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Coronavirus: Das steckt hinter der neuen Testmethode RT-LAMP-Tests

Lauterbach fordert neuen Schnelltest  

Sind RT-LAMP-Tests die Lösung in der Corona-Pandemie?

18.08.2020, 17:35 Uhr
Coronavirus: Das steckt hinter der neuen Testmethode RT-LAMP-Tests. Teströhrchen in einem Labor: Ein einfacher Speicheltest könnte künftig ausreichen, um Corona-Infektionen nachzuweisen. (Quelle: dpa/Roland Schlager/APA)

Teströhrchen in einem Labor: Ein einfacher Speicheltest könnte künftig ausreichen, um Corona-Infektionen nachzuweisen. (Quelle: Roland Schlager/APA/dpa)

Nach dem Corona-Test-Debakel in Bayern hat Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine neue Methode vorgeschlagen: RT-LAMP-Tests. Was verbirgt sich dahinter und wie zuverlässig sind sie?

Schnelle und genaue Testungen sind im Kampf gegen die Corona-Pandemie unverzichtbar. Doch die bisherige Standardmethode in Deutschland – der sogenannte PCR-Test – gerät immer mehr in die Kritik: Denn manchmal kann es Tage dauern, bis der Getestete sein Ergebnis erhält.

Das hat auch die Test-Panne in Bayern kürzlich gezeigt. Ministerpräsident Markus Söder hatte sich öffentlich dafür entschuldigt, dass Zehntausende Corona-Testergebnisse in seinem Land tagelang liegen geblieben waren. Darunter viele positiv Getestete, die erst spät von ihrer Corona-Infektion erfuhren.

Der SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach forderte daraufhin in der "Welt", bei Massentestungen wie etwa bei Reiserückkehrern auf eine neue Testmethode umzusteigen. Denn die bisher verwendeten PCR-Tests seien nicht schnell genug, mit 60 Euro zu teuer und daher "nicht wirklich geeignet", sagte Lauterbach. Er sprach sich für die Zulassung von sogenannten RT-LAMP-Tests aus.

Was bedeutet RT-LAMP-Test?

RT-LAMP-Tests – oder auch RT-LAMB-Tests – sind Schnelltests, die Speichelproben auswerten. Sie basieren auf einer Technik namens loop-mediated isothermal amplification (LAMP, zu deutsch: schleifenvermittelte isothermale Amplifikation). Diese wurde bereits früher zum Nachweis von Viren wie Zika und Ebola eingesetzt.

Nun haben Forscher einen RT-LAMP-Test entwickelt, der das Coronavirus SARS-CoV-2 erkennen kann – und das schneller und einfacher als die gängige PCR-Methode mit Rachen- oder Nasenabstrich.

Wie der Leipziger Corona-Schneltest funktioniert.​ 

Wie funktioniert die Testmethode?

Für den Test wird eine Speichelprobe entnommen, die zunächst 30 Minuten lang erhitzt wird. Damit werden die im Speichel enthaltenen Enzyme deaktiviert. Dann werden bestimmte Stoffe hinzugefügt, die mittels RT-LAMP das potenziell vorhandene Virenerbgut vermehren.

Eine Farbanzeige zeigt schließlich an, ob genetisches Material des Coronavirus in der Probe enthalten ist. Der gesamte Ablauf soll etwa eine Stunde dauern.

Wo werden RT-LAMP-Tests bereits eingesetzt?

RT-LAMP-Tests werden bereits in Großbritannien erfolgreich eingesetzt. Laut dortigen Berichten liegen die Ergebnisse nicht nur rasch vor, sondern das Verfahren soll auch zuverlässige Ergebnisse liefern. Andere Länder wie Österreich prüfen derweil die Einsatzmöglichkeiten des Tests.

Was sind Vorteile des Verfahrens?

RT-LAMP-Tests haben mehrere Vorteile gegenüber der Standard-PCR-Methode:

  • Sie können Zeit sparen, indem sie eine schnellere SARS-CoV-2-Testung ermöglichen. Je früher die Testpersonen dann über das Ergebnis informiert werden, desto schneller können auch möglicherweise notwendige Maßnahmen ergriffen werden.
  • Sie können Kosten reduzieren. Der Preis eines RT-LAMP-Tests liegt bei etwa zehn Euro. Ein PCR-Tests hingegen kostet etwa 60 Euro.
  • Sie benötigen keine speziellen Geräte und kein Labor. RT-LAMP-Tests können vor Ort erfolgen und ausgewertet werden. Somit können sie auch in abgelegenen Gebieten eingesetzt werden.

Worin liegen die Schwierigkeiten?

Wie treffsicher der Speichel-Schnelltest tatsächlich ist, muss noch weiter erforscht werden. Bislang gibt es nur vereinzelt Studien, die die Genauigkeit von RT-LAMP-Tests bei Corona untersucht haben. Die Ergebnisse zeigen zwar durchweg eine hohe Trefferquote, allerdings fehlt es noch an Praxiserfahrung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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