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Aktienanleihen einfach erklärt: So funktioniert die Geldanlage

Geldanlage  

Spezielle Wertpapiere – So funktionieren Aktienanleihen

Von Christopher Braemer

15.07.2020, 14:31 Uhr
Aktienanleihen einfach erklärt: So funktioniert die Geldanlage. Hohe Zinsen in einer kurzen Laufzeit: Das ist das Ziel bei Aktienanleihen. Das Wertpapier ist eine Mischform aus Aktien und Anleihen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hohe Zinsen in einer kurzen Laufzeit: Das ist das Ziel bei Aktienanleihen. Das Wertpapier ist eine Mischform aus Aktien und Anleihen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aktienanleihen sind eine spezielle Form der Geldanlage. Doch wie genau funktionieren sie? Und worauf müssen Sie als Anleger achten? Unser Überblick für Einsteiger.

Sie scheuen das Risiko beim Aktienkauf – wollen mit Ihrem Geld aber höhere Erträge erzielen, als Ihnen die niedrigen Zinsen auf Ihrem Tagesgeldkonto versprechen? Dann könnte es sich für Sie lohnen, Ihr Geld in Aktienanleihen zu investieren.

Gemeint sind damit spezielle Wertpapiere. In ihrer Art ähneln sie der klassischen Anleihe, also einem Schuldschein mit einem fixen Zins auf eine Summe, die Sie einem Unternehmen für eine festgelegte Zeit zur Verfügung stellen und anschließend zurückerhalten.

Das Besondere: Zum Startzeitpunkt der Aktienanleihe ist noch offen, ob Sie am Ende den verliehenen Geldbetrag am Ende in bar zurückbekommen – oder ob Ihnen die Summe in Aktien erstattet wird.

Klingt kompliziert? Ist es aber gar nicht. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie genau eine Aktienanleihe funktioniert, wie hoch das Risiko für Sie als Anleger ist und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Was ist überhaupt eine Anleihe?

Eine Anleihe (englisch: Bond) ist ein Schuldschein, den Sie bei Ihrer Bank oder an der Börse kaufen können. Indirekt leihen Sie als Privatperson einem Unternehmen oder einem Staat Geld – zu einem festen Zins und einer festen Laufzeit.

Aus diesem Grund gelten Anleihen grundsätzlich als sichere Form der Geldanlage. Das Verlustrisiko ist in der Regel deutlich geringer als etwa bei Aktien, da eine Anleihe nach dem Kauf keinen direkten Kursschwankungen an der Börse unterliegt.

Allerdings versprechen Anleihen gerade in Zeiten niedriger Zinsen auch keine allzu großen Erträge. Denn je nach Bonität des Kreditnehmers, also des Unternehmens oder des Staates, stellen auch Banken den Firmen günstige Kredite zur Verfügung. Der Schuldner ist also nicht unbedingt auf Sie als privaten Kreditgeber angewiesen und zahlt Ihnen deshalb oft nur einen geringen Zins. 

Gerade für risikoscheue Anleger, die keine Aktien kaufen wollen, können klassische Anleihen trotzdem attraktiv sein. Indem Sie eine Anleihe kaufen, damit zum Beispiel einem Unternehmen wie VW einen Kredit geben, wissen Sie sehr genau, zu welchem Zeitpunkt Sie Ihr Geld samt Zinsen wiederbekommen. Deswegen werden Anleihen auch "festverzinsliche Wertpapiere" oder "Zinspapiere" genannt. In der Fachsprache ist außerdem von "Rentenpapieren" die Rede, wobei das Wort "Rente" in diesem Fall nichts mit Ihren Altersbezügen zu tun hat.

Die Laufzeit von Anleihen ist häufig sehr kurz. Üblicherweise variiert sie zwischen wenigen Wochen und bis zu 24 Monaten. Die Auswahl an Anleihen auf dem so genannten "Rentenmarkt" ist sehr groß. Nach Angaben der Deutschen Börse können Sie aktuell unter knapp 30.000 Anleihen wählen. Zum Vergleich: Die Zahl der handelbaren Aktien beläuft sich auf rund 11.500.

