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Echter Zunderschwamm: Historisches Zündmaterial

Baumpilz  

Echter Zunderschwamm: Historisches Zündmaterial

02.09.2013, 12:51 Uhr | eh (CF)

Echter Zunderschwamm: Historisches Zündmaterial. Der Name des Echten Zunderschwamms entstand aus seiner früheren Verwendung als Zunder (Quelle: imago images/ARCO IMAGES)

Der Name des Echten Zunderschwamms entstand aus seiner früheren Verwendung als Zunder (Quelle: ARCO IMAGES/imago images)

Als Streichholz und Feuerzeug noch nicht erfunden waren, war Echter Zunderschwamm das Mittel der Wahl, um Feuer zu entfachen. Der Pilz, der bevorzugt absterbende Bäume befällt, war lange Zeit wichtiger Rohstoff für unterschiedlichste Produkte.

Immer auf die Schwachen

Echter Zunderschwamm ist ein sogenannter Schwächeparasit, der tote oder absterbende Bäume befällt. Der Pilz dringt über Wunden in der Rinde in die Pflanzen ein. Befällt er einen eigentlich noch gesunden Baum, kann die sogenannte Weißfäule erheblichen Schaden anrichten und sogar dazu führen, dass der Stamm an befallenen Stellen bricht. Der Echte Zunderschwamm ist weit verbreitet und kommt in Nordamerika, Europa, Nordasien, Indien und Pakistan vor. Je nach Region wächst er an unterschiedlichen Bäumen. In Nordeuropa sind dies vor allem Birken, in Mitteleuropa Rotbuchen.

Echten Zunderschwamm erkennen

Vermutlich hat jeder bereits einmal den Pilz auf einem Waldspaziergang entdecken können. Zu erkennen ist Echter Zunderschwamm als parasitärer Fruchtkörper an Baumrinden. Er ist hufförmig und weist eine graue Färbung auf. Die untere Seite ist häufig eben bis leicht nach innen gewölbt. Dort befinden sich seine Röhren, durch die der Pilz seine Sporen abgibt. Die Hülle des Pilzes ist fest und krustig und von konzentrischen Furchen durchzogen, die durch die Wachstumsphasen entstehen. Echter Zunderschwamm erreicht eine Breite von 30 bis 60 Zentimetern und wird bis zu 20 Zentimeter dick.

Echter Zunderschwamm: Flexibler Rohstoff

Seinen Namen trägt der Pilz, weil er lange Zeit ein wichtiger Rohstoff bei der Herstellung von Zunder war. Als es weder Streichhölzer noch Feuerzeuge gab, wurde Feuer mithilfe von Feuersteinen entfacht. Damit der Funke möglichst schnell überspringt, war leicht entflammbares Material vonnöten. Echter Zunderschwamm lässt sich zu diesem Zweck verarbeiten: Der Fruchtkörper wird von Kruste und Röhrenschicht befreit, in Scheiben geschnitten, dann gekocht und getrocknet. Anschließend müssen die Scheiben weichgeklopft und in Salpeter getränkt werden. Nach erneuter Trocknung genügt ein Funke, um den zu Zunder verarbeiteten Pilz für längere Zeit zum Glimmen zu bringen – ideal, um Feuer zu machen.

Weitere Anwendungsgebiete

Echter Zunderschwamm fand jedoch nicht nur in der Zunderproduktion Verwendung, sondern eignet sich auch zur Herstellung von Kleidungsstücken wie Hüten und Westen oder aber Alltagsgegenständen wie Taschen, Decken, Bucheinbände und Kissen. Das verarbeitete Pilzinnere erinnert an Juchtenleder. Schließlich diente der Echte Zunderschwamm auch medizinischen Zwecken. Man nutzte ihn zur Behandlung von Wunden. Wegen seiner blutstillenden Wirkung war er in Apotheken als Wundschwamm erhältlich.

Generelle Hinweise zum Pilzesammeln

Auch wenn Echter Zunderschwamm nicht zum Verzehr geeignet ist, sollten Sie beim Pilzesammeln grundsätzlich einige Hinweise beachten. Da einige Speisepilze Verwandte haben, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind, ist es unbedingt ratsam, alle Pilze vor dem Verzehr prüfen zu lassen. Auch in Ihrer Gegend finden Sie einen Sachverständigen, der Ihnen sagen kann, ob Ihre Pilze essbar oder giftig sind - hierzu können Sie etwa die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) kontaktieren. Außerdem sollten Sie sich darüber informieren, wie viele Pilze Sie in Ihrem Bundesland sammeln dürfen. In der Regel wird der "Eigenbedarf" als Maßstab angegeben. In einigen Regionen ist das Sammeln hingegen komplett verboten.

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