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Pensionsfonds in der betrieblichen Altersvorsorge: Welche Vorteile er bietet


Betriebliche Altersvorsorge  

Welche Vorteile ein Pensionsfonds bietet

28.03.2021, 17:09 Uhr
Pensionsfonds in der betrieblichen Altersvorsorge: Welche Vorteile er bietet. Frau am Laptop (Symbolbild): Ein Pensionsfonds ist eine Variante der betrieblichen Altersvorsorge. (Quelle: imago images/Westend61)

Frau am Laptop (Symbolbild): Ein Pensionsfonds ist eine Variante der betrieblichen Altersvorsorge. (Quelle: Westend61/imago images)

Der Pensionsfonds ist eine Variante der betrieblichen Altersvorsorge. Er bietet vergleichsweise hohe Renditen – aber auch ein höheres Risiko. Was Sie über einen Pensionsfonds wissen sollten.

Wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, kommt womöglich früher oder später die Frage auf, ob Sie betrieblich vorsorgen möchten. In diesem Fall legt Ihr Arbeitgeber automatisch einen Teil Ihres Lohnes an. Dabei hat er mehrere Möglichkeiten, bietet aber oft nicht alle an.

Eine Variante, die einen ordentlichen Ertrag bietet, Rendite genannt, ist der sogenannte Pensionsfonds. Doch wie funktioniert dieser Fonds? Was bringt er mir? Und wie kann ich mir den Pensionsfonds auszahlen lassen? t-online klärt die wichtigsten Fragen.

Was ist ein Pensionsfonds – und wie funktioniert er?

Ein Pensionsfonds ist eine Variante der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Über ein Pensionsfonds legen Sie Ihr Geld an der Börse an. Ein Fonds ist eine Art Korb, der das Geld von Anlegern einsammelt und breit gestreut investiert – etwa in Aktien. Mehr dazu lesen Sie hier. Ein Pensionsfonds funktioniert genauso.

Deshalb bietet die Investition in einen Pensionsfonds in der Regel eine höhere Rendite als etwa eine Direktversicherung, eine weitere Form der betrieblichen Altersvorsorge. Allerdings ist auch das Risiko höher, eine Garantieverzinsung gibt es dabei nicht.

Rechtlich betrachtet ist ein Pensionsfonds eine eigenständige Versorgungseinrichtung, allerdings angesiedelt bei einer Versicherung. So gibt es etwa einen Pensionsfonds der Allianz- oder der R+V-Versicherung.

Wie ein Pensionsfonds funktioniert

In der Praxis funktioniert ein Pensionsfonds im Grunde wie die anderen Formen der Betriebsrente. Der Arbeitgeber sucht einen Vertrag für die Mitarbeiter aus, die betrieblich über einen Pensionsfonds vorsorgen möchten. Nun überweist Ihr Arbeitgeber in der Regel einen Teil Ihres Gehaltes an die Versicherung. Man spricht in diesem Fall auch von einer Entgeltumwandlung.

Zusätzlich zu der Entgeltumwandlung gibt der Arbeitgeber einen Teil dazu. Der Clou dabei: Für alle Neuverträge seit 2019 ist der Arbeitgeberzuschuss verpflichtend.

Wenn Sie über die Entgeltumwandlung Geld in den Pensionsfonds einzahlen, muss Ihr Arbeitgeber 15 Prozent dazuzahlen, wenn er dadurch Sozialversicherungsbeiträge spart. Ab 2022 gilt diese Regel ebenfalls für bestehende Verträge.

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Pensionsfonds?

Um beurteilen zu können, ob sich ein Pensionsfonds lohnt, sollten Sie die genauen Bedingungen kennen. Allerdings kann Ihnen ein Überblick über Vorteile und Nachteile bei der Auswahl der betrieblichen Altersvorsorge helfen.

