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Diese Ernährungsform könnte das Covid-Risiko steigern

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 18.10.2021Lesedauer: 3 Min.
Grillen: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Ernährungsform und dem Covid-Risiko?
Grillen: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Ernährungsform und dem Covid-Risiko? (Quelle: Ivanko_Brnjakovic/getty-images-bilder)
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Es gibt viele Faktoren, die eine Covid-19-Erkrankung beeinflussen können: Geschlecht, Alter, Vorerkrankungen, Blutgruppe – und auch unsere Ernährung? Forscher wollen dafür neue Belege gefunden haben.

Mehrere Studien haben bereits nahegelegt, dass die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Schwere der Symptome und der Krankheitsdauer einer Covid-19-Erkrankung spielen könnte. Bislang gibt es jedoch nur wenige Hinweise, die diese Theorie bestätigen oder widerlegen.


Diese Organe kann das Coronavirus schädigen

Covid-19 galt zunächst nur als Erkrankung der Atemwege und Lunge. Doch Untersuchungen konnten zeigen, dass sich das Coronavirus auch in anderen Organen ausbreiten kann.
Der SARS-CoV-2-Erreger befällt vor allem die unteren Atemwege. Betroffene mit einem mittleren oder schweren Verlauf entwickeln meist einen trockenen Husten, Atemnot und/oder sogar eine Lungenentzündung. Besonders vorgeschädigte Lungen – zum Beispiel durch Rauchen – scheinen anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.
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Eine koreanische Untersuchung etwa hat Anfang 2021 herausgefunden, dass die Ernährung in westlichen Ländern die Menschen anfälliger für das Coronavirus machen könnte. Denn dort werden oftmals stark verarbeitete Lebensmittel verzehrt, die wenig Ballaststoffe enthalten.

Diese Ernährungsweise sei somit eine der wesentlichen Ursachen "für ein schlechtes Darmmikrobiom und kann so möglicherweise auch ein Grund sein, weswegen diese Länder besonders stark von der Pandemie betroffen sind", heißt es von den Studienautoren. Der Zustand des Darms zum Zeitpunkt einer Corona-Infektion spiele eine wichtige Rolle. Ein gesunder Darm könne demnach vor schweren Covid-19-Verläufen schützen.

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Untersuchung: Bestimmt unsere Ernährung den Corona-Verlauf?

Um besser zu verstehen, wie die Ernährung eines Menschen sein Risiko für Covid-19 beeinflusst, analysierte ein Forscherteam aus den USA Daten von Mitarbeitern des Gesundheitswesens aus sechs Ländern, darunter auch Deutschland. Die Ergebnisse wurden im Juni im englischsprachigen Fachmagazin "BMJ Nutrition, Prevention & Health" veröffentlicht.

Die Studienteilnehmer füllten einen Online-Fragebogen über ihre Ernährung aus und gaben an, ob sie mit dem Coronavirus infiziert waren. Von den mehr als 2.300 Teilnehmern hatten 568 bereits eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht. 138 von ihnen berichteten über mittelschwere bis schwere Symptome, 430 hatten einen milden Verlauf.

Von den 568 Probanden gaben schließlich 41 an, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. 46 Personen folgten einer pescetarischen Ernährung.

Vegetarier essen nichts von getöteten, sondern nur von lebenden Tieren. Hierzu gehören Lebensmittel wie Milchprodukte, Eier und Honig.
Veganer verzichten auf alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs.
Pescetarier verzichten auf den Verzehr von Fleisch. Fisch – lateinisch "piscis", daher der Name – und Meeresfrüchte stehen dagegen auf dem Speiseplan.

Laut Studie: Fleischesser erkranken öfter schwer an Covid-19

Das Ergebnis nach der Datenauswertung: Menschen, die sich pflanzlich ernähren – also Vegetarier und Veganer – oder nur Fisch zu sich nehmen wie Pescetarier, erkrankten deutlich seltener schwer an Covid-19 als Fleischesser.

Das heißt konkret:

  • Vegetarier und Veganer hatten eine um 73 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, mittelschwer bis schwer an Covid-19 zu erkranken, verglichen mit denen, die sich nicht pflanzlich ernährten.
  • Bei Pescetariern war die Wahrscheinlichkeit um 59 Prozent geringer als bei Personen, die eine andere Ernährungsweise verfolgten.

Die Tendenzen blieben gleich, nachdem die Forscher auch das Gewicht, das Alter, Vorerkrankungen und den Lebensstil (Rauchen, körperliche Aktivität) der Teilnehmer berücksichtigt hatten. "In sechs Ländern war eine pflanzliche oder pescetarische Ernährung mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für eine mittelschwere bis schwere Covid-19-Erkrankung verbunden", heißt es im Fazit der Studie. Warum diese Ergebnisse auftraten, sei unklar.

Ein möglicher Erklärungsansatz lautet demnach: Die pflanzliche Ernährung neige dazu, reich an Nährstoffen zu sein, die die Gesundheit des Immunsystems förderten. Für Pescetarier seien ölige Fische wie Lachs und Makrele ebenfalls reich an entzündungshemmenden Nährstoffen wie Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren, die das Virus abwehren könnten. Diese Ernährungsmuster könnten daher zum Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen in Betracht gezogen werden.

Wie aussagekräftig sind die Studienergebnisse?

Es gibt eine Reihe an Einschränkungen, sodass bei der Interpretation der Ergebnisse Vorsicht geboten ist:

  • Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann keine Ursache, sondern nur eine Korrelation festgestellt werden. Außerdem beruht sie auf Selbstauskünften der Teilnehmer und nicht auf objektiven Bewertungen, schränken die Forscher selbst ein.
  • Männer waren in dieser Studie in der Überzahl, sodass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Frauen übertragbar sind.
  • Die Studie wurde in sechs Ländern mit verschiedenen Ernährungsgewohnheiten durchgeführt. Die Definition bestimmter Ernährungsmuster kann sich jeweils unterscheiden, betonen auch die Forscher.

Die Studienergebnisse sollten daher nur als Hinweise gedeutet werden. Weitere Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Covid-19 beleuchten, sind notwendig.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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