Was ist eine Aktienanleihe?

Eine Aktienanleihe ist eine spezielle Form der Anleihe. Als so genanntes "strukturiertes Finanzprodukt" oder auch Zertifikat vereint sie Eigenschaften klassischer Anleihen und Aktien, also Anteile börsennotierter Firmen.

In ihrem Wesen ähnelt die Aktienanleihe stark der klassischen Anleihe: Als Anleger stellen Sie einem Kreditnehmer, meistens einer Bank, die die Aktienanleihe herausgibt, für einen festgelegten Zeitraum eine bestimmte Summe Geld zur Verfügung. Für diesen Kredit erhalten Sie während der Laufzeit Zinsen. Nach Ende der Laufzeit erhalten Sie, wie bei der klassischen Anleihe, Ihr Kapital zurück.

Das Besondere an der Aktienanleihe ist, dass sich erst zum Ende der Laufzeit entscheidet, ob Sie die verliehene Summe in barer Münze zurückbekommen – oder ob sie Ihnen in Form von Aktien ausgezahlt wird. Das hängt vom so genannten Basiswert ab. Im Fall von Aktienanleihen ist das der Börsenkurs der Aktie des Unternehmens, an den die Aktienanleihe gekoppelt ist.

Der Herausgeber von Aktienanleihen, genannt Emittent, oft eine Bank, bestimmt dabei den so genannten Basispreis. Der Basispreis ist die Grundlage für die Entscheidung, ob Sie am Ende der Laufzeit Ihr angelegtes Kapital in bar zurückbekommen, oder in Aktien. Verkürzt gesagt: Liegt der Aktienkurs des jeweiligen Unternehmens über dem Basiswert, bekommen Sie den vergebenen Kredit in Form von Geld zurück. Liegt er darunter, erhalten Sie die Summe in Form von Aktien.

Da unsicher ist, ob Sie den Betrag bar erstattet bekommen, bieten Aktienanleihen in der Regel deutlich höhere Zinsen als klassische Unternehmensanleihen, die nicht an den Börsenkurs gekoppelt sind. Häufig liegen die Zinsen, gemessen in Prozent, sogar im zweistelligen Bereich. 

Wie funktioniert eine Aktienanleihe?

Eine Aktienanleihe funktioniert so ähnlich wie eine normale Anleihe: Durch den Kauf eines Schuldscheines leihen Sie dem Kreditnehmer Geld. Der Kreditnehmer ist in diesem Fall der Herausgeber der Aktienanleihe, genannt Emittent. Oft ist das eine Bank. Für eine bestimmte Laufzeit erhalten Sie dafür von der Bank einen festen Zins. Nach Ablauf der Laufzeit erhalten Sie Ihr Kapital zurück.

Der Unterschied zur herkömmlichen Anleihe: Wenn Sie als Anleger die Aktienanleihe kaufen, wissen Sie nicht, ob Sie Ihr so verliehenes Geld nach Ende der Laufzeit bar ausgezahlt bekommen oder in Form von Aktien. Entscheidend dafür ist der so genannte Basispreis.

Der Basispreis bezeichnet bei der Aktienanleihe die Schwelle eines Aktienkurses, die darüber entscheidet, ob die Rückzahlung zum so genannten Nominalbetrag (Nennwert) oder durch Lieferung von Aktien erfolgt. Liegt der Preis der Aktie, die der Anleihe zugrunde liegt, am Ende der Laufzeit oberhalb der Schwelle, erhalten Sie als Käufer Ihr eingesetztes Kapital bar zurück – genauer gesagt den Nominalwert, also exakt 100 Prozent der verliehenen Summe.

Sichere Zinsen – Ertrag ist gedeckelt

Zusätzlich und unabhängig von der Aktienkursentwicklung erhalten Sie während der Laufzeit Zinsen auf Ihr verliehenes Geld. Dieser Zinsertrag stellt den Gewinn, genannt Rendite, dar, den Sie mit Aktienanleihen erzielen können.

