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Post vom Inkassob├╝ro? So erkennen Sie Abzocker

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 29.12.2021Lesedauer: 5 Min.
Brief in der Hand (Symbolbild): Wer Post vom Inkassob├╝ro erh├Ąlt, sollte diese genau pr├╝fen.
Brief in der Hand (Symbolbild): Wer Post vom Inkassob├╝ro erh├Ąlt, sollte diese genau pr├╝fen. (Quelle: AndreyPopov/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Kommt ein Brief vom Inkassounternehmen, sollten Verbraucher vorsichtig sein. Berechtigte Forderungen m├╝ssen sie zwar bezahlen. Doch manchmal stammen die Schreiben auch von Betr├╝gern.

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Was ist Inkasso ÔÇô und wie funktioniert es?
  • Wie kann ich pr├╝fen, ob ein Inkassoschreiben echt ist?
  • So checken Sie einen Inkassobrief
  • Was mache ich bei einem falschen Inkassobrief?

Sex-Hotlines, Gewinnspielaktionen oder Musik-Streaming-Dienste: Immer wieder landen Rechnungen dubioser Dienstleister und H├Ąndler in den Briefk├Ąsten ahnungsloser Verbraucher. Die Absender sind h├Ąufig Inkassounternehmen, die f├╝r ihre Auftraggeber angeblich offene Forderungen eintreiben.

Auch wenn sich die Empf├Ąnger der Briefe keiner Schuld bewusst sind, zahlen sie dennoch oft aus Unsicherheit. Das Problem: Nicht selten sind die Forderungen aus der Luft gegriffen. t-online zeigt Ihnen, wie Sie unseri├Âse Inkassoschreiben erkennen k├Ânnen ÔÇô und wie Sie darauf reagieren sollten.

Was ist Inkasso ÔÇô und wie funktioniert es?

Inkasso hei├čt, dass ein Gl├Ąubiger Forderungen des Schuldners einzieht. Das Wort kommt aus dem Italienischen und meint "einkassieren" oder "Geld einziehen".

In der Praxis l├Ąuft dies in der Regel so ab: Wenn Sie etwas im Internet bestellen und die Rechnung nicht bezahlen, erhalten Sie meist mindestens eine, h├Ąufig auch eine zweite Mahnung von dem Unternehmen, dem Sie Geld schulden. Zahlen Sie immer noch nicht, beauftragt das Unternehmen h├Ąufig einen extra Dienstleister, einen Rechtsanwalt oder ein Inkassob├╝ro.

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Dieser Inkassodienstleister leitet dann ein sogenanntes Inkassoverfahren ein, das Sie auch etwas kostet (siehe unten): Das B├╝ro pr├╝ft die Forderungen gegen Sie und schickt Ihnen ein entsprechendes Inkassoschreiben.

Sollte dies korrekt sein, und Sie haben die Forderungen noch nicht gezahlt, sollten Sie dies sp├Ątestens nun tun (siehe unten). Denn der n├Ąchste Schritt ist ein gerichtlicher Mahnbescheid. In diesem Fall m├╝ssen Sie auch mit einem negativen Eintrag bei einer Auskunftei wie der Schufa rechnen.

Gut zu wissen: W├Ąhrend des Inkassoverfahrens ist Ihr erster Ansprechpartner nicht mehr das urspr├╝ngliche Unternehmen selbst, sondern das Inkassob├╝ro. Das hei├čt, wenn Sie Fragen zu den Forderungen haben, m├╝ssen Sie sich an das Inkassounternehmen wenden. Auch die ├ťberweisung der Rechnung geht ans Inkassob├╝ro.

Es kann allerdings sein, dass Forderungen des Inkassounternehmens unberechtigt sind, oder gar das Inkassoschreiben gef├Ąlscht ist. Das k├Ânnen Sie leicht ├╝berpr├╝fen (siehe unten).

Wie kann ich pr├╝fen, ob ein Inkassoschreiben echt ist?

Sollten Sie ein Schreiben eines Inkassounternehmens erhalten, verfallen Sie nicht in Panik. Zun├Ąchst sollten Sie pr├╝fen, ob es sich um eine berechtigte Forderung handelt. Wom├Âglich erinnern Sie sich durch das Inkassoschreiben wieder an Ihren Kauf ÔÇô und an die Rechnung.

Doch es kann auch sein, dass Sie f├╝r den Online-Einkauf keine Abbuchungsbest├Ątigung erhalten haben. In diesem Fall sollten Sie Ihre Kontoausz├╝ge kontrollieren. M├Âglich ist etwa, dass man sich zum Beispiel beim Bezahlen per Lastschrift bei der Eingabe der Kontonummer vertippt hat. Ist aber alles korrekt, m├╝ssen Sie die Forderung nicht begleichen (siehe unten).

So checken Sie einen Inkassobrief

Stellen Sie aber fest, dass es sich nicht um eine berechtigte Forderung handelt, stammt das Schreiben h├Âchstwahrscheinlich von Betr├╝gern. Folgende Indizien sprechen daf├╝r:

  • Angaben im Briefkopf: Betr├╝ger nutzen oftmals die Identit├Ąt seri├Âser, registrierter Unternehmen ÔÇô sie verwenden dann zum Beispiel deren Logo oder Firmennamen. Kontrollieren Sie, ob die Angaben im Briefkopf mit dem Rest des Briefes ├╝bereinstimmen.
  • Bankverbindung: ├ťberpr├╝fen Sie die Bankverbindung, auf die Sie das Geld ├╝berweisen sollen. Bei den ersten zwei Buchstaben sollte ein "DE" f├╝r Deutschland stehen. Verweist die Bankverbindung ins Ausland, spricht das oft daf├╝r, dass es sich um einen unseri├Âsen Absender handelt.
  • Formulierungen: Inkassob├╝ros unterliegen bestimmten Informationspflichten. Laut Gesetzgeber m├╝ssen sie bereits im ersten Mahnschreiben genaue Angaben zur Forderung machen. Sie m├╝ssen etwa den Grund, die genaue H├Âhe sowie die Zinsen und den Namen sowie die Anschrift des Inkassob├╝ros nennen. Finden sich solche Angaben nicht, ist das Schreiben wahrscheinlich nicht echt. Inkassob├╝ros d├╝rfen auch etwa nicht mit einem negativen Schufa-Eintrag, der Polizei oder dem Gericht drohen.
  • Rechtschreibfehler: Finden sich in dem Inkassoschreiben offensichtliche Rechtschreibfehler oder Ihr Name ist falsch geschrieben, spricht das ebenfalls f├╝r einen Betrug.

Gut zu wissen: Auch per E-Mail und SMS k├Ânnen Inkassoschreiben hereinkommen. Erhalten Sie aber keinen zus├Ątzlichen Brief mit der gleichen Aufforderung, sollten Sie skeptisch sein ÔÇô und die Forderungen nach den obengenannten Kriterien kontrollieren.

Wer sich unsicher ist, kann direkt bei dem Inkassob├╝ro nachfragen. Seri├Âse Dienstleister werden den Zahlungsanspruch des Gl├Ąubigers klar und deutlich darlegen.

Tipp: Sie k├Ânnen sich auch an die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes wenden. Oder nutzen Sie gleich den Inkasso-Check der Verbraucherzentrale. Diesen finden Sie hier. Zudem hat die Verbraucherzentrale Brandenburg eine Liste von Fake-Inkassofirmen zusammengestellt. Sie finden diese hier.

Was mache ich bei einem falschen Inkassobrief?

Erhalten Verbraucher eine Spam-E-Mail oder eine falsche Mahnung, sollten sie nicht direkt darauf antworten. "Bemerken Betr├╝ger, dass da jemand reagiert, lassen sie am Ende nie locker", warnt Marco Weber vom Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU).

Besser ist es, den Vorfall bei der Polizei anzuzeigen ÔÇô "damit die Beh├Ârden mit der Macht des Gesetzes dagegen vorgehen k├Ânnen", so Weber.

Das hei├čt: Im Zweifel den Brief oder die Mail einfach ignorieren. Nichtstun ist in diesem Fall besser als den Betr├╝gern zu schreiben.

Bei unberechtigten Forderung schriftlich widersprechen

Es kann sein, dass sich zwar die Firma als seri├Âs herausstellt, aber die Forderung unberechtigt ist ÔÇô etwa weil Sie den Betrag bereits ├╝berwiesen haben oder ein Vertrag unrechtm├Ą├čig zustande gekommen ist. Das kann passieren, wenn Sie am Telefon an der falschen Stelle "ja" gesagt oder im Internet an der falschen Stelle geklickt haben.

In diesem Fall sollten Sie gegen├╝ber dem angeblichen Gl├Ąubiger der Forderung schriftlich widersprechen: Schicken Sie ihm einen Brief, und erkl├Ąren Sie, warum die Forderungen unrechtm├Ą├čig sind. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an die Verbraucherzentrale oder einen Anwalt. Nichtstun ist hier keine Option.

Was Sie bei berechtigten Forderungen tun sollten

Berechtigte Forderungen sollten Betroffene hingegen nicht ignorieren. Sonst k├Ânnen sich die Kosten summieren.

Au├čerdem drohen rechtliche Konsequenzen wie eine Klage oder ein Mahnbescheid des Gerichtes. Unter Umst├Ąnden kommt der Zwangsvollstrecker. Hier sollten Sie also auf jeden Fall handeln.

Gut zu wissen: Falls Sie gerade einen finanziellen Engpass haben, k├Ânnen Sie in der Regel eine Ratenzahlung vereinbaren.

Was Sie ├╝ber Inkassogeb├╝hren wissen sollten

Ist die Forderung berechtigt, m├╝ssen Sie die entsprechenden Geb├╝hren des Inkassounternehmens bezahlen. "Der Betrag berechnet sich je nach Aufwand seiner T├Ątigkeit und dem Streitwert der geltend gemachten Forderung ÔÇô auf Grundlage der Rechtsanwaltsgeb├╝hrenordnung", erkl├Ąrt Reichertz.

Folgende Geb├╝hren etwa darf das Inkassounternehmen von Ihnen erheben, sofern die Forderung berechtigt ist:

  • Verzugszinsen: Diese d├╝rfen h├Âchstens Prozentpunkte ├╝ber dem aktuellen Basiszinssatz der Europ├Ąischen Zentralbank liegen. Dieser rangiert zurzeit bei -0,88 Prozent.
  • Kosten f├╝r die Mahnung: Die erste Mahnung darf nichts kosten, die Briefe ab der zweiten Mahnung h├Âchstens jeweils 2,50 Euro.
  • Gerichtlicher Mahnbescheid: Auch den gerichtlichen Mahnbescheid darf das Inkassounternehmen dem Schuldner in Rechnung stellen. Dasselbe gilt f├╝r eine Zwangsvollstreckung.
  • Porto- oder Zustellung: Auch Kosten f├╝r die Zustellung oder Portokosten kann das Inkassounternehmen bis zu einer bestimmten H├Âhe auf den Schuldner abw├Ąlzen.

Besteht aber keine berechtigte Hauptforderung, darf das Inkassob├╝ro vom Verbraucher nach Auffassung von Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Th├╝ringen auch keine Geb├╝hren f├╝r seine T├Ątigkeit verlangen.

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