Vorteile des Pensionsfonds

  • Rendite: Die Gelder legt der Pensionsfonds an der Börse an. Deshalb winken hier höhere Renditen als bei anderen Arten der Betriebsrente.
  • Kosten: Wenn der Arbeitgeber einen Vertrag mit dem Pensionsfonds für viele Beschäftigte gleichzeitig abschließt, gibt es meist einen Gruppenrabatt. Der Vertrag wird also günstiger.

Nachteile des Pensionsfonds

  • Risiko: Da der Pensionsfonds das Geld an der Börse anlegt, ist das Risiko hier höher als bei anderen Varianten der betrieblichen Altersvorsorge. Auch gibt es beim Pensionsfonds keine Mindestverzinsung. Ihre eingezahlten Beiträge sind zwar gesichert – doch es kann sein, dass Sie am Ende eben nur diese herausbekommen.
  • Auszahlung: Sie können sich zwar den Pensionsfonds auf einmal auszahlen lassen. Doch dann müssen Sie bisweilen hohe Steuern zahlen (siehe unten).

Was muss ich bei der Steuer auf den Pensionsfonds beachten?

Bei der Steuer auf die Beiträge in den Pensionsfonds gelten Höchstgrenzen. Sie richten sich nach der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Bis zu acht Prozent des Grenzbetrags sind steuerfrei.

Die Beitragsbemessungsgrenze liegt im Jahr 2020 bei 7.100 Euro im Westen und 6.700 Euro im Osten. Pro Monat ergibt sich so eine Freigrenze von 568 Euro bzw. 536 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt zum Beginn jedes Jahres.

Gut zu wissen: Auch bei den Sozialabgaben auf die Beiträge zur Rente gelten Höchstgrenzen, die sich nach der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rente richten. So sind die Beiträge bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze sozialabgabenfrei.

Auf die monatlichen Rentenzahlungen aus dem Pensionsfonds zahlen Sie dann Ihren persönlichen Einkommenssteuersatz. Dieser ist in der Rente in der Regel deutlich niedriger als im Erwerbsleben.

Wenn Sie sich den Pensionsfonds auf einmal auszahlen lassen, müssen Sie aber mit deutlich höheren Steuern rechnen (siehe unten).

Wie kann ich mir den Pensionsfonds auszahlen lassen?

Wenn Sie sich den Pensionsfonds auszahlen lassen möchten, haben Sie ein Kapitalwahlrecht. Das heißt: Sie können sich zwischen drei Varianten entscheiden.

Entweder lassen Sie sich den Pensionsfonds bei Renteneintritt als monatliche Rentenzahlungen überweisen. Das ist für Sie die günstigste Methode, denn die Steuer fällt in der Regel nicht so stark ins Gewicht.

Gut zu wissen: Auf die Auszahlung des Pensionsfonds müssen Sie auch Sozialabgaben zahlen.

Bei Auszahlung des Pensionsfonds auf Versteuerung achten

Sie können sich aber auch den Pensionsfonds auf einmal auszahlen lassen, etwa wenn Sie zum Renteneintritt eine größere Summe an Geld benötigen. Doch beachten Sie: Sie müssen den Betrag voll mit Ihrem Einkommenssteuersatz versteuern. Das kann sehr teuer werden, wenn Sie gerade aus dem Berufsleben kommen – und einen hohen Steuersatz zahlen müssen.

Eine dritte Möglichkeit ist: Sie können sich den Pensionsfonds zu 30 Prozent auszahlen lassen, der Rest des Betrages wird Ihnen dann monatlich überwiesen. Doch auch hier kann der Steuersatz sehr hoch sein, so dass sich diese Auszahlungsvariante womöglich nicht lohnt.

Gut zu wissen: Sie können sich den Pensionsfonds auch vor dem Renteneintritt auszahlen lassen. Allerdings werden in dem Fall hohe Nachzahlungen an Sozialabgaben fällig. Es wird sich daher kaum lohnen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • ihre-vorsorge.de
  • transparent-beraten.de
  • weltsparen.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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