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Alltagswissen: Dafür ist das Loch im Lineal wirklich gedacht

Nicht nur zum Aufhängen  

Dafür ist das Loch im Lineal wirklich gedacht

01.07.2021, 17:31 Uhr | t-online, ron

Alltagswissen: Dafür ist das Loch im Lineal wirklich gedacht. Lineal: Es eignet sich zum Messen und Ziehen gerader Linien. (Quelle: imago images/Steinach)

Lineal: Es eignet sich zum Messen und Ziehen gerader Linien. (Quelle: Steinach/imago images)

Egal ob für zu Hause, im Büro oder in der Schule: Ein Lineal ist praktisch, denn man kann mit ihm messen und zeichnen. Aber weshalb befindet sich am Anfang oder Ende eigentlich ein Loch?

Was seinen Namen betrifft, so ist das Lineal in unseren Breiten erst seit dem 15. Jahrhundert schriftlich belegt. Es setzt sich aus lateinisch linea ("Strich, Linie, Richtschnur") beziehungsweise dem davon abgeleiteten linealis ("in Linien bestehend, in Linien gemacht") zusammen.

Lineale gibt es allerdings schon viel viel länger. Als bislang ältestes gilt ein etwa 4.400 Jahre alter Messstab, der aus Indien stammt.

Lineal: Lehrmittel für Grundausstattung

In der frühen Neuzeit wurden Lineale nur dafür verwendet, gerade Linien zu ziehen. Erst später kam eine aufgedruckte Skala zum Abmessen hinzu. Hierzulande startete das Lineal nach der deutschen Reichsgründung im Jahr 1871 – vor allem in der Schulbildung – seinen phänomenalen Siegeszug.

Schulkinder: Die Schiefertafel gehörte in den 1920er-Jahren zum Lernalltag. (Quelle: imago images/Gerhard Leber)Schulkinder: Die Schiefertafel gehörte in den 1920er-Jahren zum Lernalltag. (Quelle: Gerhard Leber/imago images)

Im Oktober 1872 traten die sogenannten "Allgemeinen Bestim­mungen betreffend das Volksschul-, Präparanden- und Seminarwesen" in Kraft. Darin wurde auch die Ausstattung des Schulzimmers – das Wort Klassenraum gab es damals noch nicht – geregelt. Bestimmte Lehrmittel wurden vorgeschrieben, die damals als pädagogisch fortschrittlich galten. Dazu zählten neben Wandkarten und Globus auch eine Geige und das Lineal.

Deshalb hat das Lineal ein kleines Loch

Später gehörte das Zeichengerät neben der Schiefertafel ebenso zur Grundausstattung eines jeden Schülers. Und eben jene Tafel, auf der die Kinder mit Griffeln schrieben, ist auch der Grund, weshalb das Lineal überhaupt ein Loch hat. Damals wurde in der kleinen runden Öffnung eine Schnur mit einem Putzlappen festgemacht. Dieser wurde zum Reinigen der Tafel verwendet. Eine praktische Idee.

Als Mitte des 20. Jahrhunderts die Schiefertafeln verschwanden, verwendete man das Loch dafür, das Lineal an einen Nagel oder Haken zu hängen. Wegen der Gefahr, sich daran zu verletzen, verwarf man diese Idee in der Schule alsbald wieder.

Lineal für Linkshänder: Am 13. August ist jährlich der Weltlinkshändertag. (Quelle: imago images/epd)Lineal für Linkshänder: Am 13. August ist jährlich der Weltlinkshändertag. (Quelle: epd/imago images)

Dennoch werden bis heute Lineale mit sogenannter Aufhängebohrung für zu Hause hergestellt. Ordnung ist schließlich das halbe Leben. Dabei sind die neuesten Geräte nachhaltig korrekt aus weichmacherfreiem Biokunststoff oder unlackierten heimischen Hölzern wie Ulme oder Buche. Im Übrigen gibt es sie auch für Linkshänder. Gleichberechtigung muss schließlich sein.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Duden. Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich, 1997, S. 422.
  • Wittmütz, Volkmar: "Die preußische Elementarschule im 19. Jahrhundert". In: Themenportal Europäische Geschichte, 2007
  • Geo
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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