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Pflanzliche Arzneimittel: Kennen Sie diesen Unterschied?

Baldrian, Johanniskraut und Co.  

Pflanzliche Arzneimittel: Kennen Sie diesen Unterschied?

16.09.2021, 11:50 Uhr | dpa-tmn

Pflanzliche Arzneimittel: Kennen Sie diesen Unterschied?. Johanniskraut: Präparate aus der Pflanze können bei leichten bis mittelschweren Depressionen helfen. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)

Johanniskraut: Präparate aus der Pflanze können bei leichten bis mittelschweren Depressionen helfen. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Pflanzliche Arzneimittel sind beliebt und gelten als gut verträglich. Doch ob sie auch wirken, muss bei vielen der Mittel gar nicht bewiesen sein. Warum sie dennoch für einige Behandlungen geeignet sind.

Baldrian bei Schlafproblemen, Johanniskraut bei leichten Depressionen, Ginkgo-Extrakte bei Vergesslichkeit: Für viele gesundheitliche Probleme gibt es auch pflanzliche Medikamente. Was Anwendern vielleicht nicht bewusst ist: Die sogenannten Phytopharmaka durchlaufen behördliche Prüfverfahren, allerdings gibt es zwei Varianten.

Zum einen die Zulassung als pflanzliches Arzneimittel für ein bestimmtes Anwendungsgebiet – hier spricht man auch von der rationalen Phytotherapie – und zum anderen die Registrierung als ein "traditionelles pflanzliches Arzneimittel", berichtet die Zeitschrift "Apotheken Umschau" (Ausgabe B09/21).

Bewiesene Wirksamkeit nur bei einer Variante

In beiden Fällen prüften Behörden die Unbedenklichkeit und die pharmazeutische Qualität der Medikamente. Der Unterschied liegt in dem Nachweis der Wirksamkeit: Bei einer "rationalen" Pflanzen-Arznei muss die Wirksamkeit in Studien mit vielen Probandinnen und Probanden nachgewiesen sein, während bei traditionellen Medikamenten indirekte Belege für dessen therapeutischen Nutzen ausreichen. Das können zum Beispiel Berichte über erfolgreiche Anwendungen am Menschen sein.

Die meisten der pflanzlichen Präparate in Deutschland sind dem Bericht zufolge traditionelle pflanzliche Arzneimittel. "Sie sind zur Eigenbehandlung üblicher Alltagsbeschwerden eine verlässliche Wahl", sagte Matthias Melzig, Professor für Pharmazeutische Biologie an der Freien Universität Berlin, der Apotheken Umschau. Dass es sich um ein traditionelles Arzneimittel handelt, muss laut Arzneimittelgesetz auf der Packung angegeben sein.

Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen

Zu beachten ist: Die pflanzlichen Mittel gelten zwar im Allgemeinen als vergleichsweise gut verträglich, doch Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht ausgeschlossen. Wer unsicher ist, holt sich vor der Anwendung lieber ärztlichen Rat ein.

Nicht zu verwechseln sind Phytopharmaka mit Homöopathika: Letztere werden zwar auch oft auf Pflanzenbasis hergestellt, für sie müssen aber keinerlei Wirksamkeitsbelege erbracht werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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