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Long Covid: Corona-Impfung kann Symptome lindern


Diese Corona-Impfstoffe helfen auch gegen Long Covid

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 23.06.2021Lesedauer: 2 Min.
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Kopfschmerzen und anhaltende Erschöpfung: Long Covid gilt als Spätfolge einer Corona-Infektion.
Kopfschmerzen und anhaltende Erschöpfung: Long Covid gilt als Spätfolge einer Corona-Infektion. (Quelle: fizkes/ iStock / Getty Images Plus/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Corona-Spätfolgen treffen etwa zehn Prozent der Infizierten. Forscher sind dem Phänomen Long Covid auf der Spur. Eine Studie legt nahe: Eine Corona-Impfung kann für Linderung der Symptome sorgen.

Corona und kein Ende? In Deutschland leiden etwa 350.000 Menschen an den Spätfolgen einer Corona-Infektion. Die Symptome sind vielfältig: Kopfschmerzen, Erschöpfung und geringe Belastbarkeit ("Fatigue-Syndrom"), Muskelschmerzen, Atemnot, Depressionen und Angstzustände zählen dazu.


Corona-Impfstoffe im Vergleich: Wie wirksam sind sie?

In der EU zugelassen sind bislang vier Präparate: die Corona-Impfstoffe von Biontech /Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Doch wie wirksam sind die Mittel im Vergleich?
Astrazeneca: Nach Herstellerangaben schützt der Impfstoff zu 76 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen. Gegen schwere Covid-Erkrankungen sei der Impfstoff zu 100 Prozent wirksam, erklärte das Unternehmen.
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Aber auch neurologische Probleme (beispielsweise Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen), Geschmacks- und Geruchsveränderungen, Seh- und Höreinschränkungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Beeinträchtigungen des Magen-Darm-Trakts werden beschrieben. Über 50 verschiedene Symptome treten auf, oft halten die Beschwerden monatelang an.

Long Covid: Veränderungen in den Zellen

Long Covid kann unabhängig vom Schweregrad des Krankheitsverlaufes auftreten. Noch immer ist nicht geklärt, was die Krankheit auslöst. Ein Zusammenschluss deutscher Forscher, unter anderem vom Max-Planck-Institut für Physik und Medizin, ist den Ursachen auf der Spur.

Sie untersuchten das Blut von Covid-19-Patienten und fanden signifikante Veränderungen der Zellen. Die roten Blutkörperchen waren deutlich geschädigt, was zur Beeinträchtigung der Sauerstoffversorgung oder auch zu Embolien führen kann.

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Die weißen Blutkörperchen waren deutlich weicher als in der Vergleichsgruppe der gesunden Studienteilnehmer. Dies lasse auf eine starke Immunreaktion schließen. Einige Zellveränderungen blieben über Monate erhalten.

Zur weiteren Erforschung von Long Covid stellt das Bundesforschungsministerium bundesweit fünf Millionen Euro zur Verfügung. Britische Wissenschaftler untersuchten jetzt eine Methode zur Verbesserung der Symptome.

Impfung kann auch gegen Long Covid helfen

Betroffenen kann offenbar eine Impfung mit den verfügbaren Corona-Impfstoffen helfen. Die Forscher befragten 900 Long-Covid-Betroffene nach ihren Symptomen nach Verabreichung der Impfdosen. 50 Prozent hatten sich mit Astrazeneca impfen lassen, 40 Prozent mit Biontech, knapp neun Prozent mit Moderna und ein Prozent mit dem Vakzin von Johnson & Johnson.

Fazit der Forscher: "Wir fanden heraus, dass fast 57 Prozent der Teilnehmer eine Gesamtverringerung ihrer Symptomwerte zeigten." Knapp jeder Vierte (24,6 Prozent) stellte keinen Unterschied fest, knapp 19 Prozent berichteten von einer Verschlechterung ihrer Symptome.

mRNA-Impfstoffe im Vorteil

Als besonders effektiv stellten sich dabei die mRNA-Impfstoffe heraus, Moderna zeigte eine besonders hohe Wirksamkeit. "Wir fanden einen signifikanten Unterschied in Bezug auf Verbesserungen bei Müdigkeit, Muskelschmerzen und Brustschmerzen zwischen denjenigen, die den Moderna-Impfstoff erhielten, verglichen mit denen, die Astrazeneca bekamen“, heißt es in der Studie. Gleiches gilt für Long-Covid-Symptome wie Magen-Darm- oder neurologische Beschwerden. Über die Hälfte der Befragten berichteten zudem, dass die Verbesserungen dauerhaft auftraten.

Die Studie wurde von der Interessenvertretung "LongCovidSOS" in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Exeter und Kent erstellt. Die Wissenschaftler erklären, dass weitere Forschungen nötig seien. So wurde die Analyse noch nicht fachlich begutachtet. Und: Da es keine Kontrollgruppe gab, könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich einige Teilnehmer auch ohne die Impfungen weiter erholt hätten.

Regelungen in Deutschland

In Deutschland wird Personen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht haben, eine Impfung sechs Monate nach der Ansteckung empfohlen. Das Robert Koch-Institut (RKI) teilt mit: "Gründe hierfür sind die mindestens sechs bis acht Monate andauernde Schutzwirkung durch die Infektion sowie der bestehende Impfstoffmangel."

Verabreicht wird jedoch nur eine Impfstoffdosis: "Aufgrund der bestehenden Immunität nach durchgemachter Infektion kommt es durch die einmalige Boosterung durch die Impfung zu einer sehr guten Immunantwort", so das RKI. Alle zugelassenen Impfstoffe könnten verwendet werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Studie Max-Planck-Institut (23. Juni 2021)
  • Pressemitteilung zur Studie
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