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Testament hinterlegen: Zwei Wege zur amtlichen Verwahrung

Erbschaft  

Testament hinterlegen: Zwei Wege zur amtlichen Verwahrung

10.03.2019, 15:41 Uhr | sm, dpa-tmn

Testament hinterlegen: Zwei Wege zur amtlichen Verwahrung. Testament in deutscher Sprache mit Signatur (Quelle: imago images/blickwinkel)

Wer sein Testament selbst verfasst und dem Nachlassgericht gibt, sollte bedenken: Die Behörde prüft es nicht auf formelle oder inhaltliche Fehler. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Wer sein Erbe regeln will, macht ein Testament. Doch wo wird das Dokument hinterlegt? Und was gibt es alles zu beachten? Für die amtliche Verwahrung gibt es zwei Wege.

1. Weg: Der Notar verfasst das Testament mit Ihnen

Einer der Wege führt über einen Notar. Der berät zur Ausgestaltung des Testaments, erstellt den Entwurf und beurkundet dann den letzten Willen. Vom Notar wird das Testament automatisch zur Verwahrung an das zuständige Amtsgericht übergeben und außerdem im Zentralen Testamentsregister eingetragen. 

Für das eingereichte Testament wird ein Hinterlegungsschein ausgestellt. Wer den Vorgang geheimhalten will, kann aber auch darauf verzichten.

So finden Sie einen passenden Notar

Bei der Suche nach einem Notar hilft das Portal www.notar.de der Bundesnotarkammer weiter. Dort kann unter anderem nach dem Umkreis oder auch Sprachkenntnissen gefiltert werden. Doch auch in Branchenbüchern wie den Gelben Seiten oder über Web-Suchmaschinen wird man fündig.

Die Kosten für den Notar sind abhängig vom Vermögen

Die Notarkosten sind abhängig vom Nettovermögen des Testierenden. Darunter fallen Geldwerte oder auch Immobilien. Verbindlichkeiten werden bis zu einem bestimmten Grad abgezogen. Für 50.000 Euro Nettovermögen fallen zum Beispiel 165 Euro Notarkosten an. Hinzu kommen 75 Euro Hinterlegungskosten für die Aufbewahrung beim Amtsgericht. Der Registereintrag schlägt mit 15 Euro zu Buche.

2. Weg: Sie verfassen das Testament selbstständig

Der zweite Weg ist, das Testament selbst zu verfassen. Auch in diesem Fall kann es bei einem Amtsgericht hinterlegt werden. Einreichen darf es der Testierende per Post und persönlich oder er lässt es einen Dritten vorbeibringen. Der Antrag auf Verwahrung bedarf dabei keiner besonderen Form. Die Hinterlegungskosten fallen in gleicher Höhe wie beim Notar an, der Registereintrag ist mit 18 Euro etwas teurer. Dafür entfallen die Kosten für die Dienste des Rechtsexperten.

Sie verfassen Ihr Testament selbst? Vorsicht vor Fehlern!

Wer sein Testament selbst verfasst und dem Nachlassgericht gibt, sollte bedenken: Die Behörde prüft es nicht auf formelle oder inhaltliche Fehler. Ist das Dokument dadurch unwirksam, gilt nach dem Tod im Zweifel die gesetzliche Erbfolge.

Allgemein wichtig: Wer selbst ein Testament aufsetzt, muss das handschriftlich machen, Verfassungsort und -datum festhalten und unterschreiben.

Ein Testament soll Streitigkeiten zwischen Angehörigen vermeiden. Wichtig ist in diesem Fall, dass der Erblasser den oder die Erben konkret namentlich benennt. Darauf macht das Deutsche Forum für Erbrecht aufmerksam. Zwar besteht keine Pflicht dazu, allerdings können allgemeine Formulierungen zu Verwechslungen führen. Zumal das Gesetz verlangt, dass der Erblasser eine Person bestimmt, die zuverlässig festgestellt werden kann. Unklare Formulierungen wie "Derjenige, der den zuletzt verstorbenen Ehegatten begleitet und gepflegt hat, soll der Alleinerbe sein" können unwirksam sein.

Grundsätzlich darf ein Testament überall aufbewahrt werden – sogar unter dem Kopfkissen. Vor Verlust und Unterdrückung, wenn also ein Nachkomme das Testament zurückhält, schützt aber nur eine amtliche Verwahrung.


Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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