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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Welche Arztbesuche Sie nicht aufschieben sollten

dpa-tmn, t-online, Tobias Hanraths

Aktualisiert am 15.02.2021Lesedauer: 5 Min.
Arztbesuch: Viele Patienten schrecken in der Corona-Krise vor dem Gang zur Praxis zurĂŒck – doch zu viel Vorsicht kann ungesund sein.
Arztbesuch: Viele Patienten schrecken in der Corona-Krise vor dem Gang zur Praxis zurĂŒck – doch zu viel Vorsicht kann ungesund sein. (Quelle: filadendron/getty-images-bilder)
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Die jÀhrliche Vorsorge, Kontrolluntersuchungen oder der Termin beim Spezialisten: Arzttermine sind wichtig, nicht nur bei chronischen oder schweren Erkrankungen. Im zweiten Lockdown werden viele Menschen das Wartezimmer meiden, um sich nicht mit SARS-CoV-2 anzustecken. Warum dennoch nicht jeder Arztbesuch auf die lange Bank geschoben werden sollte.

Die Corona-Pandemie wird unseren Alltag noch lange Zeit bestimmen. Der Schutz der Gesundheit nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Doch mit der Reduzierung des Infektionsrisikos ist es nicht getan. Es geht auch darum, gesund zu bleiben und dafĂŒr zu sorgen, dass sich bestehende Erkrankungen nicht verschlimmern.

Vor dem Arztbesuch anrufen und nachfragen

Doch wann lĂ€sst sich ein Arzttermin aufschieben und wann nicht? Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht, denn es kommt immer auf den individuellen Fall an. Im Zweifelsfall sollten Patienten den Arzt selbst fragen, am besten telefonisch. Das gilt nicht nur fĂŒr Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen, sondern auch fĂŒr alle anderen Patienten.

Vorsorge- und FrĂŒherkennungsuntersuchungen sowie allgemeine Check-ups lassen sich gegebenenfalls verschieben. Geplante Operationen und stationĂ€re Kontrolltermine sollten jedoch keinesfalls ohne AbklĂ€rung mit dem Arzt abgesagt werden.

Corona-Verdacht: Was tun?
Wer Husten, Halsschmerzen, Fieber oder Schnupfen hat – also Covid-19-Symptome oder einen Verdacht auf eine Infektion – sollte auf jeden Fall erst einmal zu Hause bleiben und mit den Arztpraxen oder zustĂ€ndigen Gesundheitsbehörden telefonieren. Dann erst ist ein Praxisbesuch möglich. Zudem gibt es in Hausarztpraxen sogenannte Infektionssprechstunden extra fĂŒr solche Patienten. So kommen diese nicht mit anderen Besuchern der Praxis in Kontakt.

Bei akuten Beschwerden nicht zögern

Bei Symptomen, die auf eine ernsthafte Krankheit hindeuten, zum Beispiel ein Herzleiden oder Krebs, sollte der Arztbesuch auf keinen Fall aufgeschoben werden. Das Gleiche gilt fĂŒr akute Beschwerden wie hohes Fieber oder Schmerzen, die nicht von selbst verschwinden oder sich sogar noch verstĂ€rken.

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"Auch bei einer einfachen BlasenentzĂŒndung sollte man als Patient nicht warten, sondern sich zeitnah an den Hausarzt wenden, um eventuell auftretende Komplikationen zu vermeiden", sagt Anke Richter-Scheer, Vorstandsmitglied im Deutschen HausĂ€rzteverband. Das Verschleppen einer Krankheit oder eine zu spĂ€te Behandlung könne schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Ebenso sollten laufende Therapien und Kontrolluntersuchungen bei chronischen Krankheiten fortgefĂŒhrt werden. Auch Parkinson-Patienten, Diabetiker und andere Menschen mit chronischen Krankheiten mĂŒssten weiter versorgt werden, so die Ärztin.

Bei Impfungen gilt, die empfohlenen zeitlichen AbstĂ€nde möglichst einzuhalten. Viele Ärzte bieten dafĂŒr separate Impfsprechstunden an.

Ärzte untersuchen das Röntgenbild der Brust einer jungen Frau: Bei akuten Herzbeschwerden sollten Patienten auch in Coronazeiten unverzĂŒglich den Notruf 112 wĂ€hlen.
Ärzte untersuchen das Röntgenbild der Brust einer jungen Frau: Bei akuten Herzbeschwerden sollten Patienten auch in Coronazeiten unverzĂŒglich den Notruf 112 wĂ€hlen. (Quelle: doble-d/getty-images-bilder)

Telemedizin: FĂŒr Herzpatienten eine gute Alternative

FĂŒr Menschen mit GefĂ€ĂŸ- oder Herzerkrankungen ist es besonders wichtig, auch wĂ€hrend der Pandemie in engem Kontakt mit ihrem Arzt zu bleiben. Da sie zur Risikogruppe gehören, die im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2 mit einem schweren Verlauf rechnen mĂŒssen, sollten diese Patienten besonders darauf achten, dass ihre Werte und die medikamentöse Einstellung optimal sind. RegelmĂ€ĂŸige BeratungsgesprĂ€che mit dem Arzt sind hierzu notwendig.

Gleichzeitig jedoch gilt es, sich vor dem Virus zu schĂŒtzen und das Ansteckungsrisiko im Wartezimmer zu vermeiden. Daher empfiehlt die Deutsche Herzstiftung telemedizinische Sprechstunden als Alternative zum Arztbesuch in der Praxis. Die Beratung am Telefon oder im Videochat ersetzt zwar keine körperlichen Untersuchungen, dennoch erhĂ€lt der Arzt einen Eindruck vom Gesundheitszustand des Patienten, kann auch die Medikation anpassen und entscheiden, ob weitere Untersuchungen notwendig sind. Viele Ärzte bieten hierzu Termine in weniger frequentierten Randzeiten des Praxisbetriebes an.

Herzinfarkt und Schlaganfall: Jede Minute zÀhlt

Akute Symptome wie plötzlicher Brustschmerz, Luftnot, LĂ€hmungen oder plötzlich auftretende Sprachstörungen sind medizinische NotfĂ€lle und mĂŒssen sofort behandelt werden. Betroffene oder deren Angehörige sollten in diesem Fall unverzĂŒglich den Notruf 112 wĂ€hlen. Die genannten Symptome können Hinweise auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Je frĂŒher der Patient behandelt wird, desto höher ist seine Chance, zu ĂŒberleben und mögliche SpĂ€tschĂ€den zu verhindern.

Allerdings vermelden viele KrankenhĂ€user, in denen Herzinfarkt- und Schlaganfall-Patienten versorgt werden, dass sie seit Beginn der Corona-Pandemie einen deutlichen RĂŒckgang dieser Patientengruppe verzeichnen. "Es liegt die Vermutung nahe, dass viele Menschen im Moment trotz beunruhigender Symptome aus Angst vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht ins Krankenhaus gehen", sagt Professor Wolf-RĂŒdiger SchĂ€bitz von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Dieser Trend wirke sich nicht nur negativ auf die Überlebenschancen der Patienten aus, sondern erhöhe auch das Risiko fĂŒr schwere FolgeschĂ€den. Hinzu komme, dass Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Herzinsuffizienz, Diabetes und Hypertonie bei unzureichender oder spĂ€ter Behandlung auch ein erhöhtes Risiko fĂŒr einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion hĂ€tten.

Krebs: Behandlung nie ohne Ă€rztliche RĂŒcksprache aussetzen

GrundsÀtzlich ist davon auszugehen, dass Menschen, deren Immunsystem geschwÀcht ist, schneller und möglicherweise auch schwerer an Covid-19 erkranken als Gesunde. Dazu zÀhlen viele Krebspatienten, die entweder durch die Erkrankung selbst oder durch die Behandlung ein geschwÀchtes Immunsystem haben. Somit ist ihr Infektionsrisiko bei Arzt- und Krankenhausbesuchen höher. Dennoch brauchen gerade Krebspatienten eine intensive medizinische Begleitung und engmaschige Kontrollen.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr HĂ€matologie und Medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Betroffenen, eine geplante Krebstherapie nicht zu verschieben. Nur wer ein erhöhtes Infektionsrisiko habe, zum Beispiel nach Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten, solle den Nutzen und das Risiko der Behandlung zusammen mit seinem Arzt abwĂ€gen. Individuell könne dann ĂŒber die Verschiebung der Therapie oder Nachsorge entschieden werden, so die DGHO.

Allerdings gibt es bei Krebs auch Erkrankungssituationen, in denen eine schnelle Behandlung geboten sei, um die Heilungschancen nicht zu gefĂ€hrden. Derzeit beobachtet die Organisation mit großer Sorge, dass zunehmend Krebspatienten erst in sehr fortgeschrittenen Tumorstadien in die Klinik kommen. Einen Grund sehen die Experten in der Angst vieler Patienten vor einer Corona-Infektion.

Sonderregeln bei KinderÀrzten, ZahnÀrzten und GynÀkologen

Akutfall ja – Vorsorge und Check-ups eher nein – Infektionssprechstunde bei ErkĂ€ltungssymptomen: Dieser Dreiklang gilt derzeit bei HausĂ€rzten und abgewandelt auch in vielen anderen Facharztpraxen. Bei KinderĂ€rzten sind viele zeitliche Vorgaben gelockert: Eltern und Ärzte können mit der Vorsorgeuntersuchung U6, die zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, Termine zu einem spĂ€teren Zeitpunkt nachholen. FĂŒr die U2 bis U5 gilt das nicht: Sie sollten weiter wie geplant und vorgegeben stattfinden.

FĂŒr Zahnbehandlungen gibt die BundeszahnĂ€rztekammer folgende Empfehlung: Wer Zahnschmerzen hat, sollte weiter zum Arzt gehen. Auch geplante Behandlungen, vom Zahnstein bis zum Weisheitszahn, sollten erst einmal weitergehen – zu groß sei sonst die Gefahr von Komplikationen. Kontrolltermine können dagegen, in Absprache mit dem Arzt, erst einmal warten.

FĂŒr Personen mit Verdacht auf Covid-19 oder damit Infizierte gibt es spezialisierte Praxen, die ĂŒber eine umfassende SchutzausrĂŒstung verfĂŒgen. Adresse und Kontaktdaten einer Praxis in ihrer NĂ€he erhalten Betroffene telefonisch von ihrem behandelnden Zahnarzt oder dem jeweiligen zahnĂ€rztlichen Notdienst.

Beim Frauenarzt gelten Ă€hnliche Regeln wie beim praktischen Arzt: AkutfĂ€lle haben Vorrang gegenĂŒber Vorsorgeuntersuchungen. Doch auch hier lautet die Empfehlung: Informieren Sie sich telefonisch bei Ihrem GynĂ€kologen, ob und wie lange ein Termin verschoben werden kann.

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Bei Schwangeren werden weiter alle Termine durchgefĂŒhrt, so der Berufsverband der FrauenĂ€rzte (BVF). Viele Praxen takten derzeit Termine genau, damit die Wartezimmer möglichst leer sind. PĂŒnktliches Erscheinen ist also Pflicht. Begleitpersonen sind hĂ€ufig unerwĂŒnscht. Ausnahmen können gelten, wenn sich jemand etwa ohne Dolmetscher nicht verstĂ€ndigen kann.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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