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Galaxy Buds 2: Wunderbare Klangwelten, aber nicht fĂŒr jeden

Von dpa
21.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Knapp 4,5 Stunden halten die Buds mit einer Batterieladung.
Knapp 4,5 Stunden halten die Buds mit einer Batterieladung. Dann mĂŒssen sie zum Aufladen in die Box. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn/Illustration./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Wow, Veilchenlila - diese Farbe von Samsungs Galaxy Buds 2 ist ein Statement. Neben den Galaxy Buds Pro gibt es mit ihnen nun ein neues Basismodell. Etwas kleiner und leichter gestaltet, haben diese kabellosen Ohrhörer zum Preis von 149 Euro (UVP) fast den Funktionsumfang der großen Pro-Buds. Aber reicht das?

Das GerÀt

Außen ist das GehĂ€use weiß, innen ein Traum aus Veilchenlila, Graphite (also Dunkelgrau), Olive oder glĂ€nzendem Weiß; der Kunde kann hier wĂ€hlen. Die Ohrstöpsel haben eine Form irgendwo zwischen Niere und Tropfen, abgesehen von zwei Mikrofonlöchern ist die OberflĂ€che nahtlos. Alles chic - wenn man die Farben mag.

In den Stöpseln stecken laut Hersteller Akkus fĂŒr maximal 3,5 Stunden Telefonieren oder 5 Stunden Musikhören mit aktiver GerĂ€uschunterdrĂŒckung (ANC). Der Reserveakku im KĂ€stchen liefert weitere 15 Stunden, ohne ANC sind es noch ein paar Stunden mehr.

FĂŒr den Alltag sind das realistische Werte, allerdings pro Ladung auch immer gut zwei Stunden weniger als bei den Galaxy Buds Pro. Geladen werden die Ohrhörer per USB-C oder drahtlos. FĂŒr den Sound sorgen Zwei-Wege-Töner, die mit AKG entwickelt wurden.

Verbindung

Bei der Kopplung mit Samsung-Smartphones heißt es einfach: "Aufklappen und den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen". Die Einstellungen werden dann ĂŒber die Apps Smart Things oder Samsung Wearable erledigt. Auch andere GerĂ€te mit Android-Betriebssystem mĂŒssen die Samsung-App nutzen. Auch mit iOS-GerĂ€ten ließen sich die Buds im Test nach einigen Problemen verbinden, dazu spĂ€ter mehr.

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Passform/Komfort

Die Buds sind leicht (fĂŒnf Gramm pro Stöpsel) und fĂŒhlen sich im Ohr angenehm an. Es gibt drei verschieden große Silikon-EndstĂŒcke, um den Sitz an die OhrmuschelgrĂ¶ĂŸe anzupassen. Obwohl auch die Galaxy Buds 2 "dicht" sitzen und keinen Kanal zum Druckausgleich haben, hĂ€lt sich der Verstopfte-Ohren-Effekt stark in Grenzen. Praktisch: Weil sie fast komplett in der Ohrmuschel verschwinden, könnte man sie sogar bequem im Bett tragen.

Bedienung

Tippen, drĂŒcken, gedrĂŒckt halten - und das alles auf der glatten OberflĂ€che der Buds, sie ist berĂŒhrungsempfindlich. Das klappt ganz gut, ist aber gewöhnungsbedĂŒrftig, weil man anfangs oft daneben oder zu fest tippt. Dann dröhnt es unangenehm. Über Samsungs Wearable-App lassen sich auf Wunsch wenige weitere Steuerkommandos festlegen - etwa per lĂ€ngerem Fingertipper lauter und leiser stellen. Praktisch: Ein Passtest ermittelt, ob die Buds richtig sitzen.

Klang

Der erste Eindruck mit verbundenem Samsung-TestgerÀt: Wow. So viel Klang, so viele Details, so viel Bass. Das wird besonders bei Musikstreaming-Diensten mit HD-Audio und verlustfreier Komprimierung (Lossless) deutlich. Zweiter Eindruck: Immer noch Wow. Diese Ohrstöpsel klingen wirklich gut.

