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So sicher sind PCR-Tests wirklich

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 24.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Corona-Test (Symbolbild): In bestimmten Fällen können PCR-Tests auch durch Schnelltests ersetzt werden.
Corona-Test (Symbolbild): In bestimmten Fällen können PCR-Tests auch durch Schnelltests ersetzt werden. (Quelle: Nikola Stojadinovic/getty-images-bilder)
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Sie gelten als Goldstandard in der Corona-Diagnostik und werden vor allem für die sichere Bescheinigung einer Infektion genutzt. Doch wie funktionieren PCR-Tests eigentlich und können sie leicht ersetzt werden?

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist ein PCR-Test und wie funktioniert er?
  • Wann werden PCR-Tests aktuell angewendet?
  • Wie sicher sind PCR-Tests?
  • In welchen Fällen könnte auch ein Schnelltest zuverlässige Ergebnisse liefern?

Der PCR-Test gilt als das zuverlässigste Verfahren, um in der Corona-Pandemie herauszufinden, ob jemand infiziert ist oder nicht. Allerdings müssen die Tests in Laboren ausgewertet werden, die in der aktuellen Omikron-Welle durch die massiv ansteigenden Fallzahlen zunehmend überlastet sind.


Corona-Selbsttest: So funktioniert der Schnelltest zu Hause

1. Schritt (Symbolfoto): Nachdem Sie das Testkit ausgepackt und auf Zimmertemperatur gebracht haben, entnehmen Sie einen Abstrich gemäß der Packungsbeilage.
2. Schritt (Symbolfoto): Um den Test auswerten zu können, müssen Sie die Probe aufbereiten. Dazu geben Sie, je nach Anleitung des Herstellers, zunächst die Probenflüssigkeit in das aufrechte Extraktionsröhrchen.
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Es stellt sich die Frage, ob der PCR-Test wirklich das Nonplusultra ist oder ob Schnelltests in bestimmten Fällen eine gute Alternative bieten können. Wie sicher sind die PCR-Tests wirklich? Und wie funktionieren sie überhaupt?

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Was ist ein PCR-Test und wie funktioniert er?

Grundsätzlich ist der PCR-Test ein Labortest, der im Fall der Corona-Pandemie SARS-CoV-2 nachweisen soll. Er gilt als "Goldstandard" der Corona-Tests und weist mittels einer Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege zuverlässig nach, ob sich im Körper der oder des Untersuchten Erreger befinden oder nicht.

Dazu wird wie auch beim Schnelltest zunächst eine Probe aus den Schleimhäuten entnommen: Der Abstrich kann dabei sowohl über den Rachen- als auch den Nasen-Rachenraum erfolgen. Auch Proben aus den tieferen Atemwegen, beispielsweise über Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre sind möglich.

Entscheidend für die Einordnung als PCR-Test ist demnach nicht die Art der Probenentnahme, sondern die Art der Laboruntersuchung im Anschluss.

Unabhängig von der Corona-Pandemie handelt es sich beim PCR-Test um ein Standardverfahren in der Diagnostik der Viren. Der Test funktioniert mit der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (auf Englisch: polymerase chain reaction = PCR). Dabei wird das Erbmaterial des Virus vervielfältigt, sodass es sogar nachgewiesen werden kann, wenn nur wenige Erreger vorhanden sind.

Die Durchführung der PCR selbst dauert etwa vier bis fünf Stunden, hinzu kommen dann die Transportzeit zum Labor, Vorbereitungszeit und auch Wartezeit aufgrund hohen Probenaufkommens. Meist liegt das Ergebnis dann innerhalb von 24 bis 48 Stunden beim Patienten vor.

Wann werden PCR-Tests aktuell angewendet?

Weil der PCR-Test für besonders sicher befunden wird, ist er für alle Altersgruppen maßgeblich dafür, ob jemand aufgrund einer Corona-Infektion in Quarantäne muss. Die Entscheidung, ob der Test jedoch überhaupt durchgeführt wird, trifft ein Arzt oder das Gesundheitsamt. Die nationale Teststrategie empfiehlt den PCR-Test aktuell für folgende Situationen:

  • bei Symptomen, die auf Covid-19 hindeuten
  • nach einem positiven Antigen-Schnelltest, Selbsttest oder Pooltest
  • bei Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall
  • bei Covid-Fällen in einer Einrichtung wie Schulen, Krankenhäusern, Arztpraxen oder Ähnlichem
  • vor der Aufnahme in Krankenhäusern, Pflege- oder anderen Einrichtungen

In diesen Situationen soll der PCR-Test dann für die Betroffenen auch kostenlos sein. Künftig könnte diese Priorisierung jedoch noch strenger zum Einsatz kommen, wenn die Infektionszahlen weiter steigen und die Labore endgültig an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Wie sicher sind PCR-Tests?

Grundsätzlich hat der PCR-Test sowohl eine hohe Sensitivität – er weist also das Virus mit einer hohen Treffsicherheit nach – als auch eine hohe Spezifität, er weist also genau das gewünschte Virus nach und schlägt nicht etwa auch bei Grippe oder Erkältung an.

Doch obwohl der PCR-Test als der zuverlässigste Test auf das Coronavirus gilt, kann es in seltenen Fällen auch hier zu falsch-positiven oder auch falsch-negativen Testergebnissen bekommen.

Zu falsch-negativen Ergebnissen kann es beispielsweise dann kommen, wenn die Entnahme der Probe nicht sachgemäß stattgefunden hat oder die Probe nicht ordnungsgemäß zum Labor transportiert wurde. Oder der Test wurde durchgeführt, als die Virenlast noch nicht hoch genug war, also sehr früh nach der Ansteckung. Sind dann die Krankheitszeichen sehr typisch für Covid-19, kann ein PCR-Test wiederholt werden.

Falsch-positive Ergebnisse sind hingegen zwar nicht auszuschließen, jedoch sehr unwahrscheinlich. Wer also PCR-positiv getestet wurde, sollte davon ausgehen, auch wirklich infiziert zu sein und sich entsprechend isolieren und Mitmenschen schützen.

In welchen Fällen könnte auch ein Schnelltest zuverlässige Ergebnisse liefern?

Schnell- und Selbsttests haben im Vergleich zu PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Dennoch bieten auch sie eine gute Möglichkeit, eine Infektion mit dem Coronavirus nachweisen zu können. Um die Labore zu entlasten und mehr PCR-Tests durch Schnelltests zu ersetzen, schlägt beispielsweise Michael Müller, der Vorsitzende der Akkreditieren Labore in der Medizin (ALM) vor, in bestimmten Situationen auf den PCR-Test zu verzichten.

"Vorgesehen ist der PCR-Test beispielsweise als verpflichtende Untersuchung für Personen aus den Krankenhäusern oder ähnlichen Einrichtungen", so Müller, "Antigentests bieten sichere Ergebnisse, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Bestehen Sie nicht auf die PCR." Müller verwies auf die richtige Technik bei der Entnahme der Probe, auf die Qualität der Tests und darauf, sich auch entsprechend vorzubereiten, kurz vorher also beispielsweise nichts mehr zu essen oder zu trinken, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.

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Er könne sich beispielsweise vorstellen, dass in Familien, in denen alle die gleichen Symptome aufweisen, nur noch ein Familienmitglied PCR-getestet würde. Auch, wenn jemand eindeutige Symptome und einen positiven Schnelltest habe, könne man auch ohne PCR sicher sein, dass es das Coronavirus sei.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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