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Sicherheitsl├╝cke bedroht 800.000 Windows-Rechner

Von t-online, str, avr

Aktualisiert am 30.07.2019Lesedauer: 3 Min.
Arbeitskollegen an einem Laptop (Symbolbild): Derzeit bedroht eine kritische Sicherheitsl├╝cke Windows-Systeme.
Arbeitskollegen an einem Laptop (Symbolbild): Derzeit bedroht eine kritische Sicherheitsl├╝cke Windows-Systeme. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Die Sicherheitsl├╝cke "Bluekeep" ist seit Mai bekannt. Doch noch immer wurden Tausende betroffene Windows-Rechner nicht abgesichert.

Laut einer Analyse der Sicherheitsfirma Bitsight sind noch immer rund 800.000 Windows-Rechner nicht gegen Angriffe gewappnet, die eine Schwachstelle namens "Bluekeep" ausnutzen. Das Bundesamt f├╝r Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geht davon aus, dass es allein in Deutschland noch mindestens 14.000 verwundbare Computer gibt.


Windows: So finden Sie Ihre Version heraus

Die Informationen ob Sie eine 32-oder 64-bit-Version haben, finden Sie in den Systemeinstellungen. Klicken Sie daf├╝r auf die Schaltfl├Ąche "Start" oder dr├╝cken Sie die Windows-Taste auf der Tastatur.
Anschlie├čend w├Ąhlen Sie in der Liste links das "Zahnradsymbol" aus.
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"Es muss davon ausgegangen werden, dass sich dahinter eine Vielzahl an gef├Ąhrdeten Computer-Arbeitspl├Ątzen verbirgt, die nicht direkt an das Internet angeschlossen sind, etwa in Unternehmensnetzwerken", hei├čt es dazu in einer Mitteilung des BSI. "Die tats├Ąchliche Zahl gef├Ąhrdeter Computer d├╝rfte daher deutlich gr├Â├čer sein."

Die Sicherheitsl├╝cke klafft im Windows-Fernwartungsdienst (Remote Desktop Protocol, RDP). Betroffen sind alle alten Windows-Versionen bis Windows 7 und Windows Server 2008. Nicht betroffen sind Windows 8 und Windows 10.

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Weltweites Bedrohungsszenario

Bereits seit Mai warnt Microsoft eindringlich vor der gef├Ąhrlichen Schwachstelle in ├Ąlteren Windows-Systemen. Es wurden Sicherheitsupdates bereitgestellt, aber offensichtlich noch nicht auf allen betroffenen Rechnern installiert.

Das wird nun mehr und mehr zum weltweiten Bedrohungsszenario. Experten warnen vor einer Angriffswelle vom Ausma├č der WannaCry-Attacke von 2017. Die Ransomware hatte innerhalb von wenigen Tagen 200.000 Computer befallen, ganze Firmennetzwerke lahmgelegt und so einen Schaden von mehreren Hundert Millionen Euro angerichtet.

Eine ├Ąhnliche Katastrophe droht nun wieder. Denn auch die Sicherheitsl├╝cke "Bluekeep" kann ohne das Zutun des Nutzers ausgenutzt werden ÔÇô etwa f├╝r einen Angriff mit Schadsoftware, die sich wurmartig weiterverbreitet, genau wie WannaCry.

Ein aktives Ausnutzen der Schwachstelle konnte das BSI zwar bislang nicht feststellen. Mit ihrer Ver├Âffentlichung sei aber nun davon auszugehen, dass Angreifer sehr schnell eine entsprechende Schadsoftware entwickeln.

Entsprechende Methoden, sogenannte Exploits, werden bereits entwickelt und getestet, tippen Experten ÔÇô bisher noch im Geheimen. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis das Wissen in Umlauf ger├Ąt und von Hackern gezielt oder in der Breite eingesetzt wird. Ist ein solcher Computerwurm erst einmal unterwegs, wird es schwer, ihn wieder zu stoppen.

Was zu tun ist: Updates dringend nachholen

Kein Wunder also, dass sich Beh├Ârden wie das BSI, die US-amerikanische NSA, Microsoft und Sicherheitsexperten aus aller Welt in dieser Sache einig sind und Windows-Nutzer dazu ermahnen, die n├Âtigen Updates zu installieren. Jedes aktuell noch ungesch├╝tzte Ger├Ąt gef├Ąhrdet andere, selbst wenn diese bereits aktualisiert wurden.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Sicherheitsl├╝cke hat Microsoft Notfallupdates f├╝r die betroffenen Systeme ver├Âffentlicht. Die Aktualisierungen wurden auf den Windows-Supportseiten zum Herunterladen bereitgestellt ÔÇô selbst f├╝r Windows-Versionen wie XP, die offiziell schon lange nicht mehr unterst├╝tzt werden.

Klicken Sie hier, um auf die Microsoft-Seite mit den bereitgestellten Updates zu gelangen. W├Ąhlen Sie hier die entsprechende Version und klicken Sie auf "Sicherheitsupdate".

Was zu tun ist: RDP-Verbindung kappen

Das BSI r├Ąt au├čerdem dazu, den "Remote Desktop"-Dienst zu deaktivieren, falls dieser nicht gebraucht wird. Der betroffene Fernwartungsdienst ist laut BSI in der Regel zwar nicht standardm├Ą├čig aktiviert. Er werde aber f├╝r die Fernwartung einer Vielzahl von Servern verwendet, teils auch ├╝ber das Internet. Um die Verbindung zu deaktivieren, gehen Sie so vor:

  1. ├ľffnen Sie die Systemsteuerung.
  2. W├Ąhlen Sie das Men├╝ "System und Sicherheit" und anschlie├čend "System".
  3. W├Ąhlen Sie links die "Remoteeinstellungen" und entfernen Sie den Haken unter "Remoteunterst├╝tzungsverbindungen mit diesem Computer zulassen".

Die Krise ist noch lange nicht vorbei

Microsoft geht nach eigenen Angaben davon aus, dass weltweit noch immer fast eine Million an das Internet angeschlossene Computer verwundbar sind. Auch Firmennetzwerke seien massiv bedroht. "Es braucht nur einen verwundbaren Computer, der mit dem Internet verbunden ist, um ein potenzielles Einfallstor in diese Firmennetzwerke zu ├Âffnen", warnt das Unternehmen in einer Mitteilung. "Von dort aus kann sich die hochentwickelte Schadsoftware verbreiten und weitere Computer im gesamten Unternehmen infizieren."


Bislang gebe es zwar keine Hinweise, dass ein Computerwurm im Umlauf sei. "Das bedeutet aber nicht, dass wir aus dem Schlimmsten heraus sind", hei├čt es bei Microsoft. "Wir raten dringend dazu, alle betroffenen Systeme so schnell wie m├Âglich zu aktualisieren."

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Von Alexander Roth-Grigori
DeutschlandMicrosoftWindows

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