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"Diablo 2: Resurrected": Warum das neue Blizzard-Release nicht enttäuscht

"Diablo II: Resurrected"  

Warum das neue "Diablo II" nicht enttäuschen wird

24.02.2021, 12:20 Uhr
"Diablo 2: Resurrected": Warum das neue Blizzard-Release nicht enttäuscht. Ein Screenshot aus "Diablo II: Resurrected": Die Neuauflage von "Diablo II" soll Fans von damals und Neulinge begeistern. (Quelle: Blizzard)

Ein Screenshot aus "Diablo II: Resurrected": Die Neuauflage von "Diablo II" soll Fans von damals und Neulinge begeistern. (Quelle: Blizzard)

Neuauflagen von klassischen Games liegen im Trend. Nun hat auch Spieleschmiede Blizzard eine Remastered-Version von "Diablo II" angekündigt. Was Spieler erwarten können und warum der Titel so viele reizt.

Ende Februar kündigte Spieleschmiede Blizzard einen Titel an, über den viele Gerüchte kursierten, auf den viele gehofft hatten – aber über den niemand sicher sagen konnte, ob er tatsächlich kommen wird: "Diablo II: Resurrected".

Die Neuauflage des Klassikers aus dem Jahr 2000 soll noch dieses Jahr für PC und Konsolen erscheinen. Wer will, kann sich auf der Website für die technische Alpha anmelden. Blizzard verspricht mit dem Titel Nostalgie pur. Die Fachpresse zeigt sich begeistert, auch viele Fans bejubeln die Neuauflage. Kein Wunder: "Diablo II" gilt als der Klassiker unter den Action-Rollenspielen und wird noch immer von vielen Fans gespielt. Denn es gibt einige Dinge, die "Diablo II" besonders machen und die zeigen, dass eine Neuauflage auch heute funktionieren kann.

Was "Diablo II" so besonders machte

In "Diablo II" müssen Spieler die Dämonen Diablo und und Mephisto (und in der Erweiterung auch Baal) töten. Zur Auswahl stehen bis zu sieben Charaktere mit verschiedenen Fertigkeiten wie Paladin, Druide, Zauberin oder Totenbeschwörer. Der Charakter wird aus der isometrischen Ansicht gesteuert und sammelt beim Kampf Erfahrungspunkte, die Spieler in neue Fähigkeiten investieren können. Zudem lassen Monster eine Vielzahl an Beute (Loot) fallen, mit denen man seinen Charakter ausrüsten oder sie verkaufen kann.

"Diablo II" und die Erweiterung "Lord of Destruction" wurden millionenfach verkauft und gelten als Meilenstein des Action-Rollenspiel-Genres. Warum, weiß Felix Schütz. Er arbeitet seit 2005 als Redakteur beim Fachmagazin "PCGames" und ist unter anderem Experte für Action-Rollenspiele. "'Diablo II war kein X-beliebiges Action-RPG", sagt Schütz. "Das Spiel war zugänglich und unkompliziert, fesselte aber für unzählige Stunden. Mit seiner düsteren Stimmung, den abwechslungsreichen Klassen und der motivierenden Beutejagd hat Diablo II viele Jahre lang den Ton im Genre angegeben."

Besonders die Suche nach immer besserer Ausrüstung sei laut Schütz hervorzuheben – bieten doch heutzutage viele Spiele ähnliche Systeme an. Auch das erste "Diablo" hatte zwar diese Mechanik, doch "erst in 'Diablo II' fand die Beutejagd zu ihrer Form", sagt Schütz und fügt hinzu: "Die Entwickler haben das Ganze wie einen Glücksspielautomaten designt. Ein suchterzeugendes Konzept, das mittlerweile auch in vielen anderen Spielen Schule gemacht hat."

Der Nachfolger "Diablo III" habe laut Schütz dagegen viele Fans enttäuscht – unter anderem wegen der bunteren Grafik, der geringeren Spieltiefe und dem umstrittenen Auktionshaus. In diesem konnten Spieler zu Beginn noch gegen echtes Geld Ausrüstungsgegenstände kaufen. Im Vorgänger hatte das Sammeln der Items noch einen großen Teil des Reizes ausgemacht. Durch Patches und die Erweiterung "Reaper of Souls" konnte Blizzard zwar dieses Problem lösen, sagt Schütz, aber: "Blizzard hatte danach selbst nicht mehr so recht gewusst, wohin mit dem Spiel. Auch deshalb fühlt sich die Neuauflage für viele Fans nun wie eine Erlösung an."

