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Facebook will Auftraggeber nennen

Von dpa
22.09.2017Lesedauer: 2 Min.
Will Wahlwerbung klarer kennzeichnen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.
Will Wahlwerbung klarer kennzeichnen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. (Quelle: imago-images-bilder)
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Facebook will die Werbeanzeigen, mit denen sich Russland in den US-Wahlkampf eingemischt haben sollen, dem Kongress offen legen. Zudem kündigte das soziale Netzwerk mehr Transparenz an.

Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg erklärte, bei politischer Werbung auf seiner Plattform solle künftig klar zu sehen sein, wer dafür bezahlt habe. "Ich will nicht, dass irgendjemand unsere Systeme benutzt, um die Demokratie zu untergraben. Das ist nicht das, wofür wir einstehen", sagte Zuckerberg in einem Video.

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Facebook werde aber nicht dazu übergehen, Anzeigen und Posts vor der Veröffentlichung zu prüfen: "Freiheit bedeutet, dass man nicht erst fragen muss." Zugleich solle das Team der Mitarbeiter, die Wahlkampagnen beobachten, mehr als verdoppelt werden. Facebook wurde seit dem vergangenen Jahr vorgeworfen, nicht genug gegen die Ausbreitung von Falschmeldungen im US-Wahlkampf unternommen zu haben.

Facebook habe "Tausende" gefälschte Accounts entdeckt und blockiert, die möglicherweise versuchten, Wahlen in vielen Ländern zu beeinflussen, zuletzt unter anderem in Frankreich, sagte Zuckerberg. Zu Deutschland hieß es bisher, vor der Bundestagswahl sei keine derartige Aktivität festgestellt worden.

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470 Facebook-Profile, 3000 Anzeigen

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass bei Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten. "Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden", erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100.000 Dollar gebucht.

Facebook betonte am Donnerstag, dem Unternehmen sei die Verbindung zu Russland bei der Buchung der Anzeigen nicht bewusst gewesen. Sie wurden von Accounts mit Verbindung zu einer "Internet Research Agency" platziert, die als von Russland aus gesteuert gilt. Facebook schließt nicht aus, dass noch weitere verdächtige Anzeigen gefunden werden.

Einmischung in den Wahlkampf in den USA verboten

Facebook machte bisher keine Angaben dazu, wie viele Amerikaner diese Werbung gesehen haben könnten. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA verboten. Das Online-Netzwerk teilte Informationen zu den Anzeigen bereits dem US-Sonderermittler Robert Mueller mit. Die russische Regierung bestreitet den Versuch, die amerikanische Präsidentenwahl im vergangenen Jahr manipuliert zu haben.

Facebook erklärte, die Anzeigen seien darauf ausgerichtet gewesen, die Spaltung bei umstrittenen Themen wie Spannungen zwischen Ethnien, Einwanderung oder Waffenbesitz zu vertiefen. Rund ein Viertel der Anzeigen sei gezielt in bestimmten Regionen platziert worden. Außerdem wurde bekannt, dass damit zum Teil Protestaktionen beworben wurden wie eine Demonstration gegen Flüchtlinge und Muslime in einer kleinen Stadt im Bundesstaat Idaho im August 2016.

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