die Verbreitung von falschen Informationen im Netz würden "auf der ganzen Welt Menschenleben gefährdet", heißt es dem Schreiben. "Berichte, in denen behauptet wird, dass Kokain ein Heilmittel sei oder dass COVID-19 von China oder den USA als biologische Waffe entwickelt wurde, haben sich schneller verbreitet als das Virus selbst."

Eine zentrale Forderung ist, dass Online-Plattformen Richtigstellungen veröffentlichen. "Das bedeutet, dass jede einzelne Person, die auf ihren Plattformen mit Gesundheits-Fehlinformationen in Berührung gekommen ist, gewarnt und benachrichtigt wird, und dass eine gut konzipierte und unabhängig überprüfte Korrektur angezeigt wird", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. Die zweite Forderung ist, dass die Online-Plattformen ihre Empfehlungs-Algorithmen anpassen, um die Verbreitung falscher Informationen einzudämmen.

In Deutschland wurde der Brief unter anderem vom Virologen Christian Drosten und von Melanie Brinkmann, Professorin am Institut für Genetik an der Technischen Universität Braunschweig, unterzeichnet. Es sei wichtig, dass Menschen korrekte Angaben zur Einordnung bekommen und nicht wegen falscher Informationen leichtfertig Leben gefährden, betonte Brinkmann.

Avaaz war im April in einer Analyse von Facebook-Beiträgen zu dem Schluss gekommen, dass trotz Maßnahmen des Online-Netzwerks viele falsche Informationen ohne Warnhinweis auf der Plattform geblieben seien. Facebook benachrichtigt die Nutzer inzwischen, wenn sie bei dem Online-Netzwerk mit gefährlichen Falschinformationen rund um das Coronavirus interagiert haben. Es geht dabei um Beiträge, die entfernt wurden, weil sie Schaden anrichten könnten. Dabei wird ihnen Facebook zufolge allerdings nicht angezeigt, welche falschen Informationen genau den Hinweis ausgelöst haben.

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