Wichtig: Dieser Betrag stellt gleichzeitig die maximal mögliche Rendite dar. Der Ertrag ist damit begrenzt oder "gedeckelt". Das bedeutet: Auch wenn die zugrunde liegende Aktie kräftig gestiegen sein sollte, erhält der Käufer einer Aktienanleihe nie mehr als den vereinbarten Zins.

Sollte der Aktienkurs zum Ende der Laufzeit der Aktienanleihe unterhalb des Basispreises liegen, erhalten Sie als Inhaber der Aktienanleihe den verliehenen Betrag nicht in bar zurück. Stattdessen zahlt Ihnen der Emittent, also die Bank, einen Teil Ihres eingesetzten Kapitals in Aktien aus. Auf diese Weise werden Sie vom Anleihebesitzer zum Aktionär. Wie viele Aktien Sie erhalten, hängt dabei ebenfalls vom Basispreis, sprich dem Aktienkurs, ab.

Wichtig zu wissen: Der für die Ausübung maßgebliche Preis des Basiswerts wird am Bewertungstag festgestellt. Dieser liegt üblicherweise einige Tage vor dem Fälligkeitstag der Anleihe, an dem dann die eigentliche Abrechnung erfolgt.

Worauf kommt es bei einer Aktienanleihe an?

Wie bei allen Geldanlagen kommt es auch bei Aktienanleihen darauf an, dass Sie es eine Reihe von Begriffen kennen und verstehen. Im Kern sind das die Folgenden:

  • Emission: Der Tag, an dem der Herausgeber (Emittent, meist eine Bank), die Aktienanleihe ausgibt.
  • Nennwert oder Nominalwert: Der Wert der Aktienanleihe selbst. Oft liegt der kleinstmögliche Betrag, für den Emittenten Aktienanleihen verkaufen, bei 1000 Euro. 
  • Laufzeit: Auch Zeichnungsfrist genannt. Gemeint ist der Zeitraum, für den Sie der Bank Geld leihen. Häufig liegt die Laufzeit von Aktienanleihen zwischen sechs und 15 Monaten. Längere Anleihen laufen sogar zwei oder mehrere Jahre. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto schwieriger ist die Entwicklung der Aktie einzuschätzen. Aktienanleihen mit längeren Laufzeiten versprechen deshalb oft höhere Zinserträge.
  • Basiswert: Die Aktie, an dessen Wert die Aktienanleihe gekoppelt ist. Sinkt der Aktienkurs, fällt somit auch der Wert Ihrer Aktienanleihe insgesamt. Steigt der Aktienkurs, wird auch die Aktienanleihe wertvoller, da die Wahrscheinlichkeit wächst, dass Sie Ihr gesamtes Kapital in bar zurückerhalten. 
  • Basispreis: Die Schwelle des Aktienkurses, der entscheidet, ob die Rückzahlung der Aktienanleihe am Auszahltag zum Nominalbetrag in bar erfolgt oder durch die Übertragung von Aktien. Meist entspricht der Basispreis dem Aktienkurs am Tag des Kaufs der Aktienanleihe. 
  • Kupon: Teil der Aktienanleihen-Urkunde, die zum Empfang von Zinsen berechtigt und die Höhe des Zinses festlegt. Der Zins unterscheidet sich je nach Risiko, Laufzeit und Investitionsvolumen. Bei vermögensstarken Unternehmen ist er etwa niedriger als bei vermögensschwachen Firmen, deren Aktien der Aktienanleihe zugrunde liegen. Zudem hängt die Höhe der Zinszahlung davon ab, wie stark die Aktie während der Laufzeit wahrscheinlich schwankt.
  • Kurswert der Anleihe: Der Wert Ihrer Anleihe zum Stichtag, also zum Ende der Laufzeit.

Wann wird eine Aktienanleihe bar getilgt und wann in Aktien?

Ob Sie als Anleger nach Ende der Laufzeit Ihr verliehenes Geld in bar oder in Aktien zurückbekommen, hängt maßgeblich von der Kursentwicklung der Aktie ab, die der Aktienanleihe zugrunde liegt.

