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Shutdown oder Lockdown: Was bedeuten die Begriffe der Corona-Pandemie?

Corona-Begriffe  

Was ist der Unterschied zwischen "Lockdown" und "Shutdown"?

23.10.2020, 17:10 Uhr | dpa-AFX

Shutdown oder Lockdown: Was bedeuten die Begriffe der Corona-Pandemie?. Lockdown: In der Corona-Pandemie mussten viele Menschen mit harten Einschränkungen leben.  (Quelle: Getty Images/Dutcher Aerials)

Lockdown: In der Corona-Pandemie mussten viele Menschen mit harten Einschränkungen leben. (Quelle: Dutcher Aerials/Getty Images)

Im Frühjahr gab es in vielen Ländern zum Schutz vor dem Coronavirus einen Lockdown, auch in Deutschland wird immer wieder davon gesprochen. Doch auch der "Shutdown" spielt eine Rolle. 

Die Begriffe "Lockdown" und "Shutdown" machen seit Monaten in Deutschland die Runde. Genau genommen steht das englische "Lockdown" für eine Situation, in der Gebäude oder Gegenden nicht betreten oder verlassen werden dürfen, so das Cambridge Dictionary. "Shutdown" definiert das Wörterbuch als Situation, in der ein Unternehmen (vorübergehend) seinen Betrieb einstellt. Der Duden beschreibt "Lockdown" als Ausgangssperre oder Abriegelung.

"Lockdown" ohne tatsächliche Abriegelungen 

Zurzeit werden die Wörter häufig synonym genutzt für die Einschränkung des öffentlichen Lebens, also wenn Geschäfte geschlossen sind oder die Produktion vieler Firmen eingestellt ist. Abgeriegelt – wie beim eigentlichen "Lockdown" – ist aber nichts.

Sprachwissenschaftler sehen darin schlicht eine Begriffserweiterung. Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache etwa definiert "Lockdown" in diesem Zusammenhang nun als "Zeitraum, in dem fast alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten auf politische Anordnung hin stillgelegt sind (zum Beispiel zum Infektionsschutz)".

Angela Merkel spricht von "Shutdown"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm in ihrer Fernsehansprache am 18. März zwar keines der Wörter in den Mund. Am 20. April sprach sie aber dann doch erstmals öffentlich vom "Shutdown": "Ich glaube, uns eint alle (...), dass es keinen erneuten allgemeinen Shutdown geben wird." Am 23. April wiederholte sie den Begriff im Bundestag.

Tags zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Plenum mit Blick auf das Verhalten der Bevölkerung von einem "aus freier Entscheidung mit den vorliegenden Informationen getroffenen Lockdown durch die Bürgerinnen und Bürger" gesprochen.

Coronavirus: Das öffentliche Leben war lahmgelegt

Die Situation damals: Ab Mitte März war das öffentliche Leben in Deutschland wegen der Corona-Pandemie weitgehend lahmgelegt. Bund und Länder hatten beschlossen, die Grenzen abzuriegeln, Schulen und Kitas zu schließen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen für die Öffentlichkeit zu sperren. Die meisten Gaststätten, Läden und Dienstleister durften keine Kundschaft empfangen, Zusammenkünfte etwa in Kirchen oder Sportvereinen waren verboten. Ansammlungen von mehr als zwei Personen unterschiedlicher Haushalte waren über Wochen nicht zulässig.

Offen blieben hingegen vor allem Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen und Banken. Erst nach dem Osterfest Mitte April wurden die Einschränkungen von den Bundesländern schrittweise wieder gelockert.

Im Gegensatz zu den flächendeckenden Maßnahmen des Frühjahrs gibt es jetzt im Herbst vor allem Gegenmaßnahmen in den sogenannten Hotspots, also Städten und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie. Härtere Maßnahmen könnten folgen, wenn sich die Infektionslage nicht bessert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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