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Neue Studie zu Covid-19: Kann eine Corona-Infektion Diabetes auslösen?

Gewebeproben von Covid-Toten zeigen  

Eine Corona-Infektion kann Diabetes auslösen

17.08.2021, 11:41 Uhr
Neue Studie zu Covid-19: Kann eine Corona-Infektion Diabetes auslösen?. Diabetes: Studien berichten von Covid-19-Patienten, die eine Stoffwechselstörung entwickeln. (Quelle: Getty Images/Phynart Studio)

Diabetes: Studien berichten von Covid-19-Patienten, die eine Stoffwechselstörung entwickeln. (Quelle: Phynart Studio/Getty Images)

Schon länger ist bekannt: Diabetes ist ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf von Covid-19. Doch nun bestätigen Studien einen weiteren Zusammenhang zwischen der Stoffwechselstörung und dem Virus.

Im Laufe der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben. Doch neuen Untersuchungen zufolge kann auch umgekehrt eine schwere Covid-Erkrankung Auslöser für die Zuckerkrankheit sein.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass im Schnitt um die 15 Prozent der Covid-19-Patienten im Krankenhaus einen neu diagnostizierten Diabetes erleiden.

Corona und Diabetes: Virus kann Bauchspeicheldrüse infizieren

Eine internationale Studie mit Beteiligung der Universität Basel konnte zeigen, dass das Coronavirus tatsächlich Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) infizieren kann. Davon berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Cell Metabolism" im Juni. Die sogenannten Beta-Zellen produzieren das Hormon Insulin, das Gewebezellen dazu anregt, Zucker aus dem Blut aufzunehmen – und dadurch den Blutzucker zu senken.

Anders als im Lungengewebe, wo das Coronavirus vor allem ein Protein namens ACE2 als Eintrittspforte in die Zellen benutzt, besitzen die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse nur geringe Mengen ACE2. Daher war bisher unklar, ob und wie das Virus in diese Zellen eindringt. Um diese Frage zu beantworten, analysierten die Forscher Gewebeproben sieben verstorbener Covid-19-Patienten aus Basel.

Das Ergebnis: In den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse der Verstorbenen konnte das Coronavirus nachgewiesen werden. Zudem enthielten diese Zellen große Mengen eines Proteins, welches das Virus alternativ zu ACE2 als Eintrittspforte nutzen kann: Neuropilin 1 (NRP1).

Möglicher Schutz auch bei schwerem Covid-Verlauf

Laborversuche mit kultivierten Beta-Zellen zeigten zudem, dass infizierte Zellen weniger Insulin produzierten und Zeichen des Absterbens aufwiesen. Wenn die Forscher zudem Neuropilin 1 mit einem Hemmstoff blockierten, gelang es dem Virus viel schlechter, in die Zellen einzudringen.

Dass sich die Infektion der Beta-Zellen zumindest im Laborversuch so reduzieren ließ, zeigt, dass man diese Zellen womöglich auch bei Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf schützen könnte.

Klingt Diabetes nach Genesung von Covid-19 wieder ab?

"Ob sich der Zuckerstoffwechsel nach einer überstandenen Infektion bei allen Covid-19-Patienten wieder normalisiert und ob und wie häufig ein bleibender Diabetes entstehen kann, lässt sich nach derzeitiger Studienlage nicht mit Sicherheit sagen", erklärt der Pathologe Dr. Matthias Matter von der Universität Basel in einer Mitteilung.

Es gebe Hinweise, dass bei Betroffenen mit Long-Covid, also anhaltenden Beschwerden nach der Infektion, auch mehrere Wochen bis Monate danach noch ein Diabetes feststellbar sei. Eine Möglichkeit zu entwickeln, bleibende Schäden der Bauchspeicheldrüse zu verhindern, sei daher sinnvoll.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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