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Software gegen Kinderpornografie im Netz startet

Schnellere Ermittlungen  

Software gegen Kinderpornografie im Netz startet

11.06.2020, 13:59 Uhr | dpa

Software gegen Kinderpornografie im Netz startet. Ein Mann an einem Computer (Symbolbild): Polizei und Tech-Konzerne wollen stärker gegen Kinderpornografie vorgehen.  (Quelle: Getty Images/P. SIRIPHIROON)

Ein Mann an einem Computer (Symbolbild): Polizei und Tech-Konzerne wollen stärker gegen Kinderpornografie vorgehen. (Quelle: P. SIRIPHIROON/Getty Images)

Im Kampf gegen Kinderpornografie soll in Deutschland eine neue Software helfen. Aber auch Tech-Konzerne geloben, ihre Anstrengungen gegen Kinderpornografie im Netz zu verstärken.

Im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet steht ein vom Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen entwickeltes Programm zur automatisierten Bildersichtung seit Mittwoch bundesweit der Polizei zur Verfügung. Die seit Anfang des Jahres in Niedersachsen eingesetzte Software könne ab sofort von den Polizeibehörden aus Bund und Ländern genutzt werden, teilte das LKA am Mittwoch in Hannover mit. Die Software sei lernfähig und könne Bilder mit potenziell kinder- und jugendpornografischem Inhalt in riesiger Menge in hohem Tempo auswerten.

"Die Verbreitung von Kinderpornografie ist inzwischen ein Verbrechen, das fast ausschließlich digital begangen wird", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). "Erst in den vergangenen Tagen haben wir wieder von den entsetzlichen Fällen in Münster und anderen Orten in Deutschland erfahren. Wir müssen die Täter mit allen Möglichkeiten, die der technische Fortschritt uns bietet, verfolgen." Durch die neue Technik könne die Zahl der Bilder, die Polizeibeamte selber anschauen müssen, erheblich reduziert werden. Das beschleunige die Verfahren und helfe, Täter schneller zu ermitteln.

Tech-Firmen wollen Kindesmissbrauch stärker bekämpfen

Auch Online-Konzern wie Facebook oder Google wollen ihre Anstrengungen im Kampf gegen Kindesmissbrauch im Netz verstärken. Die Tech-Unternehmen stellten am Donnerstag einen mehrstufigen Plan dafür vor. Unter anderem wollen sie noch mehr in Technologien investieren, mit denen unter anderem kinderpornografisches Material erkannt werden kann. Außerdem soll es jährliche Fortschrittsberichte und Treffen mit Regierungsbehörden und Strafverfolgern geben.

Die Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren in diesem Bereich zusammen. So kommt Microsofts Technologie PhotoDNA zum Einsatz, um Missbrauchs-Bilder zu erkennen und aus dem Netz zu nehmen. Die Plattformen tauschen auch Daten aus, damit einmal entdeckte Inhalte beim erneuten Hochladen auch auf anderen Plattformen sofort gestoppt werden können. Unter den Teilnehmern des neuen Programms "Project Protect" sind auch Twitter und der Online-Speicherdienst Dropbox sowie mehrere Organisationen, die gegen Kindesmissbrauch kämpfen.

Die Tech-Unternehmen müssen trotz aller bisherigen Anstrengungen neue Lösungen finden, weil sich die Verbreitung von Kindesmissbrauch-Material zum Teil ins weitgehend anonyme Dark Web sowie in geschlossene Chat-Gruppen mit Schutz durch Verschlüsselung verlagert. Kindesmissbrauch ist eines der Argumente, mit denen Behörden unter anderem in den USA und Großbritannien eine Aufweichung der Komplettverschlüsselung in Chatdiensten wie Facebooks WhatsApp fordern.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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