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So kommen Sie mit einem Sparplan zu Vermögen

"Jeder sollte einen haben"  

So kommen Sie mit einem Sparplan zu Vermögen

11.12.2017, 17:29 Uhr | Thomas Badtke, t-online.de

So kommen Sie mit einem Sparplan zu Vermögen. Mann an Taschenrechner und Unterlagen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/wutwhanfoto)

2018 geht die Niedrigzinsphase in der Eurozone bereits in das neunte Jahr: im Mai 2009 senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 1,00 Prozent. (Quelle: wutwhanfoto/Thinkstock by Getty-Images)

Das gute alte Sparbuch hat ausgedient. Gerade in der jetzigen Niedrigzinszeit boomen Sparpläne. Was verbirgt sich dahinter? Wofür sind sie einsetzbar? Für wen sind sie interessant? Und: Was zeichnet sie aus? Experten verraten es.

2018 geht die Niedrigzinsphase in der Eurozone bereits in das neunte Jahr: im Mai 2009 senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 1,00 Prozent. Seit März 2016 liegt er bei null. Bei der Suche nach Alternativen zum jahrzehntelang beliebten, weil gut verzinsten, Sparbuch landen immer mehr Deutsche bei einem Sparplan.

Allein die Fondsgesellschaft der Sparkassen, Deka, verzeichnete nach eigenen Angaben in den ersten neun Monaten dieses Jahres 430.000 neue Sparplan-Abschlüsse, nachdem es im Gesamtjahr 2016 300.000 waren. Insgesamt betreut die Deka derzeit 3,9 Millionen Sparplan-Verträge. Dabei legen die meisten Kunden monatlich im Schnitt 170 Euro beiseite.

Mit Selbstdisziplinierung zum Erfolg

Der zunehmende Erfolg des Sparplans hat mehrere Gründe. Für Norbert Hagen, Vorstand der ICM InvestmentBank, gehört dazu etwa der "Selbstdisziplinierungseffekt": "Für den Sparplan muss der Kunde eine Summe X laufend von seinem zur Verfügung stehenden Nettoeinkommen abknapsen. Und dabeibleiben, in guten wie in schlechten Zeiten", beschreibt er ihn.

Den perfekten Einstiegszeitpunkt zum Aktienkauf gibt es nicht

Einen weiteren Grund sieht Elmar Gaugenrieder, Vermögensaufbauspezialist im Vorsorgemanagement der Deka, darin, dass die Sparer und Anleger aus der Vergangenheit gelernt haben: "Die Krisen am Aktienmarkt zu Beginn des Jahrtausends und um 2008/2009 herum haben ihnen gezeigt, dass es den einen, perfekten Einstiegszeitpunkt zum Kauf von Aktien, Fonds etc. nicht gibt, sondern es durchaus Sinn macht, mit regelmäßigen Einmalanlagen im Auf und Ab der Börsen in die langfristig attraktiven Kapitalmärkte einzusteigen", erklärt er.

"Sie haben erkannt, dass es sinnvoller ist, regelmäßig chancenreich zu sparen, also Geld beiseite zu legen und für sich Erträge erwirtschaften zu lassen, um Sparziele besser erreichen zu können", sagt Gaugenrieder. "Bei kapitalmarktbasierten Sparplänen kann das selbst in der jetzigen Nullzinsphase gelingen."

Sparplanziel vorab festlegen

"Sparplan heißt: Ich lege Geld beiseite für Ziele, die ich kurz-, mittel- oder langfristig habe – und das regelmäßig, und so, dass es Erträge erwirtschaftet", sagt Gaugenrieder. "Den Anlagehorizont gilt es dabei vorab klar zu definieren und im Auge zu behalten, denn es ist entscheidend für die Auswahl des zu besparenden Fonds. Die gibt es für die unterschiedlichsten Chance-Risiko-Bedürfnisse."

