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Wer braucht vor Weihnachten noch die vierte Impfung?


Wer braucht vor dem Fest noch die vierte Impfung?


Aktualisiert am 25.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Corona-Impfung: Wie hoch ist der Schutz zum Fest? (Quelle: Jochen Eckel via www.imago-images.de)

Zum dritten Mal in der Corona-Pandemie wird das Weihnachtsfest gefeiert. Ist 2022 endlich alles wieder normal oder wer braucht noch Schutz?

Die Corona-Zahlen sinken weiter, das Virus scheint in seiner Ausbreitung eingedĂ€mmt, die siebte Welle gebrochen zu sein. Klar ist: Die GrundimmunitĂ€t in der Bevölkerung ist jetzt sehr hoch. Eine Studie erwies jĂŒngst: 95 Prozent der Deutschen hatten bereits Kontakt mit dem Virus durch Impfung und/oder Infektion und haben Antikörper gebildet.

Einige BundeslĂ€nder haben bereits die Isolationspflicht fĂŒr mit dem Virus Infizierte aufgehoben. Doch auch in diesen LĂ€ndern gilt weiterhin eine Testpflicht fĂŒr alle, die Pflegeheime oder KrankenhĂ€user betreten wollen, fĂŒr Infizierte herrscht ein Betretungsverbot in diesen Einrichtungen. Deutlich wird: FĂŒr einen Teil der Bevölkerung hat Corona seinen Schrecken noch nicht verloren. Was gilt nun aber, wenn man zum Fest die vorerkrankte Oma oder einen Angehörigen aus dem Pflegeheim einlĂ€dt?

Wie lange hÀlt der Schutz durch Antikörper nach Impfung und/oder Infektion?

Das Manko der aktuellen Impfstoffe ist, dass ihr Schutz vor einer Infektion nach einiger Zeit abnimmt, nach sechs Monaten sinkt ihre EffektivitĂ€t teils rapide. Besser sieht es bei den Menschen aus, die geimpft sind und zusĂ€tzlich infiziert waren. Bei ihnen bleibt der Schutz sehr viel lĂ€nger sehr stabil. Beide Gruppen bleiben aber weiterhin hocheffektiv vor schweren KrankheitsverlĂ€ufen geschĂŒtzt.

Wie schnell eine erneute Ansteckung droht, ist jedoch unklar. Dies hĂ€ngt auch davon ab, mit welcher Variante man zuletzt infiziert war, ob eine neue Mutante dominant ist und wie lange der Zeitpunkt der letzten Impfung und/oder Infektion zurĂŒckliegt. Christoph Spinner, Infektiologe am UniversitĂ€tsklinikum rechts der Isar der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen, erklĂ€rte gegenĂŒber der dpa, in den ersten vier bis zwölf Wochen nach der Infektion sei die Wahrscheinlichkeit, sich erneut anzustecken, reduziert. Ausgeschlossen ist es aber nicht.

Klar ist: Ein Infizierter kann das Virus weiterhin in die vulnerablen Gruppen einschleppen, wo es immer noch schwere SchĂ€den anrichten kann – auch an Weihnachten. Diesen Risikogruppen wird die vierte Impfung zum Schutz empfohlen.

FĂŒr wen die vierte Impfung empfohlen wird

Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den vierten Piks u.a. allen ĂŒber 60-JĂ€hrigen, Risikogruppen mit Vorerkrankungen, ImmungeschwĂ€chten und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen. Zwischen dem ersten und dem zweiten Booster oder der letzten Infektion und der nĂ€chsten Impfung sollten dabei mindestens sechs Monate liegen.

Sollten sich auch unter 60-JĂ€hrige ein viertes Mal impfen lassen?

Hier verweisen Experten auf die individuelle Entscheidung des einzelnen. Der Immunologe Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin, erklĂ€rt im GesprĂ€ch mit t-online: "Schaden wird es nicht. Ob es viel nĂŒtzt, ist allerdings auch fraglich."

Julian Schulze zur Wiesch, Leitender Oberarzt der Sektion Infektiologie am UniversitĂ€tsklinikum Hamburg-Eppendorf, erklĂ€rte dpa: "Die Stiko-Empfehlung lĂ€sst sich auch auf das Private beziehen." Ein Beispiel: Wenn die Stiko PflegekrĂ€ften zu einem weiteren Piks rĂ€t, kann der auch angebracht sein, wenn an den Feiertagen die 90-jĂ€hrige Großmutter mit Vorerkrankungen mitfeiert.

Auf diese Menschen mit Vorerkrankungen besondere RĂŒcksicht zu nehmen, dazu rĂ€t auch Andreas Radbruch dringend. "Besonders prekĂ€r wird es fĂŒr Menschen, die nicht auf die Impfung anspringen, meist weil sie zum Beispiel an einer Autoimmunerkrankung leiden oder sich in einer Therapie befinden, bei der das Immunsystem unterdrĂŒckt wird, etwa wĂ€hrend einer Krebstherapie." Diese Menschen ließen sich an Festen wie Weihnachten sehr schlecht vor einer Infektion schĂŒtzen. Radbruch: "Hier könnten noch Tests oder Hygienemaßnahmen angeraten sein, aber selbst diese werden keinen ausreichenden Schutz bieten. Weihnachten lĂ€sst sich ja auch schlecht unter Hygienemaßnahmen feiern."

Wann wĂ€re der richtige Zeitpunkt fĂŒr die vierte Impfung zum Fest?

Jetzt. Julian Schulze zur Wiesch: "Am besten drei bis vier Wochen vor der Feier". AllerspÀtestens Mitte Dezember sollte die vierte Impfung erfolgen, wenn man vom vollstÀndig aufgebauten Impfschutz an den Feiertagen profitieren wolle.

Empfohlen wird die vierte Impfung mit einem sogenannten bivalenten Omikron-Vakzin, also einem Impfstoff, der sowohl gegen die Ursprungsvariante als auch gegen die aktuell (noch) dominanten Omikron-Subtypen des Coronavirus wirkt. Betroffene sollten sich an ihren Hausarzt wenden, auch viele Apotheken bieten diesen Service an.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine Ă€rztliche Beratung und dĂŒrfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Interview mit Andreas Radbruch
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