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Muss ich zahlen, wenn mir im Supermarkt etwas kaputt geht?

Von t-online, dpa, sah

Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Eier: Sie können im Supermarkt besonders leicht zu Bruch gehen.
Eier: Sie können im Supermarkt besonders leicht zu Bruch gehen. (Quelle: Marta Ortiz/getty-images-bilder)
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Schnell ist es passiert: Kaum hat man beim Einkaufen nicht aufgepasst, schon liegt eine Glasflasche, eine Packung Eier oder ein Becher Sahne geplatzt auf dem Boden. Doch wer muss fĂŒr den Schaden aufkommen?

Sind jemandem im Supermarkt Eier auf den Boden gefallen, ist das dem Betroffenen oft peinlich – und er macht sich unter UmstĂ€nden schnell aus dem Staub. Aber hĂ€tte er die Eier zahlen mĂŒssen, wenn er das Personal informiert hĂ€tte?

Malheur im Supermarkt

Die Antwort lautet: im Prinzip ja. Kunden mĂŒssen alle SchĂ€den ersetzen, die sie im Supermarkt verschulden. Doch wie so oft gibt es auch hier Ausnahmen. Denn wenn Waren im Laden sehr wackelig gestapelt sind, können sie möglicherweise gar nichts fĂŒr den Schaden.

Außerdem sind solche Missgeschicke oft peinlich – aber wenn es sich nur um kleinere SchĂ€den wie etwa ein Gurkenglas, einen Joghurtbecher oder eben die Packung Eier handelt, zeigen sich die meisten EinzelhĂ€ndler kulant. Und falls nicht, springt die private Haftpflichtversicherung ein – auch und gerade, wenn es um höhere Summen geht.

Sturz im Supermarkt

Sturz: Supermarktbetreiber mĂŒssen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen.
Sturz: Supermarktbetreiber mĂŒssen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. (Quelle: Symbolbild; Fertnig/getty-images-bilder)
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Wer allerdings selbst im Supermarkt stĂŒrzt, kann Anspruch auf Schmerzensgeld haben. Denn Kunden sollten sich dort sicher bewegen können. Darauf muss der Betreiber achten. Das bedeutet in der Praxis: Nach Reinigungsmaßnahmen sollte zum Beispiel ein Warnschild aufgestellt werden. Passiert nichts dergleichen, haben Kunden einen Schmerzensgeldanspruch, wenn sie auf den gewischten FlĂ€chen stĂŒrzen und sich verletzen. Das geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Coburg hervor (Az.: 24 O 76/18).

Der Fall: In einem Supermarkt war eine Kundin nach einem Einkauf kurz vor GeschĂ€ftsschluss zwischen dem Kassenbereich und der AusgangstĂŒr gestĂŒrzt und verletzte sich. Kurz zuvor wurde dort der Boden mit einer Reinigungsmaschine gesĂ€ubert. Weil sie auf einem unsichtbaren, von der Reinigung stammenden schmierigen Film gestĂŒrzt sei, verlangte die KlĂ€gerin Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Der Supermarktbetreiber behauptete, die KlĂ€gerin sei in Eile gewesen und deswegen gestĂŒrzt. Die Reinigungsarbeiten seien schon etwa zehn Minuten vorher beendet worden. Der Bodenbelag könne höchstens noch leicht feucht gewesen sein. Eine vollstĂ€ndige Abtrocknung des Bodens unmittelbar nach der Reinigung sei technisch nicht möglich. Der Sturz der KlĂ€gerin basiere daher auf dem allgemeinen Lebensrisiko.

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Das Urteil: Der Supermarktbetreiber habe gegen seine Verkehrssicherungspflicht verstoßen, weil er keine Vorkehrungen zum Schutz seiner Besucher getroffen habe. Etwa durch das kurzzeitige Sperren des betroffenen Bereichs oder das Aufstellen von Warnschildern. All dies war ihm leicht möglich. Die KlĂ€gerin hĂ€tte nicht mit der Feuchtigkeit auf dem Boden rechnen mĂŒssen.

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  • Silke Ahrens
Von Silke Ahrens
Supermarkt

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