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Corona-Impfungen: Wie wirksam und verträglich ist ein Impfstoffwechsel?


Wie wirksam und verträglich ist ein Impfstoffwechsel?


Aktualisiert am 07.06.2021Lesedauer: 3 Min.
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Corona-Impfung: Welche Auswirkungen hat der Mix verschiedener Impfstoffe? Erste Studienergebnisse liegen nun vor.Vergrößern des Bildes
Corona-Impfung: Welche Auswirkungen hat der Mix verschiedener Impfstoffe? Erste Studienergebnisse liegen nun vor. (Quelle: Ole Spata/dpa-bilder)

Für viele Menschen, die zunächst mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca geimpft wurden, steht bei der zweiten Dosis ein Wechsel auf ein anderes Präparat an. Doch wie steht es um mögliche Impfreaktionen?

Der Impfstoff von Astrazeneca soll aufgrund seltener, aber schwerer Nebenwirkungen nur noch bei Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Hintergrund der Empfehlung sind Fälle von Hirnvenenthrombosen nach Impfungen mit dem Vektorimpfstoff. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft.

Für unter 60-Jährige, die jedoch bereits die erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, bedeutet das: Sie erhalten die Zweitdosis mit einem anderen Covid-19-Impfstoff. Das hat die Ständige Impfkommission (Stiko) Anfang April empfohlen. Zur Wahl stehen dabei die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna. Diese sollen laut Stiko innerhalb von neun bis zwölf Wochen nach der Erstimpfung verabreicht werden.

Charité-Studie: Wohl gute Verträglichkeit und Wirksamkeit

Erste Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit eines solchen Impfstoffwechsels liegen nun vor: Laut einer vorläufigen Charité-Auswertung hat erst Astrazeneca und als zweite Dosis Biontech/Pfizer für Impflinge wohl keine Nachteile bei Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Eine Kombination der Präparate in einem Abstand von zehn bis zwölf Wochen sei laut der Studie gut verträglich und rufe vergleichbare Immunantworten wie eine Impfserie mit zweimal Biontech hervor, schrieb der Charité-Wissenschaftler Leif Erik Sander auf Twitter.

Das Team um Sander erhob und verglich Daten von rund 340 Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die zwischen Ende 2020 und 21. Mai geimpft wurden – davon eine Gruppe zweifach mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer im Abstand von drei Wochen und eine weitere mit Astrazeneca bei der Erst- und Biontech bei der Zweitimpfung.

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek schrieb auf Twitter, es handle sich um "wichtige Daten". Sie kommentierte: "Kurz zusammengefasst: Immunantwort ist (wie erwartet) sehr gut und vergleichbar mit homologer Impfung mit mRNA Impfstoff."

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Die Forscher selbst schränken ein, dass es sich nicht um eine randomisierte kontrollierte Studie handle, also mit zufälliger Zuordnung der Probanden zu den Gruppen. Unklar sei, inwieweit beobachtete Unterschiede auch mit dem längeren Impfintervall der Gruppe mit den verschiedenen Impfstoffen zusammenhängen könnten.

Studie der Universität Oxford zeigt Auswirkungen der Impfstoffkombination

Eine weitere Studie aus Großbritannien hat zudem untersucht, wie das Immunsystem reagiert, wenn nach einem Vektorimpfstoff ein mRNA-Impfstoff folgt. Das Ergebnis: Menschen, die zwei unterschiedliche Covid-19-Impfstoffe erhalten, berichten häufiger von leichten oder mittelschweren Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schüttelfrost.

Die Impfnebenwirkungen seien kurz nach der zweiten Dosis aufgetreten, berichtet das Team um Dr. Robert Shaw von der Universität Oxford im Fachjournal "The Lancet". Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonen die Wissenschaftler.

Von insgesamt 830 Probanden in den Altersstufen 50 bis 69 hatten 463 Freiwillige im Abstand von vier Wochen zwei Impfdosen erhalten: entweder zuerst das Präparat von Astrazeneca und dann das von Biontech/Pfizer oder umgekehrt oder jeweils zwei Dosen des gleichen Impfstoffs.

Impfstoffwechsel führt häufiger zu Beschwerden

Bei den homologen Impfserien (zweimal Astrazeneca in vier Wochen) waren die Impfreaktionen nach der ersten Dosis höher. Wer zweimal Biontech erhielt, hatte dagegen bei der zweiten Dosis verstärkt Reaktionen wie Fieber oder Schüttelfrost.

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Wurde der Impfstoff gewechselt, traten mehr Nebenwirkungen auf. Die Probanden klagten innerhalb von 48 Stunden nach der zweiten Dosis häufiger über Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder Fieber. Für letzteres Symptom geben die Studienautoren folgende Zahlen an:

  • erst Astrazeneca, dann Biontech: Fieber bei 34 Prozent der Geimpften
  • erst Biontech, dann Astrazeneca: Fieber bei 47 Prozent
  • zweimal Astrazeneca: Fieber bei 10 Prozent
  • zweimal Biontech: Fieber bei 21 Prozent

"Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Gabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt", sagte Matthew Snape von der Universität Oxford, der die Studie leitet.

Zu beachten sei auch, dass die 463 Probanden in der Zwischenauswertung im Durchschnitt 57 Jahre alt waren und somit zu einer Altersgruppe gehören, in der Impfreaktionen weniger stark ausfallen als bei Jüngeren. In Deutschland ist der Impfstoffwechsel aktuell aber gerade für Jüngere vorgesehen.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Robert Koch-Institut (RKI)
  • Gesundheitsportal aponet
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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