Schütz betont zudem, dass es sich bei "Diablo II: Resurrected" um eine Remastered-Version und nicht um ein Remake handelt. Das heißt: Das neue 'Diablo II' baut auf dem Grundgerüst des Originals auf, kommt aber in 3D-Grafik mit 4K-Auflösung. Spieler können auf Wunsch auch auf die alte Grafik umschalten. Spielerisch ist so gut wie alles gleich geblieben –  wie auch das kleine Inventar, was Schütz in einem Artikel auf "pcgames.de" kritisiert. Dennoch versteht er, warum Blizzard diesen Schritt gegangen ist: "Blizzard will nun mal die Nostalgie von damals zurückbringen", so Schütz. "Wenn sie am Gameplay etwas geändert hätten, dann hätten sie den Geist verfälscht. Und mit den beinharten "Diablo"-Fans will man es sich auf keinen Fall verscherzen."

"Diablo II: Resurrected" soll vermutlich sowohl eine neue Zielgruppe ansprechen, so Schütz – was man daran erkenne, dass das Spiel auch für Konsolen erscheint – als auch alte Fans zurückgewinnen, die "dieses einzigartige Spielgefühl von damals zurückhaben möchten".

50 Din-A4-Zettel mit Charakter-Builds

Einer dieser Fans ist vermutlich Thorsten Rühl, Gründer des Fachportals "spieletipps.de" – und Jahrgang 1977. "Ich wollte zuletzt zwischen den Jahren 'Diablo II' spielen, aber auf meinem Mac funktioniert das leider nicht", sagt Rühl. "Als ich die Ankündigung zur Neuauflage gelesen habe, habe ich mich darum sehr gefreut."


Rühl erzählt, wie er Anno 2002 viele Stunden mit "Diablo II" verbracht hat. Heute hat er nur Gutes über das Spiel zu sagen: Rühl berichtet von vielen Stunden im Mehrspieler, wo er auch neue Bekanntschaften gemacht hatte. Dass sowohl Gelegenheits- oder auch Profispieler viel Spaß mit dem Titel haben konnten. Oder von den vielen Aufbaumöglichkeiten, welche die Charaktere böten: "Ich habe damals für alle sieben Charaktere die Builds auf mehr als 50 DIN-A4-Zettel notiert und in einem Schnellhefter gelagert", sagt Rühl. "Der Reiz für mich war vor allem, dass das Spiel leicht zu lernen aber hart zu meistern war."

"Man müsste irre sein, diese Fehler zu wiederholen"

Doch nicht alle Fans sind so enthusiastisch wie Rühl. Blickt man die die Kommentarspalten von YouTube oder Fachmedien, warnen manche Nutzer vor einem voreiligen Kauf. Sie erinnern an das Debakel mit "Warcraft III: Reforged". Auch hierbei handelt es sich um einem klassischen Blizzard-Titel, der mit neuer Grafik alte und neue Fans anlocken sollte. Das Ergebnis enttäuschte jedoch viele Nutzer. 

Bei "Diablo II: Resurrected" sieht Schütz das Ganze aber positiver. Unter anderem deswegen, weil das Studio Vicarious Visions für den Titel verantwortlich ist: Das entwickelte bereits die viel gelobte Remastered-Version des Skatebordspiels "Tony Hawk's Pro Skater 1+2". Auch, dass Spieler sich bereits für die technische Alpha anmelden können und Blizzard zumindest 2021 als Erscheinungsdatum verkündet hat, sind gute Zeichen dafür, dass die Entwicklung bereits weit fortgeschritten ist: "Normalerweise ist Blizzard bei seinen Veröffentlichungsterminen sehr vorsichtig", sagt Schütz. Und: "Bei 'Warcraft III: Reforged' musste Blizzard ein heftiges Lehrgeld zahlen. Die müsste schon ziemlich irre sein, um die gleichen Fehler zu wiederholen."

Wann "Diablo II: Resurrected" aber genau erscheint, darüber schweig Blizzard noch. Einen Preis nannte das Studio dafür bereits: 40 Euro. Für eine Remastered-Version nicht wenig: Ähnliche Projekte der Konkurrenz wie "Comand & Conquer Remastered" oder "Age of Empires II: Definitive Edition" gab es für 20 Euro. "Diablo"-Fan Rühl stört sich aber nicht daran: "40 Euro sind nicht wenig, aber mir wäre es das wert", sagt Rühl. "'Diablo II' bot mir damals einen guten Mix aus kurzweiligem Spielen, ließ einen aber auch in die Tiefe gehen. Das vermisse ich bei vielen anderen Spielen heutzutage".

Hinweis: Es wurde ein Fehler korrigiert, dass Spieler in der Erweiterung "Lord of Destruction" auf Mephisto stoßen. Der Dämon ist aber bereits im Grundspiel anzutreffen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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