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Bornavirus BoDV-1: Gehirnentzündung kann für Menschen tödlich sein

Hochgefährliche Gehirnentzündung  

Das Bornavirus kann für Menschen tödlich sein

Von Larissa Koch

10.10.2018, 09:16 Uhr
Student stirbt in Franken an Pferdevirus - BoDV-1 erstmals bei Menschen nachgewiesen (Quelle: inFranken.de)
Student stirbt in Franken an Pferdevirus - BoDV-1 erstmals bei Menschen nachgewiesen

Das Bornavirus (BoDV-1) wurde erstmals bei drei Männer nachgewiesen. Sie klagten über Kopfschmerzen und Fieber, zwei starben sogar 200 Tage nach Start der Symptome. Bislang war eine Erkrankung eines Menschen durch das Pferde- und Schafsvirus nicht bekannt. (Quelle: inFranken.de)

Gefährlicher Bornavirus: Ein Student ist in Franken an dem Pferdevirus gestorben. (Quelle: inFranken.de)


Das Bornavirus kann bei gesunden Menschen eine tödliche Gehirnentzündung auslösen. Das haben Virologen bestätigt. Ein 25-jähriger Student ist in Bayern an der Infektion gestorben. Der Erreger wird vor allem über die Feldspitzmaus an Pferde oder Schafe übertragen. Selten gelangt er auch zum Menschen.

Im Frühjahr waren in Deutschland erstmals Todesfälle bekannt geworden, bei denen das Bornavirus als Auslöser galt. Wie das Internetportal www.infranken.de berichtet, ist ein vormals gesunder 25-jähriger Student aus Mittelfranken ebenfalls infolge einer Infektion mit dem Virus gestorben. Insgesamt erkrankten in den vergangenen Jahren in Deutschland fünf Menschen an der Virusinfektion. Vier von ihnen starben, einer überlebte mit massiven Hirnschäden.

Jetzt konnten Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zusammen mit verschiedenen Universitätskliniken und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen das Virus als Auslöser der schweren Gehirnentzündungen mit Todesfolge sicher nachweisen.

Bei zwei der Verstorbenen handelte es sich um Empfänger von Spenderorganen ein und desselben Spenders. Der Spender war mit dem Bornavirus infiziert. Der dritte Empfänger von Organen des Spenders hatte massive Hirnschäden erlitten. Alle haben sich offenbar bei der Operation zur Übertragung von Leber und Nieren infiziert. Die Empfänger der Organe trugen den Wissenschaftlern zufolge im Gehirn das Bornavirus. Außerdem konnten im Blutserum der Patienten Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden. Alle fünf Infizierten hatten eine schwere Entzündung des Gehirns. 

Wie es zur Ansteckung kommen konnte, ist nicht geklärt

Bei zwei weiteren Todesfällen konnte ebenfalls das Bornavirus nachgewiesen werden. Als Todesursache wurde auch hier von einer Gehirnentzündung ausgegangen. Die Verstorbenen hatten akute Symptome einer Enzephalitis und wurden intensiv dagegen behandelt, allerdings ohne Erfolg. Wie sie sich mit dem Virus infizieren konnten, ist noch rätselhaft. Unklar ist auch, wie sich der Organspender selbst mit dem Bornavirus infiziert hatte.

Das Bornavirus

Das Borna disease virus 1 (BoDV-1) ist der Erreger der Borna'schen Krankheit. Es handelt sich um eine schwere neurologische Erkrankung. Sie tritt häufig bei Pferden und Schafen auf und verläuft oft tödlich. 
Auf welche Weise es beim Menschen zu Infektionen mit BoDV-1 kommt und mit welchen Beschwerdebildern diese zusammenhängen könnten, wird unter Forschern kontrovers diskutiert. Eine Übertragung auf den Menschen auf normalem Ansteckungswege wurde bislang nicht beobachtet und daher ausgeschlossen. Das gilt auch für die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. 

Die Feldspitzmaus überträgt das Bornavirus

Der kleine Nager mit der spitzen Schnute ist der Wirt des Bornavirus. Der Erreger kann ihm allerdings nichts anhaben. Immer wieder stecken sich jedoch Pferde und Schafe über Ausscheidungen (Urin und Speichel) bei der Maus an und erkranken. Bei ihnen und anderen Säugetieren kann es zum Ausbruch der Borna’schen Krankheit kommen. Die Infektion befällt das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Die Tiere zeigen neurologische Symptome von Apathie über Orientierungslosigkeit bis hin zum Zusammenbruch mit Todesfolge.

Wo tritt das Bornavirus auf?

Der Erreger konnte bislang nur in bestimmten Regionen nachgewiesen werden. Dazu zählen verschiedene Gebiete innerhalb Ost- und Süddeutschlands, Österreichs, der Schweiz und Lichtensteins. Pferde haben sich gehäuft in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern mit dem Bornavirus infiziert. Es gibt jedoch viele Pferde, die gegen das Bornavirus Antikörper entwickelt haben und dadurch nicht an der Borna’schen Krankheit leiden.

Derzeit gibt es keine zugelassenen antiviralen Therapien gegen eine Bornavirusinfektion beim Menschen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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