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Rente ohne Geldsorgen: So viel Geld müsste jetzt auf Ihrem Konto sein

Lebensstandard halten  

So viel Geld müssten Sie jetzt auf dem Konto haben

23.10.2020, 07:40 Uhr
Das Rentensystem in Deutschland

Das Rentenversicherungssystem basiert auf dem sogenannten Generationenvertrag. Doch das stellt Deutschland vor ein Problem. (Quelle: t-online.de)

Rentensystem in Deutschland: Wie es derzeit noch funktioniert und warum es ein akutes Problem gibt. (Quelle: t-online.de)


Die Rente ohne Geldsorgen verbringen, keine Abstriche machen müssen – so wünschen es sich wohl die meisten. Doch nur die wenigsten haben ausgerechnet, wie viel Geld sie im Ruhestand ganz konkret benötigen. Eine neue Untersuchung zeigt es Ihnen.

Ein gutes Buch in der einen, Cocktail mit Schirmchen in der anderen Hand und sich nicht mehr sorgen müssen – zumindest nicht um seine Finanzen: So oder ähnlich erträumen sich vermutlich viele Deutsche ihren Ruhestand.

Doch die gesetzliche Rente allein wird den Traum nicht erfüllen. Sie sollten zusätzlich selber Geld sparen – oder noch besser: investieren.

Aber wie viel Geld genau sollten Sie Monat für Monat zurücklegen? Wie viel müsste schon jetzt auf Ihrem Konto sein, damit Sie im Alter Ihren Lebensstandard halten können? Und welche Möglichkeiten gibt es, wenn Sie beim Sparen hinterherhinken? Eine Untersuchung der Geldanlage-Plattform Weltsparen zeigt es Ihnen.

Zur Methode:
Die Berechnungen basieren auf einem Berufseinstieg von 25 Jahren, einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren von Männern und Frauen. Im Schnitt beträgt die Zeit in Rente damit etwa 14 bis 15 Jahre mit steigender Tendenz. Steuern und Inflation wurden berücksichtigt. Um besser vergleichen zu können, wurde bei der Berechnung des Nettogehalts zudem angenommen, dass die Personen unverheiratet sind, keine Kinder haben, in Steuerklasse 1 veranlagt sind, in einem alten Bundesland wohnen, gesetzlich pflichtversichert sind und Kirchensteuer zahlen. 

Wie viel Geld sollte ich mit 30 Jahren auf dem Konto haben?

Wenn Sie im Alter Ihren jetzigen Lebensstandard halten wollen, sollten Sie bereits heute rund 40.000 Euro auf der hohen Kante haben – also ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt. Die Summe ergibt sich wie folgt:

30-Jährige verdienen brutto im Schnitt 45.213 Euro, netto pro Monat damit 2.319 Euro. Das ergibt für unverheiratete Personen ohne Kinder einen gesetzlichen Rentenanspruch von etwa 1.400 Euro pro Monat. Im Schnitt werden damit monatlich also mehr als 900 Euro fehlen, um im Alter den jetzigen Lebensstandard zu halten (2.319 Euro - 1.400 Euro = 919 Euro).

Insgesamt macht das bei 15 Jahren Rente hochgerechnet 165.000 Euro unter Berücksichtigung der Inflation, also der Tatsache, dass Ihr Geld mit den Jahren an Wert verliert.

Angenommen, Sie kommen der Empfehlung von Experten nach, jeden Monat 10 Prozent Ihres Nettogehalts zu sparen, dann könnten Sie bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren noch rund 125.000 Euro zusammenbekommen – 40.000 Euro zu wenig (165.000 Euro - 125.000 Euro = 40.000 Euro). Diese sollten Sie also am besten jetzt schon angespart haben.

* bei 15 Jahren Rente
** monatlich zehn Prozent des Nettogehalts bis 67 Jahre

Wie viel Geld sollte ich mit 40 Jahren auf dem Konto haben?

Hier sollten Sie schon deutlich mehr angespart haben: 95.000 Euro nämlich. So kommt es zu dieser Zahl:

40-Jährige verdienen in Deutschland aktuell im Schnitt 55.627 Euro brutto im Jahr, also etwa 2.723 Euro netto im Monat. Sie können damit mit einer monatlichen Rente von rund 1.650 Euro rechnen. Zum jetzigen Nettogehalt klafft also jeden Monat eine Lücke von etwa 1.070 Euro (2.723 Euro - 1.650 Euro = 1.073 Euro).

Insgesamt fehlen über einen Zeitraum von 15 Jahren Rentenbezug 190.000 Euro – wenn man mit einrechnet, dass das Geld durch die Inflation auch noch weniger wert wird.

Sparen Sie ab sofort monatlich 10 Prozent Ihres Nettogehalts, schaffen Sie es allerdings nur auf eine Ersparnis von 95.000 Euro. Genauso viel müssen Sie bereits jetzt besitzen, um die Lücke zu schließen (190.000 Euro - 95.000 Euro = 95.000 Euro).