Ein fiktives Beispiel: Sie als Anleger kaufen bei einer Bank heute eine Adidas-Aktienanleihe im Wert von 1000 Euro. Nehmen wir der Einfachheit halber an, dass der Kurswert der Adidas-Aktie heute bei 100 Euro liegt. Die Bank legt damit den Basispreis der Aktienanleihe ebenfalls auf 100 Euro fest. Bei einem Nominalwert Ihres Kaufs von 1000 Euro entspricht Ihre Aktienanleihe also zehn Adidas-Aktien zum Basispreis von 100 Euro. Für eine Laufzeit von einem Jahr verspricht Ihnen die Bank einen angenommen Zins von acht Prozent.

  • Fall 1: Die Adidas-Aktie entwickelt sich gut, nach Ablauf des Jahres kostet sie jetzt 120 Euro und damit mehr als der Basispreis von 100 Euro. In diesem Fall zahlt Ihnen die Bank den Nominalbetrag in Höhe von 1000 Euro bar zurück. Als Gewinn aus dem Investment streichen Sie zusätzlich acht Prozent Zinsen auf die verliehenen 1000 Euro ein, also weitere 80 Euro.
  • Fall 2: Der Kurs der Adidas-Aktie entwickelt sich schlecht und liegt nach einem Jahr nur noch bei 85 Euro, also unterhalb des Basispreises von 100 Euro. In diesem Fall nutzt die Bank wahrscheinlich ihr Wahlrecht und überweist Ihnen kein Geld, sondern bucht Ihnen stattdessen die ursprüngliche Zahl von zehn Aktien in Ihr Aktiendepot. Diese Aktien sind jetzt aber nur noch 850 Euro wert. Verkaufen Sie die Aktien sofort, machen Sie also einen Verlust von 150 Euro. Alternativ können Sie auch warten, bis sich der Kurs der Aktie wieder erholt und zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen. Unabhängig davon überweist Ihnen die Bank wie im ersten Fall die vereinbarten Zinserträge in Höhe von 80 Euro.

Welche Formen von Aktienanleihen gibt es?

Neben der klassischen Aktienanleihe ist es auch möglich, in eine so genannte Indexanleihe zu investieren. In diesem Fall ist die Aktienanleihe an einen Aktienindex gekoppelt, der die Wertentwicklung mehrerer Unternehmen bündelt.

Beispiele sind der deutsche Dax, der amerikanische Dow Jones oder der japanische Nikkei 225. Wie bei normalen Aktienanleihen wird am Ende der Laufzeit wieder verglichen, ob das der Kurswert oberhalb oder unterhalb der relevanten Schwelle liegt. Demselben Prinzip folgen Rohstoff-Anleihen, die statt an Aktienkurse etwa an den Goldpreis geknüpft sind.

Aktienanleihe oder doch lieber Aktien – was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist, ob Sie als Anleger eher eine sichere Form der Geldanlage suchen, oder ob Sie bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen. Denn obwohl sie sich die Bezeichnungen beider Geldanlagen ähneln – Aktien und Aktienanleihen unterscheiden sich stark.

Während Ihr Ertrag, genannt Rendite, bei Aktienanleihen ein vorher festgelegter Zins ist, sind Sie bei Aktien allein von der Kursentwicklung an der Börse abhängig. Kaufen Sie Aktien, kann es also sein, dass Sie bei einem späteren Verkauf der Unternehmensanteile einen Verlust machen.

Eine Aktienanleihe gleicht dagegen einer Art von Wette: Wie hoch Ihr Gewinn am Ende ausfällt, hängt ebenfalls von der Kursentwicklung der Aktie ab, an den die Anleihe gekoppelt ist. Allerdings bekommen Sie gleichzeitig einen sicheren Zinsertrag auf Ihr eingesetztes Kapital.

