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Corona und Long-Covid: Männer mit Erektionsstörungen

Long-Covid-Symptom  

Immer mehr Männer leiden unter Erektionsstörungen

17.11.2021, 16:10 Uhr
Corona und Long-Covid: Männer mit Erektionsstörungen. Covid-19: Die Erkrankung kann auch langanhaltende Probleme hervorrufen, die die sexuelle Gesundheit betreffen. (Quelle: Getty Images/tommaso79)

Covid-19: Die Erkrankung kann auch langanhaltende Probleme hervorrufen, die die sexuelle Gesundheit betreffen. (Quelle: tommaso79/Getty Images)

Müdigkeit, Erschöpfung und Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Folgen von Covid-19. Männern drohen noch weitere, wie aktuell Forscher und Mediziner berichten.

Die meisten Menschen überstehen eine Corona-Infektion ohne Folgen. Einige aber kommen nur schwer wieder auf die Beine und klagen wochen- oder sogar monatelang über Long-Covid-Symptome wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelschwäche oder auch Atemnot. Häufiger davon betroffen sind Frauen.

Long-Covid: Erektionsstörungen bei Männern

Doch auch Männer kann Long-Covid schwer treffen: Es häufen sich Berichte, dass Covid-19 die männliche Potenz beeinflusst – auch über die eigentliche Erkrankung hinaus. So stellten bereits 2020 US-amerikanische und italienische Forscher fest, dass einige Männer, die an Covid-19 erkrankt waren, später langanhaltende Erektionsprobleme zeigten.

Als Erektionsstörung – auch erektile Dysfunktion genannt – wird die mangelnde Versteifungsfähigkeit des Penis beziehungsweise die ungenügende Dauer der Versteifung bezeichnet.

Eine Studie, die im Fachjournal "Andrology" veröffentlicht wurde, bestätigt: Von Covid-19 genesene Männer haben ein sechsfach erhöhtes Risiko für Erektionsstörungen und – in seltenen Fällen – auch Unfruchtbarkeit. Forscher und Mediziner gehen von verschiedenen möglichen Ursachen aus.

Schädigung des Blutzuflusses

Zum einen könnte eine Schädigung des Blutzuflusses zum Penis dafür sorgen, dass die Betroffenen keine Erektion bekommen oder sie nicht aufrechterhalten können. Laut einer Studie der University of Miami konnten auch sechs bis acht Monate nach der eigentlichen Erkrankung noch SARS-CoV-2-Partikel in Penis und Hoden von Corona-Patienten nachgewiesen werden. 

Die Wissenschaftler schlussfolgerten daraus, dass die durch das Virus verursachten Schäden an den Blutgefäßen die Durchblutung des Penis stören und somit zu einer erektilen Dysfunktion führen könnten. Dass das Coronavirus Blutgefäße schädigen kann, ist schon länger von anderen Organen bekannt.

Testosteronmangel und weitere Faktoren

Ein weiterer Faktor, der eine Rolle spielen könnte, wenn es um Potenzprobleme geht: die Hormone. Mehrere Studien konnten zeigen, dass Männer mit Covid-19 oft deutlich geringere Testosteronspiegel aufweisen als üblich.

Noch ist allerdings unklar, wie lange die bisher in klinischen Studien beobachteten niedrigen Testosteronwerte bei Männern nach Covid-19 anhalten – und inwieweit das mit einer längerfristigen Beein­trächtigung von Hoden und Penis zusammen­hängen könnte. Ungeklärt bleibt auch, inwiefern das Alter und die Schwere der Erkrankung relevant sind.

Als weitere Ursachen der Erektionsstörungen kommen auch psychischer Stress, Ängste und depressive Verstimmungen infrage. Eine Corona-Infektion kann nachweislich zu solchen psychischen Beschwerden führen, die wiederum das Sexualleben beeinträchtigen.

Nachfrage nach Potenzmitteln steigt seit Pandemiebeginn

Dass Erektionsstörungen seit der Corona-Pandemie zunehmen, zeigen indirekt auch die Verkaufszahlen von Potenzmitteln. Einer US-Studie im "Journal of General Internal Medicine" zufolge sind die Verkaufszahlen der beiden potenzsteigernden Medikamente Viagra und Cialis im letzten Jahr sprunghaft angestiegen.

Insgesamt sind Erektionsstörungen aber im Vergleich zu den anderen Long-Covid-Symptomen eine eher seltene Folge der Corona-Infektion.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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