Wie viel Geld sollte ich mit 50 Jahren auf dem Konto haben?

Einen ordentlichen Batzen: 132.000 Euro. Die wären nötig, um Ihren jetzigen Lebensstandard auch im Ruhestand halten zu können. Wie man auf diese Zahl kommt? So:

50-Jährige verfügen in Deutschland derzeit über ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 58.121 Euro im Jahr. Monatlich gehen auf ihrem Konto also etwa 2.826 Euro netto ein.

Als gesetzliche Rente stehen ihnen später aber nur 1.700 Euro zu – etwa 1.130 Euro weniger jeden Monat (2.826 Euro - 1.700 Euro = 1.126 Euro). Über 15 Jahre im Ruhestand entspräche diese Lücke insgesamt 193.000 Euro, wenn man berücksichtigt, dass die Inflation am Wert des Geldes knabbert.

Legen Sie nun monatlich 10 Prozent des Nettogehalts zur Seite, könnten Sie bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren noch 61.000 Euro ansparen – also besagte 132.000 Euro zu wenig, um die Rentenlücke auszugleichen.

Wie viel Geld sollte ich mit 60 Jahren auf dem Konto haben?

Idealerweise 163.000 Euro. Nur so wäre es Ihnen möglich, sich im Ruhestand genauso viel leisten zu können wie aktuell. Die Summe berechnet sich folgendermaßen:

Eine heute 60-jährige Person kommt im Jahr auf ein Gehalt von durchschnittlich 58.658 Euro brutto, monatlich damit auf 2.845 Euro netto. Bleibt der Verdienst bis zum Renteneintritt so, dürfen Sie mit einer Rente von rund 1.700 Euro rechnen. Das sind 1.145 Euro weniger, als Sie derzeit pro Monat verdienen (2.845 Euro - 1.700 Euro = 1.145 Euro).

Beziehen Sie nun 15 Jahre lang Rente, wächst die Lücke auf insgesamt 190.000 Euro an – dass Ihr Geld durch die Inflation immer weniger wert wird, ist hierbei bereits berücksichtigt.

Sparen Sie bis zum Renteneintritt jeden Monat 10 Prozent Ihres Nettogehalts, haben Sie am Ende 27.000 Euro angespart – also 163.000 Euro zu wenig, um so weiter leben zu können wie bisher (190.000 Euro - 27.000 Euro = 163.000 Euro).

Was kann ich tun, wenn ich zu wenig Geld gespart habe?

Die Berechnungen gehen davon aus, dass Sie Ihr Geld einfach nur auf einem zinslosen Girokonto oder Sparbuch parken. So kann es nicht für Sie arbeiten und verliert bloß beständig durch die Inflation an Wert. Gehen Sie so vor, werden Sie sich im Alter einschränken müssen – sofern Sie eben nicht die oben errechneten, teils sehr hohen Beträge gespart haben.

Besser wäre es, Sie legten das Ersparte regelmäßig an. Gut geeignet dafür sind sogenannte Indexfonds, kurz ETFs ("Exchange Traded Funds"). ETFs sind spezielle Aktienfonds, also ganze Körbe aus vielen verschiedenen Aktien, bei denen ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie zum Beispiel den Dax oder den MSCI World nachbildet.

ETFs haben damit anders als aktive Investmentfonds nicht das Ziel, sich besser zu entwickeln als der Gesamtmarkt, sondern sich stattdessen genauso zu entwickeln wie der Index, den sie abbilden. 

Der große Vorteil von ETFs: Sie sind deutlich günstiger als aktive Fonds, die von einem Manager verwaltet werden, wodurch Sie am Ende mit einem höheren Ertrag, auch Rendite genannt, rechnen können. Hier gilt allerdings: Je früher Sie anfangen, desto besser. Denn je länger Sie in ETFs investiert sind, desto stärker schlägt nicht nur der Zinseszinseffekt zu Buche, sondern desto eher können Sie kurzfristige Krisen aussitzen – und damit kurzfristige Verluste auf lange Sicht wieder wettmachen.

Andererseits gilt aber auch: besser überhaupt investieren als gar nicht. Sie können einen ETF-Sparplan schließlich auch über das Renteneintrittsalter hinaus weiter führen. 

Experten von Weltsparen haben für verschiedene Altersstufen ausgerechnet, wie sich Ihr Erspartes vermehrt, wenn Sie es bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren bei einer durchschnittlichen Rendite von 5 Prozent in einen ETF-Sparplan anlegen. Sie sehen: Früh anfangen lohnt sich. Denn wenn Sie mit 30 Jahren starten, schaffen Sie es nicht nur, die Rentenlücke von 165.000 Euro zu schließen, Sie bekommen sogar noch 123.000 Euro zusätzlich heraus (288.000 Euro - 165.000 Euro = 123.000 Euro).

* wenn zehn Prozent des Nettogehalts investiert werden

Verwendete Quellen:

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