Besonders bei neueren Songs kommen die Buds 2 zur Geltung, aber auch neu abgemischte Àltere Songs werden zum Hörgenuss. Ein Beispiel: Vivaldis "Vier Jahreszeiten", recomposed by Max Richter. Spielt man hingegen eine uralte, von CD importierte MP3-Datei ab, klingt das nicht mehr so gut. Apropos nicht so gut: Im Test klangen die Ohrhörer mit verbundenem Samsung-Smartphone besser als mit einem iPhone.

Spatial Audio, also virtuelle 3D-Soundeffekte mit KlangverĂ€nderung je nach Position der Hörerinnen und Hörer beherrschen die Galaxy Buds 2 noch nicht. Hier hat Apple mit seinen Airpods Pro und Max aktuell die Nase vorne. Zum Telefonieren taugen die Galaxy Buds 2 ebenfalls. GesprĂ€chspartner berichten ĂŒber keinerlei StörgerĂ€usche, die KlangqualitĂ€t ist fast durchweg gut, Aussetzer blieben eine Ausnahme.

Weitere Funktionen

Hi, Bixby! Ja, die Buds bringen Samsungs Sprachassistenten Bixby ins Ohr - wenn man denn möchte. Wer gerne mit seinem Telefon spricht, kann so einige Funktionen per Sprachbefehl kontrollieren. Nach wie vor muss man fĂŒr die meisten Antworten das Telefon ohnehin aus der Tasche holen. Der Nutzen hĂ€lt sich also in Grenzen.

DarĂŒber hinaus bieten die Galaxy Buds 2 drei verschiedene Klangmodi:

- ANC: Die aktive GerĂ€uschunterdrĂŒckung funktioniert gut und sperrt etliche GerĂ€usche aus, vom laut tippenden BĂŒronachbarn ĂŒber ratternde U-Bahnen bis zum tropfenden Wasserhahn. Zwei Mikrofone außen erfassen UmgebungsgerĂ€usche, die Chips im Inneren der Buds filtern den LĂ€rm.

- Aus: Der einst ĂŒbliche Modus fĂŒr Kopfhörer. Hier spielen die Buds einfach Musik ab.

- UmgebungsgerĂ€usch: Hier werden UmgebungsklĂ€nge durchgeleitet, damit man noch etwas von der Außenwelt mitbekommt. Es gibt fĂŒr die LautstĂ€rke der durchgereichten GerĂ€usche drei Einstellungen von niedrig bis hoch. Dieser Transparenzmodus klappt ĂŒberraschend schlecht, vielfach bekommt man von der Umwelt trotzdem wenig mit. Und was durchklingt, hört sich irgendwie kĂŒnstlich und aufbereitet an.

Der Haken

Die Galaxy Buds 2 können nur mit Samsung-GerĂ€ten oder anderen Androiden und der Samsung-Wearable-App ihr Potenzial ausspielen. Unter iOS gibt es bislang eine reine Bluetooth-Anbindung. Alle Feineinstellungen wie Equalizer, Gestensteuerung, Sprachassistent oder Passtest gibt es nicht. Die Galaxy-Buds-App fĂŒr iOS unterstĂŒtzt die Galaxy Buds 2 noch nicht. Bleibt also nur der halbe Spaß.

Wer braucht das?

Samsung- und Android-Nutzer, die unauffÀllige, komfortable Ohrstöpsel mit meist ziemlich brillantem Klang wollen. VerarbeitungsqualitÀt, Passform und Akkulaufzeit gehen in Ordnung. Der Preis von knapp 100 Euro aufwÀrts ist verglichen mit der Konkurrenz auch nicht zu hoch. Samsung-Smartphone-Nutzer profitieren vom Zusammenspiel der GerÀte.

FĂŒr iOS-Nutzer sind sie momentan keine gute Wahl - denn Apples eigene Airpods oder die jĂŒngst vorgestellten Beats Studio Pro verstehen sich einfach viel besser mit iOS. Auch Googles Pixel A Series spielen ohne Murren mit iPhones. Vielleicht bessert Samsung hier ja noch nach.

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