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SAP und Arvato bauen Verwaltungs-Cloud mit Microsoft-Technik

Von dpa
Aktualisiert am 03.02.2022Lesedauer: 2 Min.
Behörden und Ministerien in Deutschland sollen kĂŒnftig auch sensible Daten in einer Cloud-Lösung speichern können, die auf Technik des US-Konzerns Microsoft aufsetzt.
Behörden und Ministerien in Deutschland sollen kĂŒnftig auch sensible Daten in einer Cloud-Lösung speichern können, die auf Technik des US-Konzerns Microsoft aufsetzt. (Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Walldorf (dpa) - Behörden und Ministerien in Deutschland sollen kĂŒnftig auch sensible Daten in einer Cloud-Lösung speichern können, die auf Technik des US-Konzerns Microsoft aufsetzt.

Am Donnerstag kĂŒndigten Europas grĂ¶ĂŸter Softwarekonzern SAP und der Bertelsmann-Dienstleister Arvato Systems an, in eine souverĂ€ne Cloud-Plattform fĂŒr die deutsche Verwaltung zu investieren. Das Angebot soll auf der Cloud-Plattform Azure von Microsoft aufsetzen. Dabei erfolgten aber sowohl die Datenverarbeitung und Datenhaltung als auch der Betrieb sĂ€mtlicher Services in Deutschland.

Die Bundesregierung und andere öffentliche Stellen können US-Konzerne wie Microsoft, Amazon oder Google nicht direkt mit dem Betrieb einer Cloud-Lösung beauftragen, in der auch vertrauliche oder gar geheime Dokumente gespeichert werden. SpĂ€testens mit den EnthĂŒllungen des US-Whistleblowers Edward Snowden wurde bekannt, dass amerikanische Geheimdienste wie die NSA auf technisch verfĂŒgbare Daten auch aus Europa zugreifen, ohne dafĂŒr europĂ€ische Gerichte anzurufen. Der EuropĂ€ische Gerichtshof (EuGH) stellte in zwei Urteilen zum transatlantischen Datenaustausch fest, dass in den USA kein mit der EU vergleichbares Datenschutzniveau vorhanden ist.

SouverÀne Cloud

SAP und Arvato Systems betonten, das neue Angebot werde den spezifischen nationalen Anforderungen entsprechen, die im Rahmen der deutschen Cloud-Strategie eine entscheidende Rolle spielen. "Auch werden keine AbhĂ€ngigkeiten zu Netzwerken außerhalb Deutschlands bestehen, was die UnabhĂ€ngigkeit der souverĂ€nen Cloud zusĂ€tzlich verdeutlicht." Zum Investitionsvolumen wollten die Unternehmen am Donnerstag keine Angaben machen. Der "Behördenspiegel" berichtete, dass SAP und Arvato 350 Millionen Euro in die Hand nehmen.

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Um das souverĂ€ne Cloud-Angebot fĂŒr den öffentlichen Sektor in Deutschland zur VerfĂŒgung zu stellen, soll ein neues deutsches Unternehmen gegrĂŒndet werden. "Die NeugrĂŒndung hat zum Ziel, die digitale Transformation in Deutschland voranzubringen." Es sei geplant, dass neben SAP auch Arvato Systems zu den Anteilseignern gehört und zudem den Betrieb ĂŒbernehmen werde. Die Lösung umfasst das Software-Paket Microsoft 365. Außerdem sollen in der Deutschland-Cloud Lösungen und Anwendungen von SAP angeboten werden.

Schneller als Open Source

Die neue Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag ein ambitioniertes Digitalisierungsprogramm angekĂŒndigt, das nach EinschĂ€tzung von Experten ohne den Einsatz von Cloud-Lösungen nicht umgesetzt werden kann. Ein Aufbau einer nationalen Cloud auf Basis von quelloffenen Programmen (Open Source), der insbesondere von den GrĂŒnen favorisiert wird, dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung von Experten Jahre dauern. Daher kommt auch Technik von den großen westlichen "Hyperscalern" Microsoft, Amazon AWS und Google in Betracht, wenn denn die rechtlichen Bedenken aus dem Weg gerĂ€umt werden.

Ein SAP-Sprecher betonte, das neue Angebot werde gemĂ€ĂŸ den Vorgaben deutscher Gesetzgebung technisch, operativ und rechtlich souverĂ€n sein. "Alle Kundendaten des öffentlichen Sektors fĂŒr die souverĂ€ne Cloud bleiben in Deutschland." Zudem werde das neue Unternehmen alleiniger EigentĂŒmer der Plattform sein. "Es erfolgt eine vollstĂ€ndige Trennung von den globalen Microsoft-Rechenzentren und der bestehenden Public-Cloud-Infrastruktur in Deutschland."

Das Bundesinnenministerium erklÀrte auf Anfrage, in der Verwaltung existierten bereits viele verschiedene Cloud-Lösungen, darunter die Bundescloud im ITZBund. Wegen einer bisher fehlenden Standardisierung seien die bestehenden Cloud-Lösungen allerdings meist nur eingeschrÀnkt interoperabel, rÀumte das Ministerium ein. Daher verfolge man die im Koalitionsvertrag festgelegte Multi-Cloud-Strategie, um bestehende und neue Rechenzentren in eine Deutsche Verwaltungscloud standardisiert einzubinden. Diese Verwaltungscloud könne aus propritÀren Software-Komponenten bestehen, aber auch aus Open-Source-Programmen.

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