Notgroschen ansparen mit schwankungsarmen Fonds

Der Deka-Spezialist erklärt: "Man kann sich so mit einem schwankungsarmen Fonds etwa einen Notgroschen ansparen, falls etwa die Waschmaschine kaputtgeht und kurzfristig über das Guthaben verfügt werden muss. Man kann auch für größere Wünsche sparen, etwa für den Kauf eines Autos oder einer Immobilie – ein chancenreicher Fonds passt da zum längeren Zeithorizont. Auch macht es Sinn, für Dritte zu sparen, etwa Kinder oder Enkelkinder. Und man kann Rücklagen für etwas Unvorhergesehenes in der Zukunft bilden."

Langfristiger Vermögensaufbau

Für Michael Beumer, Leiter des Teams Geldanlage beim Verbrauchermagazin "Finanztest", ist ein Sparplan deshalb für jeden interessant, der "mit kleinen Summen regelmäßig sparen" will. Das Ziel sollte dabei in erster Linie sein, "langfristig Vermögen aufzubauen". In der jetzigen Nullzinsphase rät der Experte deshalb zum Abschluss von Aktienfondssparplänen: "Sie sind flexibel und es gibt Produkte ab einer Mindestsumme von 25 Euro monatlich."

Große Flexibilität

"Die monatliche Summe kann erhöht oder bis zur Mindesteinzahlsumme abgesenkt werden. Man kann auch eine Zeit lang aussetzen und wieder einsteigen", verweist Beumer auf den Vorteil der großen Flexibilität. "Und man kann einen Teil der Summe entnehmen oder ganz kündigen und das Geld woanders anlegen."

Durchschnittspreis-Effekt

Ein weiterer Pluspunkt für Beumer: "Bei Aktiensparplänen kommt hinzu, dass einen zwischenzeitliche Börsencrashs nicht so schwer erwischen. Da man jeden Monat für die gleiche Summe anlegt, kauft man in Hochzeiten weniger Anteile und bei Börsencrashs vergleichsweise viele Anteile."

"Entscheidend ist aber, dass man bei einem Sparplan das Ende im Blick hat", unterstreicht er. "Das Geld sollte man rechtzeitig in festverzinsliche Anlagen umschichten, denn ein Börsencrash kurz vor Ende des Sparplans kann einem die Rendite zunichtemachen."

Ein Beispiel

Das Verbrauchermagazin "Finanztest" hat verschiedene Szenarien durchgerechnet, was für ein Vermögen entsteht, wenn man 20 Jahre lang jeden Monat insgesamt 200 Euro in einen Aktien- sowie einen Rentenfonds investiert. Eingezahlt hätte man damit 48.000 Euro.

"Wir haben dann angenommen, dass es am Aktienmarkt einen oder gar zwei Crashs gibt. Je nach Szenario wären zwischen 75.000 bis 95.000 Euro Vermögen entstanden", erläutert Beumer. "Nimmt man den historischen Verlauf und hätte 1997 den Sparplan abgeschlossen, hätte man ein Endvermögen von gut 78.000 Euro erzielt."

Ein Sparplan ist für jeden etwas

"Das Angebot an Fondssparplan-Produkten ist enorm breit gefächert. Daher sollte jeder einen für sich passenden Sparplan finden – idealerweise sogar mehrere, etwa für Altersvorsorge und zur Verwirklichung von kleineren und größeren Wünschen, lautet das Fazit des Deka-Vermögensaufbauspezialisten Gaugenrieder.

"Finanztest"-Teamleiter Beumer sieht das ähnlich. Er rät zu einem "Sparplan in einen Aktien-ETF auf den MSCI World" sowie dazu, "mit der gleichen Summe zusätzlich ein Tagesgeldkonto" zu besparen.

Für ICM InvestmentBank-Vorstand Hagen ist ein "langfristiger Sparplan auf Basis eines aktiv gemanagten Mischfonds die beste Variante". Allerdings gibt er zu bedenken, dass Jahre wie 2011 mit der Griechenland-Krise, als der Dax von 8000 auf 5000 Punkte zwischenzeitlich gefallen ist, auch bei einem Sparplan mehr oder weniger negativ ins Kontor schlagen: "Man muss auch bei einem Sparplan mit Verlusten rechnen und umgehen können!"

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