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Fruchtsaft, Nektar oder FruchtsaftgetrÀnk?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 07.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollstÀndig decken.
Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollstÀndig decken. (Quelle: Chromorange/imago-images-bilder)
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Ob Orange, Apfel oder Multivitamin – Fruchtsaft gilt allgemein als gesund und soll eine ausgewogene ErnĂ€hrung unterstĂŒtzen. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen Saft, Nektar und FruchtsaftgetrĂ€nk.

Das Wichtigste im Überblick


  • Der reine Fruchtsaft – 100 Prozent Frucht
  • Nektar enthĂ€lt Wasser und Zucker
  • Unterschiede zum FruchtsaftgetrĂ€nk
  • Wie gesund sind SĂ€fte wirklich?

Obstsaft gehört bei vielen zum FrĂŒhstĂŒck oder als Erfrischung zwischendurch dazu. Doch vor dem GetrĂ€nkeregal stellt sich hĂ€ufig die Frage, was die einzelnen GetrĂ€nke eigentlich unterscheidet und wie gesund Nektar, FruchtsaftgetrĂ€nk oder Direktsaft sind.


Wie lange sind Lebensmittel genießbar?

Durchgestrichenes Datum auf einer Verpackung: Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt die empfohlene Aufbrauchfrist von Lebensmitteln bei sachgerechter Lagerung an.
Halbiertes Ei: Eier sind im KĂŒhlschrank zwei bis vier Wochen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums haltbar.
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Der reine Fruchtsaft – 100 Prozent Frucht

Fruchtsaft darf nach einem Beschluss der europÀischen Mitgliedsstaaten weder Zucker noch andere ZusÀtze enthalten: Er muss zu hundert Prozent aus Frucht bestehen. Dabei gibt es aber einen Unterschied zwischen Direktsaft und einem GetrÀnk aus Fruchtsaftkonzentrat.

Die Bezeichnung Direktsaft meint das direkte AbfĂŒllen des Saftes in Flaschen oder TĂŒten unmittelbar nach dem Pressen. Diese SĂ€fte wurden gegebenenfalls pasteurisiert, das heißt, sie werden durch kurzzeitiges Erhitzen haltbar gemacht. Ansonsten bleiben FruchtsĂ€fte unbehandelt.

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Die meisten FruchtsĂ€fte im Handel bestehen allerdings aus Konzentrat: Um Transport- und Lagerkosten zu sparen, entziehen viele Hersteller dem Direktsaft das Wasser, um daraus Konzentrat zu gewinnen. Dieses wird tiefgefroren transportiert und ist somit leichter und benötigt weniger Platz, was insbesondere beim Import ĂŒber große Entfernungen eine wichtige Rolle spielt. Bei der Herstellung kommt dann das Wasser wieder zum Konzentrat.

Der Einsatz von Konservierungsstoffen ist bei FruchtsĂ€ften verboten: Sie werden nur ĂŒber die Pasteurisierung haltbarer gemacht. FruchtsĂ€fte dĂŒrfen auch nicht gezuckert werden. Seit 2013 ist selbst die Zuckerung zur Korrektur eines sauren Geschmacks nicht mehr zulĂ€ssig.

AbfĂŒllanlage: FruchtsĂ€fte werden direkt nach dem Pressen abgefĂŒllt und gegebenenfalls vorher pasteurisiert.
AbfĂŒllanlage: FruchtsĂ€fte werden direkt nach dem Pressen abgefĂŒllt und gegebenenfalls vorher pasteurisiert. (Quelle: K_Thalhofer/getty-images-bilder)

Einige Fruchtarten sind nicht fĂŒr reine FruchtsĂ€fte geeignet. Dazu zĂ€hlen beispielsweise Johannisbeere, Sauerkirsche, Mango oder Banane. Zu den Fruchtarten, die als Fruchtsaft genießbar sind, zĂ€hlen unter anderem:

  • Apfel
  • Orange
  • Grapefruit
  • Traube
  • Birne
  • Ananas
  • Mandarine

Durch die Mischung verschiedener FruchtsĂ€fte können auch andere Fruchtarten als Saft getrunken werden – so sind bereits einige kreative Kombinationen entstanden.

