Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus >

Neue Teststrategie: Ende der kostenlosen Tests für Reiserückkehrer

Labor-Verband zieht Bilanz  

Ende der Tests für Reiserückkehrer – und nun?

15.09.2020, 16:05 Uhr | sms, t-online

Neue Teststrategie: Ende der kostenlosen Tests für Reiserückkehrer. Reiserückkehrer beim Covid-19 Testzentrum im Flughafen Frankfurt: Kostenlose Tests für alle wird es ab heute nicht mehr geben.  (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Reiserückkehrer beim Covid-19 Testzentrum im Flughafen Frankfurt: Kostenlose Tests für alle wird es ab heute nicht mehr geben. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Ab heute können sich nicht mehr alle Reiserückkehrer kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Für die Labore ist das jedoch nur eine kleine Entlastung, wie der Labor-Verband ALM berichtet. 

Wochenlang konnten sich Reiserückkehrer freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. So sollte jeder die Möglichkeit bekommen, nach dem Urlaub zu wissen, ob er sich infiziert hat. Ab heute gibt es diese Möglichkeit nur noch für Rückkehrer aus Risikogebieten, für die eine Testpflicht gilt. Für die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) ist das allerdings kein Grund zum Durchatmen, wie die Labor-Gemeinschaft in einer Pressekonferenz mitteilte.


Vorbereitung auf Herbst- und Wintersaison beginnt

"Wir sind froh, dass die Bundesregierung zur ursprünglichen Teststrategie zurückkehrt", räumt der Vorsitzende Dr. Michael Müller ein. Allerdings könne es noch dauern, bis die sinkenden Testzahlen auch in den Laboren zu spüren seien. Hinzu komme, dass mittlerweile auch der Bedarf an Diagnostik für andere Infektionen steige.

"Wir bereiten uns derzeit auf die beginnende Herbst- und Wintersaison mit dem sicher hohen Bedarf an breit angelegter PCR-Diagnostik für akute Atemwegserkrankungen vor", kündigte Müller an.

Rückstau von 32.000 Corona-Tests in den Laboren

Momentan sind die Zahlen der Tests in Deutschland gleichbleibend hoch. Das liegt laut ALM auch daran, dass vielerorts Lehrer und Schüler getestet werden, nachdem die Schulen nun wieder begonnen haben. In der vergangenen Woche lag die Zahl der Corona-Tests mit 1,02 Millionen wieder auf Rekordniveau. Damit sind rund 90 Prozent der Laborkapazitäten bundesweit ausgelastet. Dadurch ist laut ALM ein Rückstau von rund 32.400 Corona-Tests entstanden, zu denen es noch offene Befunde gibt. 

"Die Teams in der Laboren arbeiten unvermindert am Anschlag, damit alle Proben so schnell wie möglich bearbeitet und die Ergebnisse übermittelt werden können", so Müller. Dagegen hält sich die Positivrate der Tests noch immer bei unter einem Prozent (0,88 Prozent). Laut Weltgesundheitsorganisation gilt die Covid-19-Pandemie dann als unter Kontrolle, wenn zum Beispiel die Positivrate unter fünf Prozent liegt. "Im weltweiten Vergleich sind wir eines der Länder, das die Pandemie mit einer hohen Testquote bislang besonders gut kontrolliert", stellt Evangelos Kotsopoulos von der ALM fest.

Labore raten eindringlich zu Besonnenheit

Auch, wenn es nachvollziehbar sei, dass viele Menschen Klarheit wollen und sich deshalb immer wieder testen lassen möchten, sagt Kotsopoulos, seien die Abstands- und Hygieneregeln viel wichtiger und ein Test sei immer nur eine Momentaufnahme.

Dieser Auffassung ist auch Dr. Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): "Wir brauchen eine deutlich über die Maskenfrage hinausreichende Strategie, um einen erneuten flächendeckenden starken Anstieg von Infektionen zu vermeiden." Deshalb müsse wieder mehr anlassbezogen getestet werden und vor allem Risikogruppen und medizinisches Personal müssten getestet werden. Mehr Tests führten zu mehr positiven Ergebnissen. Daraus lasse sich aber nicht automatisch eine erhöhte pandemische Aktivität ableiten.

Neue Antigen-Tests für eine neue Strategie

Als ein Element der neuen Teststrategie sehen die Akkreditierten Labore in der Medizin auch neue Antigen-Tests. Diese würden aktuell noch genauer untersucht, sodass sie bald für eine breite Zielgruppe eingesetzt werden könnten. Aber auch die Corona-Warn-App sei ein wichtiger Teil im Kampf gegen die Pandemie. Allerdings sei eine bessere Aufklärung der Nutzer und zu Testenden notwendig, um die Daten auch wirklich in ausreichender Menge übermitteln zu können. 

Nach Information des ALM warten einzelne Labore auch noch immer auf eine plattformunabhängige Anbindung durch die Telekom. "Wir tun gut daran, diese Lücken noch vor dem Herbst zu schließen", rät Dr. Michael Müller. "Damit wir auch in Zukunft die Pandemie gut überstehen!"

Verwendete Quellen:
  • Pressemitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team von t-online

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal