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Antibiotika: Fünf Fehler, die Sie nicht machen dürfen


Fünf Fehler, die Sie mit Antibiotika nicht machen sollten

t-online, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 30.08.2020Lesedauer: 4 Min.
Antibiotika sollten nur dann Anwendung finden, wenn es wirklich notwendig ist.Vergrößern des BildesAntibiotika sollten nur dann Anwendung finden, wenn es wirklich notwendig ist. (Quelle: Friso Gentsch/dpa-bilder)
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Antibiotika retten Leben, da sie durch Bakterien ausgelöste Krankheiten heilen können. Kommen sie zu oft zum Einsatz oder werden sie falsch angewendet, werden die Bakterien irgendwann unempfindlich gegenüber den Wirkstoffen. Für die Medizin ist das ein großes Problem. Fünf Fehler, die man mit Antibiotika nicht machen darf.

Antibiotika töten Bakterien und verhindern, dass diese sich vermehren. Sie kommen unter anderem als Tabletten, Kapseln, Zäpfchen und Tropfen zum Einsatz. In Form von Salben, Gelen und Tinkturen ist eine äußerliche Anwendung möglich. Der Arzt verschreibt Antibiotika beispielsweise gegen Blasenentzündungen, eitrige Bronchitis, Magenschleimhautentzündungen, Lungenentzündungen und Salmonellen-Infektionen.

Antibiotika mit Bedacht einsetzen

Antibiotika müssen behutsam angewendet werden. Zum einen bekämpfen sie alle Bakterien im Körper, die in ihrem Wirkspektrum liegen – also auch die nützlichen, nicht krankheitsverursachenden Bakterien. Aus diesem Grund reagieren viele mit Durchfall auf die Einnahme. Denn die im Darm befindlichen Bakterien der Darmflora leiden ebenfalls. Zum anderen besteht das Risiko, dass sich bei zu häufiger und falscher Anwendung Resistenzen bilden und die Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren.

Antibiotika-Fehler 1: Antibiotika mit Milchprodukten kombinieren

Das Antibiotikum sollte mit einem Glas Leitungswasser eingenommen werden. Durch die reichliche Flüssigkeitszufuhr löst sich das Medikament leichter auf. Zudem beeinflusst Wasser die Wirkung des Medikaments am wenigsten. Kaffee, Tee und Milchprodukte hingegen können die Wirkstoffaufnahme hemmen.

Kalziumreiche Mineralwässer, Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse sollte man im Zeitraum der Antibiotika-Einnahme daher besser nicht verzehren. Auf Mineralstoffpräparate mit Kalzium, Magnesium und Zink sollte man ebenfalls verzichten. Auch Alkohol ist tabu.

Antibiotika-Fehler 2: Unregelmäßige Einnahme

Die regelmäßige Einnahme ist für die Wirksamkeit von großer Bedeutung. Wenn die Zeitabstände stimmen, ist eine dauerhaft ausreichende Menge des Wirkstoffs im Körper garantiert. Nur so können die Bakterien erfolgreich bekämpft werden.

Muss das Medikament ein Mal am Tag eingenommen werden, dann sollte dies immer um die gleiche Uhrzeit erfolgen. Muss der Patient das Antibiotikum zwei Mal pro Tag anwenden, sollte dies in einem Abstand von zwölf Stunden passieren. Bei drei Mal täglich bietet der Acht-Stunden-Rhythmus eine gute Orientierung.

Wichtig ist zudem, das Antibiotikum zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen:

  • "Vor dem Essen": Das Medikament wird etwa eine halbe Stunde bis Stunde vor der Mahlzeit eingenommen
  • "Zum Essen": Das Medikament wird direkt zum Essen eingenommen
  • "Nach dem Essen": Das Medikament wird etwa zwei Stunden nach dem Essen eingenommen

Außerdem sollte man aufgrund möglicher Wechselwirkungen dem Arzt mitteilen, wenn man bereits andere Arzneimittel einnehmen muss. Achtung: Manche Antibiotika beeinträchtigen die Wirkung der Antibabypille.

Antibiotika-Fehler 3: Antibiotika zu früh absetzen

Ebenfalls wichtig ist es, Antibiotika konsequent bis zum Schluss anzuwenden. Selbst wenn die Beschwerden nach einigen Tagen geringer sind. Eine Verbesserung der Symptome bedeutet nicht, dass die Bakterien im Körper vollständig bekämpft sind. Im schlimmsten Fall bricht die Erkrankung erneut und deutlich stärker wieder aus. Wer das Antibiotikum vorschnell absetze, riskiere zudem die Bildung von Resistenzen, warnt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Wie lange das Antibiotikum eingenommen werden muss, hängt vom Wirkstoff und der zu behandelnden Erkrankung ab. Als Faustregel empfehlen Apotheker, immer die gesamte vom Arzt verordnete Packung einzunehmen. Sollten bei einem Antibiotikum Nebenwirkungen auftreten, bespricht man mit dem Arzt das weitere Vorgehen. Das gilt auch dann, wenn das Antibiotikum nach zwei bis drei Tagen keine Wirkung zeigt.

Auf keinen Fall sollte man das Präparat auf eigene Faust absetzen oder die Dosis gar erhöhen. Und: Reste von Antibiotika dürfen nicht aufgehoben und vom Patienten bei der nächsten Infektion eigenmächtig eingenommen werden.

Antibiotika-Fehler 4: Falsche Entsorgung

Sollten Tabletten übrig bleiben, werden diese über den Hausmüll entsorgt. Viele Apotheken bieten als freiwilligen Service an, Arzneimittelreste anzunehmen. Auf keinen Fall gehören sie in die Toilette oder in das Waschbecken. Über die menschlichen Ausscheidungen und die Tierhaltung gelangen bereits jede Menge Antibiotika in die Umwelt.

Wie das Umweltbundesamt (UBA) warnt, können Kläranlagen nicht alle Arzneimittelrückstände zurückhalten. Deshalb seien sie nahezu flächendeckend und ganzjährig im Bereich von Kläranlagenabläufen sowie in Bächen, Flüssen und Seen, aber auch im Grund- und vereinzelt im Trinkwasser zu finden. Am häufigsten würden Schmerzmittel und Antibiotika nachgewiesen. Die Entstehung von Resistenzen werde dadurch gefördert.

Antibiotika-Fehler 5: Antibiotika bei Erkältung einnehmen

Antibiotika sollten daher nur dann Anwendung finden, wenn es notwendig ist. Eine Einnahme bei einer Grippe oder einem harmlosen grippalen Infekt ist überflüssig, denn diese sind von Viren verursacht. Antibiotika helfen in diesen Fällen nicht. Ihre Einnahme ist nur dann sinnvoll, wenn sich aufgrund der geschwächten Immunabwehr eine bakterielle Entzündung hinzugesellt, etwa eine Mittelohrentzündung oder eine Nasennebenhöhlenentzündung.

Bei einer Erkältung ist es daher sinnvoll, einige Tage abzuwarten, ob sich die Beschwerden von alleine wieder bessern. Ist das nicht der Fall und kommen starke Kopf- oder Halsschmerzen hinzu, ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Das gilt auch bei heftigem Husten.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
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