Nektar enthÀlt Wasser und Zucker

Einige FruchtsĂ€fte sind pur zu dickflĂŒssig oder schmecken nicht. Deshalb gibt es fĂŒr sehr saure Fruchtarten wie Sauerkirsche, Rhabarber oder schwarze Johannisbeere sowie sehr fruchtfleischhaltige wie Banane oder Mango Fruchtnektare.

Im Unterschied zum reinen Fruchtsaft sind im Nektar nur 25 bis 50 Prozent FrĂŒchte enthalten. Der Rest besteht aus Wasser und gegebenenfalls Zucker oder Honig. Die Mindestgehalte sind in der Fruchtsaft- und ErfrischungsgetrĂ€nkeverordnung festgelegt. Aprikosennektar zum Beispiel enthĂ€lt mindestens 40 Prozent, Johannisbeernektar mindestens 25 Prozent Fruchtsaft und/oder Fruchtmark.

Oftmals bieten die Hersteller in Deutschland Fruchtnektare an, deren Fruchtgehalte noch ĂŒber diesen Mindestvorgaben liegen. EnthĂ€lt ein Saft weniger Frucht, schmeckt er auch weniger sĂŒĂŸ. Das gleichen Hersteller durch Hinzugabe von Zucker aus – und zwar bis zu 20 Prozent.

Zudem beinhaltet Nektar hĂ€ufig MilchsĂ€ure, ZitronensĂ€ure und AscorbinsĂ€ure. Diese ZusĂ€tze sind auf der Packung verzeichnet. Farb- und Konservierungsstoffe hingegen dĂŒrfen auch bei Fruchtnektaren nicht eingesetzt werden.

Unterschiede zum FruchtsaftgetrÀnk

FruchtsaftgetrÀnke gelten unter ErnÀhrungsexperten als schlechte Wahl. Sie werden mit und ohne KohlensÀure angeboten und bestehen hauptsÀchlich aus Wasser.

Im Unterschied zum reinen Fruchtsaft und Nektar enthalten FruchtsaftgetrÀnke also deutlich weniger Frucht als sonstige Inhaltsstoffe, nÀmlich nur sechs bis 30 Prozent.

Bei Kernobst oder Trauben enthalten FruchtsaftgetrĂ€nke mindestens 30 Prozent Saft, bei ZitrusfrĂŒchten wie Orangen sind es hingegen nur mindestens sechs Prozent. Bei anderen FrĂŒchten sind es mindestens zehn Prozent.

Neben Zucker und Wasser fĂŒgen Hersteller je nach Sorte auch Farbstoffe, SĂ€uerungsmittel und verschiedene Fruchtaromen hinzu. Deshalb sind FruchtsaftgetrĂ€nke die wohl ungesĂŒndeste Wahl unter den SĂ€ften.

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Wie gesund sind SĂ€fte wirklich?

Wer zu reinem Fruchtsaft greift, hat damit eine gute ErgĂ€nzung zur gesunden ErnĂ€hrung – der Saft enthĂ€lt Vitamine, Kalium, Kalzium und Magnesium. Deshalb zĂ€hlen FruchtsĂ€fte auch zu den pflanzlichen Lebensmitteln. Vor allem Orangensaft eignet sich gut als Vitamin-C-Quelle – ein Glas mit 200 Milliliter kann bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen zu mehr als 80 Prozent decken. Ein anderer Vorteil ist die erleichterte Eisenaufnahme durch die Kombination mit Vitamin C in SĂ€ften. FruchtsĂ€fte enthalten zusĂ€tzlich verschiedene sekundĂ€re Pflanzenstoffe wie Polyphenole, Lycopin und Carotinoide, die wichtige Aufgaben im Körper erfĂŒllen.

Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollstÀndig decken.
Orangensaft: Ein Glas am Tag kann den Bedarf an Vitamin C schon fast vollstÀndig decken. (Quelle: Chromorange/imago-images-bilder)

SĂ€fte haben jedoch auch viel Fruchtzucker, was besonders fĂŒr Diabetiker und ĂŒbergewichtige Menschen von Bedeutung ist. Sie sollten deshalb auch den glykĂ€mischen Index und den Zuckergehalt im Auge behalten. Wenn Sie Ihren Durst stillen wollen, sollten Sie den Saft deshalb im VerhĂ€ltnis von 1:2 mit Wasser verdĂŒnnen.

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