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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Gefahr durch Legionellen im heimischen Leitungswasser minimieren

t-online, rw

Aktualisiert am 29.12.2020Lesedauer: 4 Min.
Ein Glas wird mit Leitungswasser gefĂŒllt.
Gesundheitsrisiko: GefÀhrliche Legionellen können sich auch im heimischen Leitungswasser tummeln. (Quelle: PavelRodimov/getty-images-bilder)
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Leitungswasser in Deutschland gilt als unbedenklich. Solange bestimmte Voraussetzungen eingehalten werden. Andernfalls kann es zu einer großen Gefahr fĂŒr die Gesundheit werden. Worauf sollten Sie achten?

Das Wichtigste im Überblick


  • Wie erfolgt eine Legionellen-Infektion?
  • Wie lĂ€sst sich das Infektionsrisiko minimieren?
  • Wann das Infektionsrisiko besonders hoch ist
  • Gesetzliche Vorschriften fĂŒr die hauseigene Trinkwasseranlage
  • Symptome einer Legionellen-Infektion

VerbraucherschĂŒtzer und Behörden warnen immer wieder vor einem Gesundheitsrisiko durch eine zu hohe Legionellen-Konzentration in der hauseigenen Trinkwasseranlage. Die Erreger ĂŒbertragen die gefĂ€hrliche LegionĂ€rskrankheit (Legionellose), die sogar tödlich verlaufen kann. Beim Duschen ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Wie kann man einer gefĂ€hrlich hohen Legionellen-Konzentration im Trinkwasser vorbeugen?


Foto-Show: Kochendes Wasser direkt aus dem Wasserhahn

Kochendes Wasser direkt aus dem Hahn: Topf
Kochendes Wasser direkt aus dem Hahn: Boiler
+5

Wie erfolgt eine Legionellen-Infektion?

Legionellen sind bewegliche StĂ€bchenbakterien, die in nahezu allen GewĂ€sserarten – auch im Grundwasser – vorkommen können. "Daher können sich auch in dem von den Wasserwerken gelieferten Trinkwasser Legionellen in ĂŒberwiegend sehr geringer Konzentration befinden", erklĂ€rt das Bayerische Landesamt fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

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Menschen infizieren sich mit den StĂ€bchenbakterien, indem sie – beispielsweise beim Duschen – den SprĂŒhnebel legionellenbelasteten Wassers einatmen, sodass die Erreger bis in die Lunge gelangen.

Wie lÀsst sich das Infektionsrisiko minimieren?

In kaltem und sehr heißem Wasser ist die Legionellen-Konzentration so gering, dass keine GesundheitsgefĂ€hrdung durch die Erreger zu befĂŒrchten ist. "Im warmen – vor allem lĂ€nger stehenden – Wasser mit Temperaturen zwischen 30 und 45 Grad – können sie sich dagegen vermehren und in hohen Konzentrationen vorkommen", warnt der Bauherrenschutzbund (BSB) in seinem Ratgeber "Legionellen-Risiko in Haus und Wohnung". Schon bei Wassertemperaturen ab 50 Grad wĂŒrden sie wieder absterben. "Eine sichere und mit steigenden Temperaturen zunehmend raschere Abtötung findet knapp oberhalb von 60 Grad statt", ergĂ€nzt das LGL.

Verbraucher sollten daher sicherstellen, dass das Leitungswasser die entsprechenden Temperaturen erreicht. Nur so können Sie eine Verbreitung der Bakterien und somit eine Infektion weitestgehend vorbeugen.

Wann das Infektionsrisiko besonders hoch ist

Die Behörde warnt deshalb davor, die Systemtemperaturen der hauseigenen Trinkwasseranlage herunter zu fahren. Um Energie und Kosten zu sparen, senken viele Menschen die Warmwassertemperatur in den warmen Sommermonaten und schaffen den Legionellen dadurch unbewusst ideale Bedingungen. Auch wenn sich das Warmwasser auf dem Weg zum Hahn noch in der Leitung zu stark abkĂŒhlt, kann es gefĂ€hrlich werden. "ErwĂ€rmtes Trinkwasser mit niedrigerer Temperatur ist nur dann hygienisch unbedenklich, wenn es an der Stelle und zum Zeitpunkt des Verbrauchs erwĂ€rmt wird, zum Beispiel ĂŒber Durchlauferhitzer oder WĂ€rmetauscher", so das LGL.

Neben der Temperatur begĂŒnstigt vor allem stehendes Wasser die Vermehrung der Bakterien. "Am höchsten belastet ist immer das Wasser, das auf den letzten Metern vor der Zapfstelle in der Leitung steht", bestĂ€tigt das LGL. "Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie vorsichtig die ersten Liter ablaufen lassen, insbesondere nach lĂ€ngerer Abwesenheit." Zudem solle man die Wassertemperatur im Auge behalten, empfiehlt der BSB. "Am Warmwasseraustritt sollten Temperaturen von 60 Grad eingehalten werden. Die RĂŒcklauftemperatur von Zirkulationsleitungen sollte nicht mehr als fĂŒnf Grad unter der Auslauftemperatur liegen."

