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Experte: Die Infektionszahlen sind dreimal höher als bekannt

Von Christiane Braunsdorf

07.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Ein Straßencafé in Heidelberg: Ab dem 20. März sollen die meisten Anti-Corona-Maßnahmen abgeschafft werden.
Ein Straßencafé in Heidelberg: Ab dem 20. März sollen die meisten Anti-Corona-Maßnahmen abgeschafft werden. (Quelle: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski/dpa-bilder)
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Die Regierung will am 20. März die meisten Corona-Beschränkungen aufheben. Der richtige Zeitpunkt – oder ein riskantes Unterfangen? Ein Experte erklärt die aktuelle Lage.

"Freedom Day" nannten andere Länder den Tag, an dem die Anti-Corona-Maßnahmen aufgehoben wurden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will von dem Begriff nichts hören. Das Coronavirus lasse sich von einem solchen Tag nicht beeindrucken, sagte er jüngst vor Journalisten in Berlin. Er höre häufig, dass das Ende der Pandemie in Deutschland unmittelbar zu erwarten sei – eine Einschätzung, die er "ausdrücklich nicht" teile.


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Wie ist die aktuelle Situation? Sind die letzten Öffnungsschritte tragbar? t-online fragte den Epidemiologen Markus Scholz.

t-online: Herr Scholz, mit welchen Gefühlen schauen Sie auf den 20. März? Ist die Aufhebung aller Anti-Corona-Maßnahmen aus epidemiologischer Sicht vertretbar?

Markus Scholz: Wann der beste Zeitpunkt für diesen Schritt ist, ist schwer zu sagen. Klar ist, wir sehen derzeit eine Art Plateau, in einigen Regionen einen Rückgang, in anderen aber auch Anstiege. Aber wir sehen auch nicht die wirkliche Zahl der Infektionen.

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Viele Menschen lassen sich weniger oder gar nicht mehr testen oder melden positive Tests auch nicht mehr an die Gesundheitsämter weiter, um die Quarantäne zu umgehen. Wir gehen davon aus, dass die eigentlichen Infektionszahlen dreimal höher sind als die offiziellen Daten.

Das bedeutet, die Durchseuchung ist schon viel weiter fortgeschritten, als wir sehen?

Ja, und die Politik hat de facto das Konzept der Durchseuchung gewählt. Was das für Folgen bezüglich Long Covid haben kann, ist noch unbekannt. Aber klar ist: Die Krankenhausauslastung steigt unter Omikron nicht mehr in dem Maße an. Infektionen führen nicht mehr zu so vielen Krankenhauseinweisungen. Damit fällt das Hauptargument für Kontaktbeschränkungen weg. Und irgendwann muss die Politik diesen Schritt gehen und die Verantwortung aus den Händen des Staates an das Individuum zurückgeben.

Dr. Markus Scholz
Dr. Markus Scholz (Quelle: Universität Leipzig, Fotograf: Christian Hüller)


Markus Scholz ist Epidemiologe an der Universität Leipzig und forscht dort zur weiteren Entwicklung der Pandemie.

Das hat meist nicht so wirklich gut funktioniert in der Pandemie …

Ja, ich bin da auch eher skeptisch. Wenn wir die Kontaktbeschränkungen aufheben, werden die Menschen ihre neue Freiheiten auch ausleben. Vielleicht aber nicht ganz so unbeschwert bzw. in dem Umfang wie früher. Denn wir sehen: In den gesamten zwei Jahren der Corona-Pandemie hat es nie wieder das Kontaktniveau gegeben wie vor der Pandemie. Auch in den Monaten, in denen die Inzidenzen vergleichsweise niedrig waren. Das zeigen die Mobilitätsdaten. Die Menschen sind insgesamt vorsichtiger geworden.

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Nun verkündet die Regierung, dass auch nach dem 20. März weiterhin Basisschutzmaßnahmen gelten. Wissen Sie, was damit gemeint ist?

Nein, aber ich würde weiterhin Abstand und die Maske in Innenräumen wie im Büro oder im ÖPNV empfehlen. Ich persönlich gehe zum Beispiel auch weiterhin nicht in sehr volle Restaurants, wo Abstände nicht eingehalten werden können. Durch den Wegfall aller Maßnahmen wird es für die Risikogruppen, die sich nicht infizieren wollen, sehr schwer. Ein Basisschutz sollte also zunächst erhalten bleiben, bis die Infektionszahlen deutlich zurückgehen.

Herr Drosten warnte neulich, auch im Sommer würden wir Infektionen sehen …

Das wird so sein, aber ich erwarte sehr niedrige Inzidenzen in den Sommermonaten.

Und was erwartet uns im Herbst und Winter?

Das kann keiner genau vorhersehen. Aber ich denke, wir werden nicht wieder in die Situationen der Überlastung der Intensivstationen oder Krankenhausbelegungen kommen. Zumindest nicht durch Corona allein.

Was allerdings relevant werden könnte, ist der Kombinationseffekt aus Corona und der Grippe oder anderen Atemwegserkrankungen. In den letzten zwei Jahren fiel die Grippesaison durch die Anti-Corona-Maßnahmen praktisch aus. Das wird bei Wegfall der Maßnahmen nicht mehr so sein. Darin könnte im Herbst/Winter noch eine Gefahr erwachsen.

Einige orakeln, Delta könnte zurückkehren …

Das ist theoretisch möglich. Wir wissen nicht genau, wie eine Omikron-Infektion vor Delta schützt und wie lange der Schutz wirkt. Bei leichten Verläufen ist damit zu rechnen, dass auch die Schutzwirkung vor weiteren oder erneuten Ansteckungen geringer ist. Es ist im Moment schwer abschätzbar, wie groß der Schutz vor Delta ist bzw. wie lange dieser anhält.

Und dann haben wir eine endemische Situation …

Ja, es kann im Herbst/Winter regelmäßig zu Wellen kommen, sodass der Schutz eventuell wieder hochgefahren werden muss, etwa wieder Masken im ÖPNV getragen werden müssen. Ich gehe auch davon aus, dass regelmäßige Auffrischungsimpfungen vor der Herbst/Winter-Saison zumindest für Risikogruppen notwendig sein werden. Dadurch kann man voraussichtlich eine Überlastung des Gesundheitssystems zukünftig vermeiden.

Herr Scholz, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
CoronavirusDeutschlandHeidelbergKarl LauterbachSPD
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