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Post-Covid-Syndrom nach Corona: Monatelange Müdigkeit als Spätfolge


Post-Covid-Syndrom tritt häufig nach leichtem Verlauf auf

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 23.12.2020Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Erschöpfung: Nach einer Corona-Infektion klagen einige Patienten über Symptome wie andauernde Müdigkeit und Vergesslichkeit.
Erschöpfung: Nach einer Corona-Infektion klagen einige Patienten über Symptome wie andauernde Müdigkeit und Vergesslichkeit. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)
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Die Auswirkungen des Coronavirus auf Körper und Psyche sind vielseitig. Ärzten bereitet schon seit dem Frühjahr das Post-Covid-Syndrom Sorgen. Dieses bleibt bei vielen Patienten unentdeckt.

Nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 berichten einige Menschen von Symptomen wie ständiger Müdigkeit und Schwächegefühl.


Corona-Spätfolgen: Diese Beschwerden treten häufig auf

Auch nach überstandener Corona-Infektion berichten einige Betroffene über Spätfolgen. Mediziner sprechen bei diesen Auffälligkeiten vom Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom. Ein Überblick über mögliche Symptome.
Kopfschmerzen: Oft wird auch von Kopfweh und Migräneattacken nach Covid-19 berichtet.
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Mediziner sprechen bei diesen Auffälligkeiten vom Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom, weil es anhaltende Beschwerden sind. Insbesondere Patienten mit leichten Covid-19-Verläufen sind davon betroffen, schreibt die "ÄrzteZeitung".

Symptome nach leichten Erkrankungsverläufen

Zu den aufgetretenen Symptomen bei genesenen Covid-19-Patienten zählen:

  • anhaltende Müdigkeit
  • Erschöpfung (Fatigue)
  • Belastungsintoleranz
  • Vergesslichkeit
  • Albträume

Grund für diese Beschwerden könnte Experten zufolge ein psychologisches Trauma durch die Krankheit sein. Aber auch direkte Auswirkungen des Virus seien möglich. Nach bisherigem Kenntnisstand über Spätfolgen gehen Mediziner davon aus, dass das Coronavirus nicht nur die Lunge, sondern den gesamten Körper angreifen kann – darunter auch das Gehirn.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat auf erste wissenschaftliche Studien hingewiesen, die nahelegen, dass SARS-CoV-2 das zentrale Nervensystem schädigen könnte.

Chronisches Erschöpfungssyndrom als Folgeerkrankung

Auch das Chronische Erschöpfungssyndrom – oder Chronisches Fatigue-Syndrom (kurz CFS) – kann nach Covid-19 auftreten. Die Krankheit entsteht häufig nach überstandenen Infektionen und äußert sich durch folgende Symptome:

  • Schlafstörungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • Kopfschmerzen

Einige Betroffene leiden auch unter Depressionen. Dabei halten die Symptome mehr als sechs Monate an und werden zu chronischen Beschwerden.

Ärzte rechnen in den kommenden Monaten weltweit mit einer starken Zunahme von CFS. "Besorgniserregende Daten liefern frühere SARS- und MERS-Epidemien, nach denen CFS gehäuft aufgetreten ist", erklärte Professor Dr. Carmen Scheibenbogen von der Charité Berlin dem Medizinmagazin "Medscape".

Auch Studien würden den Zusammenhang zwischen neu auftretenden Infektionskrankheiten und einem Anstieg von CFS untermauern.

Long-Covid-Syndrom: Was Betroffene tun können

Wenn Sie nach einer Covid-19-Erkrankung Symptome des Long-Covid-Syndroms feststellen, sollten Sie diese nicht herunterspielen und die andauernde Müdigkeit beispielsweise als Stress abtun. Eine erste Anlaufstelle für Betroffene ist idealerweise eine sogenannte Post-Covid-Sprechstunde, die es unter anderem bereits an verschiedenen Universitätskliniken gibt. Dort können die geschilderten Probleme durch erfahrene Mediziner eingeordnet und objektiviert werden – zum Beispiel bei wahrgenommenen Riechstörungen durch die Durchführung von Riechtests oder bei Gedächtnisstörungen durch eine neuropsychologische Testung.

"Das ist wichtig, da es durchaus auch zu Unterschieden zwischen der eigenen Wahrnehmung der Beschwerden und der Objektivierung dieser kommen kann", erläutert Neurologin Prof. Kathrin Reetz von der Neurologischen Klinik der RWTH Aachen. "Nach der Einordnung der Beschwerden, kann dann gegebenenfalls auch eine Therapie erfolgen – ob man gegen Schmerzen zum Beispiel Medikamente verordnet oder bei Konzentrationsschwäche ein neuropsychologisches Training oder Ergotherapie."

Symptom-Tagebuch führen

Reetz hält es für hilfreich, wenn Betroffene ein Symptom-Tagebuch führen. "Der Verlauf von Beschwerden, gerade auch, wenn sie schwankend sind, lässt sich damit besser nachvollziehen." Das hilft den Medizinern bei der Einschätzung. Und man selbst versteht vielleicht auch besser die eigenen Beschwerden und in welcher Ausprägung sie wann auftreten.

Generell empfiehlt die Deutsche Hirnstiftung: Man sollte sich nach der Genesung von der Covid-19-Erkrankung einige Tage Zeit geben. Meist gebe sich der gestörte Geruch- und Geschmackssinn dann wieder. Bei Kopfschmerzen sei es ähnlich. Entwickelt man neurologische Symptome wie Probleme mit der Konzentration oder Kribbeln in den Gliedmaßen aber erst, nachdem man die Infektion offenbar überstanden hat, sollte man sich ärztlichen Rat holen. Der Hausarzt kann einen gegebenenfalls auch an eine neurologische Fachpraxis überweisen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • ÄrzteZeitung: "Internisten fordern Facharzt für Infektiologie"
  • Medscape: "Droht nach der Corona- die CFS-Pandemie?"
  • Apotheke Adhoc
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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