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Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Unterschiede

Wichtige Unterschiede  

Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk?

28.01.2020, 06:53 Uhr
Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Unterschiede. Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollständig decken.  (Quelle: imago images/Chromorange)

Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollständig decken. (Quelle: Chromorange/imago images)

Ob Orange, Apfel oder Multivitamin – Fruchtsaft gilt allgemein als gesund und soll eine ausgewogene Ernährung unterstützen. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen Saft, Nektar und Fruchtsaftgetränk.

Obstsaft gehört bei vielen zum Frühstück oder als Erfrischung zwischendurch dazu. Doch vor dem Getränkeregal stellt sich häufig die Frage, was die einzelnen Getränke eigentlich unterscheidet und wie gesund Nektar, Fruchtsaftgetränk oder Direktsaft sind. 

Der reine Fruchtsaft – 100 Prozent Frucht

Fruchtsaft darf nach einem Beschluss der europäischen Mitgliedsstaaten weder Zucker noch andere Zusätze enthalten: Er muss zu hundert Prozent aus Frucht bestehen. Dabei gibt es aber einen Unterschied zwischen Direktsaft und einem Getränk aus Fruchtsaftkonzentrat.

Die Bezeichnung Direktsaft meint das direkte Abfüllen des Saftes in Flaschen oder Tüten unmittelbar nach dem Pressen. Diese Säfte wurden gegebenenfalls pasteurisiert, das heißt, sie werden durch kurzzeitiges Erhitzen haltbar gemacht. Ansonsten bleiben Fruchtsäfte unbehandelt.  

Die meisten Fruchtsäfte im Handel bestehen allerdings aus Konzentrat: Um Transport- und Lagerkosten zu sparen, entziehen viele Hersteller dem Direktsaft das Wasser, um daraus Konzentrat zu gewinnen. Dieses wird tiefgefroren transportiert und ist somit leichter und benötigt weniger Platz, was insbesondere beim Import über große Entfernungen eine wichtige Rolle spielt. Bei der Herstellung kommt dann das Wasser wieder zum Konzentrat. 

Der Einsatz von Konservierungsstoffen ist bei Fruchtsäften verboten: Sie werden nur über die Pasteurisierung haltbarer gemacht. Fruchtsäfte dürfen auch nicht gezuckert werden. Seit 2013 ist selbst die Zuckerung zur Korrektur eines sauren Geschmacks nicht mehr zulässig. 

Abfüllanlage: Fruchtsäfte werden direkt nach dem Pressen abgefüllt und gegebenenfalls vorher pasteurisiert.  (Quelle: Getty Images/K_Thalhofer)Abfüllanlage: Fruchtsäfte werden direkt nach dem Pressen abgefüllt und gegebenenfalls vorher pasteurisiert. (Quelle: K_Thalhofer/Getty Images)

Einige Fruchtarten sind nicht für reine Fruchtsäfte geeignet. Dazu zählen beispielsweise Johannisbeere, Sauerkirsche, Mango oder Banane. Zu den Fruchtarten, die als Fruchtsaft genießbar sind, zählen unter anderem: 

  • Apfel 
  • Orange
  • Grapefruit
  • Traube
  • Birne
  • Ananas
  • Mandarine

Durch die Mischung verschiedener Fruchtsäfte können auch andere Fruchtarten als Saft getrunken werden – so sind bereits einige kreative Kombinationen entstanden. 

Nektar enthält Wasser und Zucker

Einige Fruchtsäfte sind pur zu dickflüssig oder schmecken nicht. Deshalb gibt es für sehr saure Fruchtarten wie Sauerkirsche, Rhabarber oder schwarze Johannisbeere sowie sehr fruchtfleischhaltige wie Banane oder Mango Fruchtnektare. 

Im Unterschied zum reinen Fruchtsaft sind im Nektar nur 25 bis 50 Prozent Früchte enthalten. Der Rest besteht aus Wasser und gegebenenfalls Zucker oder Honig. Die Mindestgehalte sind in der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung festgelegt. Aprikosennektar zum Beispiel enthält mindestens 40 Prozent, Johannisbeernektar mindestens 25 Prozent Fruchtsaft und/oder Fruchtmark.

Oftmals bieten die Hersteller in Deutschland Fruchtnektare an, deren Fruchtgehalte noch über diesen Mindestvorgaben liegen. Enthält ein Saft weniger Frucht, schmeckt er auch weniger süß. Das gleichen Hersteller durch Hinzugabe von Zucker aus – und zwar bis zu 20 Prozent.

Zudem beinhaltet Nektar häufig Milchsäure, Zitronensäure und Ascorbinsäure. Diese Zusätze sind auf der Packung verzeichnet. Farb- und Konservierungsstoffe hingegen dürfen auch bei Fruchtnektaren nicht eingesetzt werden. 

Unterschiede zum Fruchtsaftgetränk

Fruchtsaftgetränke gelten unter Ernährungsexperten als schlechte Wahl. Sie werden mit und ohne Kohlensäure angeboten und bestehen hauptsächlich aus Wasser. 

Im Unterschied zum reinen Fruchtsaft und Nektar enthalten Fruchtsaftgetränke also deutlich weniger Frucht als sonstige Inhaltsstoffe, nämlich nur sechs bis 30 Prozent.

Bei Kernobst oder Trauben enthalten Fruchtsaftgetränke mindestens 30 Prozent Saft, bei Zitrusfrüchten wie Orangen sind es hingegen nur mindestens sechs Prozent. Bei anderen Früchten sind es mindestens zehn Prozent. 

Neben Zucker und Wasser fügen Hersteller je nach Sorte auch Farbstoffe, Säuerungsmittel und verschiedene Fruchtaromen hinzu. Deshalb sind Fruchtsaftgetränke die wohl ungesündeste Wahl unter den Säften. 

Wie gesund sind Säfte wirklich?

Wer zu reinem Fruchtsaft greift, hat damit eine gute Ergänzung zur gesunden Ernährung – der Saft enthält Vitamine, Kalium, Kalzium und Magnesium. Deshalb zählen Fruchtsäfte auch zu den pflanzlichen Lebensmitteln. Vor allem Orangensaft eignet sich gut als Vitamin-C-Quelle – ein Glas mit 200 Milliliter kann bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen zu mehr als 80 Prozent decken. Ein anderer Vorteil ist die erleichterte Eisenaufnahme durch die Kombination mit Vitamin C in Säften. Fruchtsäfte enthalten zusätzlich verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, Lycopin und Carotinoide, die wichtige Aufgaben im Körper erfüllen.  

Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollständig decken.  (Quelle: imago images/Chromorange)Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollständig decken. (Quelle: Chromorange/imago images)

Säfte haben jedoch auch viel Fruchtzucker, was besonders für Diabetiker und übergewichtige Menschen von Bedeutung ist. Sie sollten deshalb auch den glykämischen Index und den Zuckergehalt im Auge behalten. Wenn Sie Ihren Durst stillen wollen, sollten Sie den Saft deshalb im Verhältnis von 1:2 mit Wasser verdünnen. 

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