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Corona-Studien: Milder Covid-19-Verlauf könnte weniger immun machen


Sind wirklich alle Corona-Patienten nach einer Infektion immun?

Von Nicole Sagener

Aktualisiert am 28.07.2020Lesedauer: 3 Min.
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Infektion mit dem Coronavirus: Laut neuesten Studien könnte ein milder Verlauf weniger immun machen.
Infektion mit dem Coronavirus: Laut neuesten Studien könnte ein milder Verlauf weniger immun machen. (Quelle: sonreir es gratis/getty-images-bilder)
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Ist jeder immun, der bereits mit dem Coronavirus infiziert war? Neueste Studien zeigen: Eine Infektion ist womöglich kein Garant für eine dauerhafte, schützende Immunität.

Wie weit ist das Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland tatsächlich verbreitet? Wie viele Menschen sind oder waren bereits infiziert und sind jetzt zumindest für eine gewisse Zeit immun? Bislang galten Antikörpertests als verlässliche Methode, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten.


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Husten: Ein trockener Husten ist ein besonders häufiges Symptom für das Coronavirus. Der Husten kann zusätzlich zu Atemnot führen.
Fieber: Eine erhöhte Temperatur ist ebenfalls ein häufiges Symptom für Covid-19. Viele Patienten haben zudem Gliederschmerzen oder fühlen sich schwach.
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Denn mithilfe dieser Tests ließen sich auch diejenigen Menschen bestimmen, die eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht haben, ohne es zu bemerken. Zudem nahmen die meisten Experten an, dass die einige Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 gebildeten Antikörper im Blut dafür sorgen, dass genesene Corona-Patienten zumindest für einige Zeit immun sind.

Sind wirklich alle Corona-Patienten nach einer Infektion immun?

Auch die Bundesregierung geht aktuell davon aus, dass Betroffene nach einer überstandenen Corona-Infektion vorerst immun sind. Auf der Seite der Bundesregierung zum Coronavirus heißt es mit Bezug auf die aktuelle Hypothese des Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité: "Immunität dürfte nach einer überwundenen Infektion zumindest für die Dauer der Pandemie bestehen, wahrscheinlich noch darüber hinaus. Wer einmal krank war, ist also zunächst nicht mehr gefährdet."

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Doch neue Studien nähren nun Zweifel an dieser Vermutung. So zeigte eine auf dem Preprint-Server medRxiv veröffentlichte Studie der Uni Lübeck kürzlich, dass einige Betroffene offenbar nur eine unbedeutende Anzahl relevanter Antikörper entwickeln.

Die Lübecker Forscher untersuchten die Antikörperprofile von 110 nachweislich Infizierten mit leichten bis mittelschweren oder gar keinen Covid-19-Symptomen. Dabei konnten sie bei etwa 30 Prozent der Patienten mit leichten bis mittelschweren Symptomen in zwei aufeinander folgenden Antikörper-Tests keine Antikörper nachweisen. Von zehn Patienten ohne Symptome wurden nur vier wiederholt positiv getestet, bei sechs ließen sich keine spezifischen Antikörper finden. Die Schlussfolgerung der Studienautoren: "Negative Antikörper schließen eine Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus."

Immunsystem asymptomatischer Personen reagiert schwächer auf Infektion

Zudem gibt es Menschen, die zwar nachweisbare Antikörper entwickeln, bei denen diese aber schon nach wenigen Wochen nicht mehr im Blut auffindbar sind. Darauf zumindest fand eine im Fachjournal "Nature Medicine" veröffentlichte Analyse chinesischer Forscher Hinweise.

Die Wissenschaftler verglichen 37 Corona-Infizierte ohne Symptome aus der Millionenstadt Chongqing mit ebenso vielen Corona-Patienten, die Symptome entwickelt hatten. Dabei offenbarte sich ein interessanter Unterschied: Das Immunsystem der symptomfreien Betroffenen reagierte offenbar weniger stark auf das Coronavirus als das der Patienten mit Symptomen.

In der Gruppe der asymptomatischen Menschen fanden die Forscher einige Wochen nach der Infektion bei 62,2 Prozent Antikörper im Blut. In der Gruppe der Patienten mit Symptomen hatten zum gleichen Zeitpunkt mit 78,4 Prozent noch deutlich mehr Betroffene Antikörper.

Antikörperkonzentration sinkt bei manchen Menschen schnell

Nach drei Monaten hatte sich in der Studie die Menge der Antikörper bei 40 Prozent der symptomfreien Infizierten so weit verringert, dass sie nicht mehr nachweisbar waren. Unter den Patienten mit Krankheitsanzeichen ließen sich zu diesem Zeitpunkt bei nur 13 Prozent keine Antikörper mehr nachweisen.

Damit sei infrage gestellt, ob die bisherige Annahme von der Immunität aller Corona-Infizierten tatsächlich stimme, schreiben die Studienautoren. Sie warnen zudem: "Diese Daten könnten auf die Risiken der Verwendung von Covid-19-'Immunitätsausweisen' hinweisen."

Antikörper sind nur ein Teil des Immunsystems

Auch wenn die Studie aus China wichtige neue Hinweise liefert, ist sie jedoch noch kein Beweis dafür, dass manche Betroffene keinerlei Immunität entwickeln. Denn die Analyse konzentriert sich nur auf bestimmte Antikörper, die allerdings nur einen Teil des Abwehrsystems darstellen.

Neben den Antikörpern spielen auch Immunzellen eine Rolle bei der Bekämpfung des Virus. Hinzu kommt, dass bisher noch unklar ist, wie hoch die Konzentration der Antikörper im Blut sein muss, damit ein jüngst Genesener vor einer erneuten Ansteckung geschützt ist.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Preprint bei medRxiv: "Antibody profiling of COVID-19 patients in an urban low-incidence region in Northern Germany"
  • www.bundesregierung.de: "Wichtige Fragen und Antworten zum Coronavirus"
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Von Christiane Braunsdorf
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