Der Nachteil einer Aktienanleihe: Sie haben im Gegensatz zur Aktie keinerlei Einfluss auf das Unternehmen, Sie sind nur der Geldgeber für eine kurze Zeit. Sie erhalten auch keine Dividende, also den Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Das Risiko bei einer Aktienanleihe liegt zwischen dem Risiko einer Aktie (Geldanlage mit Risiko) und dem einer Anleihe (geringes Risiko, konservative Geldanlage).

Welche Risiken gibt es bei Aktienanleihen?

Aktienanleihen bergen grundsätzlich zwei Risiken, das Kursrisiko und das Emittentenrisiko. Beide sollten Sie im Hinterkopf haben, wenn Sie Ihr Geld in Aktienanleihen anlegen.

  1. Kursrisiko: Wer in Aktienanleihen investiert, ist vom Kurs der Aktie abhängig, an die die Anleihe gekoppelt ist. Anders als bei klassischen Anleihen müssen sie bei Aktienanleihen also im Auge behalten, wie sich der Aktienkurs des Unternehmens sowie die Finanzmärkte im Allgemeinen entwickeln. Fällt der Kurs unter den Basiswert der Aktienanleihe, bekommen Sie Ihr verliehenes Geld nicht bar zurück. Schlimmstenfalls stehen Sie am Ende der Laufzeit mit einem Haufen Aktien da, die nur sehr wenig wert sind. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie nur Aktienanleihen kaufen, die an Aktien gekoppelt sind, bei denen Sie eine Wertsteigerung erwarten.
  2. Emittentenrisiko: Das zweite Risiko betrifft den Herausgeber der Aktienanleihen. So ist es zwar nicht sonderlich wahrscheinlich aber doch möglich, dass etwa die Bank, bei der Sie die Aktienanleihe kaufen, zahlungsunfähig wird. Achten Sie deshalb darauf, Aktienanleihen nur bei Anbietern mit einer ausreichend guten Bonität zu erwerben.

Wichtiger Tipp: Kaufen Sie Aktienanleihen nur, wenn Sie deren Funktionsweise und Bedingungen vollständig verstanden haben. Das gilt natürlich auch für alle anderen Geldanlagen.

Wo können Privatanleger Aktienanleihen kaufen?

Aktienanleihen können Sie direkt bei klassischen Banken, bei Direktbanken oder bei Direkthändlern im Internet kaufen. Alternativ können Sie Aktienanleihen auch an der Börse erwerben, wo sie unter Angabe ihrer individuellen Wertpapierkennnummern (WKN) gehandelt werden.

Zu den bekannten Herausgebern von Aktienanleihen zählen Anbieter wie der Vermögensverwalter Vontobel, die Commerzbank, BNP Paribas und die britische Bank HSBC. Gängige Direkthändler von Aktienanleihen sind zum Beispiel Tradegate und Lang & Schwarz.

Wichtig: Für den Handel mit Aktienanleihen benötigen Sie ein Wertpapierdepot, in dem Sie Ihre Aktienanleihen aufbewahren. Ein solches Depot ist bei Direktbanken wie der DKB oder der ING günstiger als bei Filialbanken, die hohe Gebühren verlangen. Einen Vergleich von verschiedenen Depot-Anbietern und den Konditionen finden Sie finden Sie hier.

Was sind Protect-Aktienanleihen?

Unter Protect-Aktienanleihen versteht man eine abgespeckte Variante der klassischen Aktienanleihe. Protect-Aktienleihen werden auch "Aktienanleihe Plus" genannt. Das Prinzip: Der Herausgeber der Protect-Aktienanleihe zahlt Ihnen Ihren Kapitaleinsatz auch dann in bar aus, wenn der Kurs der Aktie unter den Basiswert fällt.

Der Kurs darf dafür am Ende der Laufzeit allerdings nicht unter einer weiteren vorher festgelegte Schwelle liegen – tut er es doch, bekommen Sie erneut kein Bargeld, sondern Aktien. Da das Risiko für Sie als Anleger im Falle von Protect-Aktienanleihen geringer ist, ist allerdings auch ihr Zinssatz geringer als bei klassischen Aktienanleihen.