Trinkwasserspeicher erhöhen das Legionellen-Risiko

Risikopotenzial haben ĂŒberdimensionierte Warmwasserspeicher, in denen das Wasser zu lange steht. "GrundsĂ€tzlich sollten Trinkwasseranlagen an den Bedarf der Bewohner angepasst sein", so der BSB. "Dabei sollten vor allem SpeichergrĂ¶ĂŸen, LeitungslĂ€ngen und Entnahmestellen passend zur Anzahl der Nutzer dimensioniert sein, um Stagnationszeiten zu vermeiden."

Ideal ist ein Heizungssystem, das mit einer Frischwasserstation zur TrinkwassererwĂ€rmung kombinierbar ist. Dieses GerĂ€t bringt das frische Trinkwasser mittels WĂ€rmetauscher im Durchflussprinzip ĂŒber einen vorhandenen Pufferspeicher oder direkt am WĂ€rmeerzeuger auf die notwendige Temperatur, erklĂ€rt der BSB. Ein Nachteil der Trinkwassererhitzung ĂŒber 55 Grad ist jedoch die vermehrte AusfĂ€llung von gelöstem Kalk. Aus diesem Grund sollte in Regionen mit einem hohen Kalkgehalt im Wasser zusĂ€tzlich eine EnthĂ€rtungsanlage auf der Basis des Ionentauscherprinzips betrieben werden. Diese unterstĂŒtzt die Langlebigkeit der Trinkwasseranlage, rĂ€t der BSB. EnthĂ€rtetes Wasser biete den Legionellen außerdem weniger NĂ€hrstoffe.

Legionellen-Risiko bei bestehenden Trinkwasseranlagen senken

Bestehende Anlagen können ebenfalls im Nachhinein noch optimiert werden. Damit sich warmes Wasser bis zum Wasserhahn nicht schon in der Leitung soweit abkĂŒhlt, dass ein problematischer Temperaturbereich erreicht wird, können Sie beispielsweise Leitungen und Armaturen nachtrĂ€glich dĂ€mmen lassen.

Verkleinert sich die Anzahl der Hausbewohner, beispielsweise durch den Auszug der Kinder, ist der vorhandene Warmwasserspeicher hĂ€ufig zu groß fĂŒr die Personenanzahl. Dieser sollte dann nachtrĂ€glich an den tatsĂ€chlichen Bedarf angepasst werden, rĂ€t der BSB. FĂŒr Wasserleitungen, in denen sich Stagnationswasser bilden kann, empfehlen die Experten den RĂŒck- oder Umbau.

Gesetzliche Vorschriften fĂŒr die hauseigene Trinkwasseranlage

Rechtliche Vorgaben zur QualitĂ€t des Leitungswassers macht die Trinkwasserverordnung. Demnach muss Trinkwasser generell – auch in kleinen Privathaushalten – so beschaffen sein, "dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine SchĂ€digung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Es muss rein und genusstauglich sein."

Insbesondere mĂŒssen bei der Wasserverteilung und -aufbereitung "die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten" werden. Auch deshalb gehören Planung und Installation in die HĂ€nde von Fachfirmen, welche die geltenden Normen, Vorschriften und Richtlinien kennen und umsetzen können.

RegelmĂ€ĂŸige PrĂŒfpflichten gelten fĂŒr alle Trinkwasseranlagen, die ein Speichervolumen von mehr als 400 Liter oder ein Durchflussvolumen von mindestens drei Litern haben und zusĂ€tzlich in einem MehrparteienwohngebĂ€ude genutzt werden. Anlagen in Ein- oder ZweifamilienhĂ€usern sind von der Untersuchungspflicht generell ausgenommen, berichtet der BSB.

Vermieter tragen Kosten fĂŒr die PrĂŒfung

FĂŒr die PrĂŒfung der Trinkwasseranlage muss der Vermieter dafĂŒr Sorge tragen, dass die Mieter rechtzeitig ĂŒber die Probenahme informiert werden. Denn fĂŒr die Entnahme der Proben muss der Zutritt zur Wohnung ermöglicht werden. Die Kosten fĂŒr die Trinkwasserkontrolle können als Betriebskosten geltend gemacht werden, erklĂ€rt Haus & Grund Westfalen.

Symptome einer Legionellen-Infektion

Legionellen-Infektionen können beim Menschen zwei unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen: Das Robert Koch-Institut (RKI) schĂ€tzt die Höhe der Legionellen-Infektionen auf bis zu 36 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im Jahr. "Da nicht alle Pneumonien auf eine Legionellen-Infektion getestet werden, ist von einer Untererfassung auszugehen", so das RKI. Das sogenannte Pontiac-Fieber Ă€ußert sich durch grippeĂ€hnliche Symptome: Kopf-, Glieder- und Thoraxschmerzen, die von Fieber, Husten, DurchfĂ€llen und Verwirrtheit begleitet werden können. Die Krankheit ist gut behandelbar. TodesfĂ€lle sind bislang nicht bekannt.

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LegionÀrskrankheit ist besonders gefÀhrlich

GefĂ€hrlicher ist die eigentliche LegionĂ€rskrankheit (auch Legionellose), weil hier die Lunge massiv mit betroffen ist. Die Krankheit zeigt sich in Form einer schweren LungenentzĂŒndung und ist meldepflichtig. Sie kann – insbesondere bei immun- und altersgeschwĂ€chten Menschen sowie bei Patienten mit einer Herz- oder Lungenvorerkrankung – sogar tödlich verlaufen. Die ersten Krankheitssymptome sind dieselben wie beim Pontiac-Fieber.

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