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Lebensmittelmotten Schritt für Schritt loswerden

Tipps gegen Schädlinge  

Lebensmittelmotten Schritt für Schritt loswerden

06.08.2018, 16:08 Uhr | Katja Fischer, dpa-tmn

Lebensmittelmotten Schritt für Schritt loswerden. Lebensmittelmotten kleben in einer Mottenfalle: Um sicher zu gehen, dass man tatsächlich alle Motten, Larven und Eier beseitigt hat, sollte man eine Mottenfalle aufstellen. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)

Lebensmittelmotten kleben in einer Mottenfalle: Um sicher zu gehen, dass man tatsächlich alle Motten, Larven und Eier beseitigt hat, sollte man eine Mottenfalle aufstellen. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Oft bringt man sie vom Einkauf mit. Die Rede ist von Lebensmittelmotten. Nisten sie sich beispielsweise im Vorratsschrank ein, ist es oft gar nicht so einfach, sie wieder loszuwerden. Was Sie zu den Schädlingen wissen sollten und wie Sie sie loswerden, lesen Sie hier.

1. Lebensmittel kontrollieren

Lebensmittelmotten befallen nicht alle Nahrungsmittel. "An Öl, Fett, Zucker, Salz und stark geräucherten Lebensmitteln haben sie kein Interesse", sagt Gerlinde Nachtigall vom Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Quedlinburg. Auch Kaffee und schwarzen Tee lassen sie in der Regel außer Acht. "Sie lieben Mehl und Grieß, auch Müsli, Tierfutter, Nüsse, Trockenobst, Hülsenfrüchte, Gewürze, Kräuter- und Früchtetee."

2. Auf Warnzeichen achten

Nur selten findet man ausgewachsene Tiere in den Lebensmitteln. Meist handelt es sich um ihre Eier, aus denen Larven schlüpfen. "Der Befall zeigt sich durch kleine Klümpchen und feine Gespinste", erklärt Markus Puschmann vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband in Greven. "Die Larven werden maximal 14 bis 17 Millimeter lang." Das Problem: "Sie legen ihre Eier in Ritzen oder an Stellen, von denen die schlüpfenden winzigen Larven selbst in kleinste Löcher an der Schweißnaht oder der Perforation direkt die Verpackung einwandern können", erläutert Nachtigall. Lebensmittel können also schon beim Kauf befallen sein.

3. Vorräte dicht verschließen

Die Vorräte sollte man aus den Verkaufspackungen nehmen und insektendicht verschließen, empfiehlt Nachtigall. Das gilt insbesondere, wenn Verbraucher sie längere Zeit bei Temperaturen über 15 Grad aufbewahren. Gar nicht so einfach, denn viele Gläser und Blechdosen sind für die Insekten keine Hindernisse. Behälter müssen fest schließende Deckel mit Schraubgewinde oder einer speziellen Dichtung haben. Außerdem gilt: "Halbvolle Gefäße sollten nicht mit neu eingekauften Produkten aufgefüllt werden", ergänzt Frank Wickert-Meuser, Präsident des Berufsverbands Hauswirtschaft in Weinstadt. "Sonst gehen eventuell vorhandene Eier und Larven in den gesamten Bestand über."

Unter der Bezeichnung Lebensmittelmotte werden umgangssprachlich verschiedene Insektenarten zusammengefasst. Dazu gehören etwa die Dörrobstmotte, die Mehlmotte und der Mehlzünsler. Für einen Befall muss man sich nicht schämen. Lebensmittelmotten sind kein Hinweis auf mangelnde Hygiene im Haushalt. Vielmehr werden diese oft eingeschleppt durch bereits befallene Lebensmittel aus dem Handel. Sie sollte man daher am besten immer vorher genau anschauen.

4. Befallene Lebensmittel vollständig entsorgen

Wer Larven oder Gespinste in Lebensmitteln entdeckt, muss diese umgehend entsorgen. Durch den Kot und die Gespinste kann eine Gesundheitsgefährdung bestehen – bei Mehlmotten kommt ein allergenes Potenzial durch Flügelschuppen hinzu, erklärt Puschmann. Er rät, die Lebensmittel in fest zugeknoteten Tüten in den Müll zu werfen. "Sonst fliegen die Insekten heraus und kommen wieder ins Haus."

5. Alles gründlich reinigen

Betroffene Behälter sollte man mit Spülmittel auswaschen oder in die Spülmaschine stecken. Bei Schränken rät Puschmann: "Am besten benutzt man einen Staubsauger mit einer kleinen Düse, denn die verpuppten Larven sitzen oft in Ritzen von Vorratsschränken, hinter Schränken oder an der Decke." Erst nach dem Saugen die Schränke und Regale feucht auswischen. "Aber bitte nicht mit Essig", betont Wickert-Meuser. "Das ist ein Naturprodukt, in dem sich schnell Bakterien bilden, die Insekten anziehen. Besser ist ein Universalreiniger."

6. Nachkontrollieren

Lebensmittelmotten sind hartnäckig. Ihre Eier verbleiben unbemerkt in Ritzen, die verpuppten Larven verstecken sich in Falten von Verpackungen und im letzten Winkel der Schränke. Wer nicht alle Larven erwischt, sieht schnell die Folgen. Schnell schlüpfen neue Falter. Sie paaren sich und legen erneut Eier ab.

Daher ist es wichtig, die Gegenmaßnahmen über längere Zeit immer wieder zu wiederholen. Dazu rät die Verbraucher Initiative in Berlin. Und zwar so lange, bis kein Befall mehr festzustellen ist.

Will man prüfen, ob der Befall restlos beseitigt wurde, helfen Mottenfallen. Sie locken mit einem Sexualwirkstoff männliche Tiere an. Man unterbricht damit die Fortpflanzung. Diese Fallen kann man auf Kärtchen in der Nähe der Vorräte anbringen. "Bleibt keine Motte daran hängen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Wohnung wieder frei ist", sagt Nachtigall.

7. Andere Insekten zu Bekämpfung

Auch wenn die Idee für die Küche nicht appetitlich klingt: Es ist sinnvoll, andere Insekten zur Bekämpfung der Lebensmittelmotten einzusetzen. Mikroskopisch kleine Schlupfwespen spüren deren Eier in den Ritzen auf und vernichten diese – und sie sterben selbst, wenn es keinen Nachschub mehr gibt. Auch ätherische Öle wie von Lavendel, Nelke und Zedernholz sollen die Motten vertreiben.

Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn

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