Ein Beispiel: Sie als Anleger kaufen heute eine Protect-Aktienanleihe auf Aktien der Lufthansa für 1000 Euro. Der angenommene Basispreis der Aktie am Kauftag beträgt 100 Euro. Das heißt, die Anleihe in Höhe von 1000 entspricht 10 Lufthansa-Aktien. Der (deutlich niedrigere) angenommene Zins auf die Protect-Aktienanleihe beträgt drei Prozent, Laufzeit ein Jahr. Als Schutz-Schwelle vereinbart die Bank mit Ihnen einen Kurswert von 80 Euro je Lufthansa-Aktie. Die Bank zahlt Ihnen denen vollen Investitionsbetrag also auch dann zurück, wenn der Wert der Lufthansa-Aktie bis auf ein Niveau von 80 Euro fällt. 

  • Fall 1: Der Kurs der Lufthansa-Aktie ist leicht gefallen und liegt am Ende des Jahres 85 Euro. Obwohl der Kurs den Basiswert von 100 Euro unterschritten hat, erhalten Sie in diesem Fall den vollen Betrag in Höhe von 1000 Euro bar zurück. Zusätzlich bekommen Sie den Zinsertrag von drei Prozent auf die verliehenen 1000 Euro. Sie machen also 30 Euro Gewinn.
  • Fall 2: Die Lufthansa-Aktie ist stärker gefallen. Am Ende der einjährigen Laufzeit kostet eine Aktie nun nur noch 75 Euro. Damit liegt der Preis unterhalb der vereinbarten Schwelle von 80 Euro. In diesem Fall überweist Ihnen die Bank kein Geld, sondern legt Ihnen zehn Aktien für einen Gesamtwert von nunmehr 750 Euro in Ihr Aktiendepot. Verkaufen Sie diese Aktien sofort, machen Sie zunächst 250 Euro Verlust. Die Zinszahlung bleibt davon erneut unberührt: Bar ausgezahlt bekommen Sie wie im ersten Fall 30 Euro, die sich aus der dreiprozentigen Verzinsung Ihres investierten Kapitals in Höhe von 1000 Euro ergeben.

Welche Risiken gibt es bei Aktienanleihen?

Aktienanleihen bergen grundsätzlich zwei Risiken, das Kursrisiko und das Emittentenrisiko. Beide sollten Sie im Hinterkopf haben, wenn Sie Ihr Geld in Aktienanleihen anlegen.

  1. Kursrisiko: Wer in Aktienanleihen investiert, ist vom Kurs der Aktie abhängig, an die die Anleihe gekoppelt ist. Anders als bei klassischen Anleihen müssen sie bei Aktienanleihen also im Auge behalten, wie sich der Aktienkurs des Unternehmens sowie die Finanzmärkte im Allgemeinen entwickeln. Fällt der Kurs unter den Basiswert der Aktienanleihe, bekommen Sie Ihr verliehenes Geld nicht bar zurück. Schlimmstenfalls stehen Sie am Ende der Laufzeit mit einem Haufen Aktien da, die nur sehr wenig wert sind. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie nur Aktienanleihen kaufen, die an Aktien gekoppelt sind, bei denen Sie eine Wertsteigerung erwarten.
  2. Emittentenrisiko: Das zweite Risiko betrifft den Herausgeber der Aktienanleihen. So ist es zwar nicht sonderlich wahrscheinlich aber doch möglich, dass etwa die Bank, bei der Sie die Aktienanleihe kaufen, zahlungsunfähig wird. Achten Sie deshalb darauf, Aktienanleihen nur bei Anbietern mit einer ausreichend guten Bonität zu erwerben.

Wichtiger Tipp: Kaufen Sie Aktienanleihen nur, wenn Sie deren Funktionsweise und Bedingungen vollständig verstanden haben. Das gilt natürlich auch für alle anderen Geldanlagen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Finanztip.de
  • Finanztreff.de
  • Consorsbank.de
  • Commerzbank.de
  • ​Capital.de
  • Finanzen.net
  • weitere Quellen
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