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Spülmittel Pril: Die "Mogelpackung des Monats März" – mit "billiger Ausrede"

Mit "billiger Ausrede"  

Das ist die "Mogelpackung des Monats"

03.03.2021, 14:12 Uhr | cch, t-online

Spülmittel Pril: Die "Mogelpackung des Monats März" – mit "billiger Ausrede"  . Spülmittel: Das Standardsortiment von Pril hat eine neue Fettlöseformel. Berechtigt das die Preiserhöhung? (Quelle: Getty Images/gilaxia)

Spülmittel: Das Standardsortiment von Pril hat eine neue Fettlöseformel. Berechtigt das die Preiserhöhung? (Quelle: gilaxia/Getty Images)

Bei einem bekannten Spülmittel ist die Füllmenge reduziert worden – bei gleichem Verkaufspreis. Die Verbraucherzentrale Hamburg ärgert besonders, dass das Produkt nicht zum ersten Mal negativ auffällt.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat das Spülmittel Pril der Firma Henkel zur "Mogelpackung des Monats März" gekürt. In den Flaschen unterschiedlicher Sorten der Spülmittel-Marke steckt weniger drin als früher, im Handel werden sie aber zum gleichen Preis angeboten.

Das komplette Standardsortiment der Marke ist von der Füllmengenreduzierung betroffen. Bei "Pril Original" füllt Henkel nur noch 675 Milliliter Geschirrspülmittel statt der einstigen 750 Milliliter ab. "Pril Kraft-Gel", "Pril Sensitive Aloe Vera" und "Pril Unser Duft des Jahres" werden jetzt in 450-Milliliter-Flaschen angeboten. Vorher waren sie mit 50 Milliliter mehr gefüllt.

Pril-Spülmittel: Bei diesen Produkten wurden die Füllmengen geändert

Produktalte Füllmengeneue Füllmenge
Pril Original750 ml675 ml
Pril Original Limette750 ml675 ml
Pril Original Frische Minze750 ml675 ml
Pril Kraft-Gel Ultra Plus500 ml450 ml
Pril Pro Nature Sensitive500 ml450 ml
Pril Sensitive Aloe Vera500 ml450 ml
Pril Kraft-Gel Zitrone500 ml450 ml
Pril Unser Duft des Jahres500 ml450 ml

Der Preis im Handel wurde nicht an die neuen Flaschengrößen angepasst. So führen die geringeren Füllmengen zu einer versteckten Preiserhöhung von elf Prozent, errechnen die Verbraucherschützer. Der Preis im Handel variiere aber stark, die Preisspanne lag zwischen 1,21 Euro und 1,74 Euro.

Pril Kraftgel: Die versteckte Preiserhöhung liegt nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Hamburg bei elf Prozent. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)Pril Kraftgel: Die versteckte Preiserhöhung liegt nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Hamburg bei elf Prozent. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

Vertuscht Henkel die Füllmengen-Trickserei?

Die Verbraucherzentrale wirft Henkel zudem vor, die Änderungen zu vertuschen. Sie spricht von "Trickserei". Verbraucher hätten demnach kaum eine Chance zu erkennen, dass der Inhalt der Flasche geschrumpft ist. Henkel habe das Gebinde ein bisschen schlanker gemacht, sodass die Änderung auf den ersten Blick nicht auffalle. Zudem steht die Angabe zur Inhaltsmenge nicht mehr auf der Vorderseite des Produkts, sondern im Kleingedruckten auf der Rückseite.

Henkel erklärt in einer Stellungnahme die neue Platzierung damit, dass die Milliliter-Angabe auf vielen Spülmitteln auf der Rückseite angegeben wird. "Eine billige Ausrede", kommentieren das die Verbraucherschützer.

Für die Füllmengenänderung bei gleichem Preis liefert Henkel ebenfalls einen Grund: Sie sei Teil des Relaunches Pril5+, bei dem die Formel verbessert wurde. "Fett und starke Verschmutzungen werden dank spezieller Enzyme noch effizienter bekämpft", heißt es dazu. Dadurch handele es sich "vor und nach der Umstellung um unterschiedliche Produkte".

Nicht die erste versteckte Preiserhöhung

Das Spülmittel von Pril ist den Verbraucherschützern nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen. Bereits 2012 hat Henkel am Kraftgel geschraubt und die Empfehlungen bei der Verwendung geändert. Für fünf Liter Wasser sollten Verbraucher statt zwei Milliliter Spülmittel drei Milliliter verwenden. Damals waren noch 600 Milliliter Pril in einer Flasche. "Faktisch sind mit einer Flasche heute also nur noch halb so viele Spülgänge (150) möglich wie vor neun Jahren (300)", so die Verbraucherschützer. 2014 wurde die Füllmenge von 600 auf 500 Milliliter reduziert. Das führte bereits damals zu einer versteckten Preiserhöhung.

Die Verbraucherschützer führen seit über 17 Jahren eine Mogelpackungsliste auf der Basis von Verbraucherbeschwerden. Wer einen aktuellen Fall melden möchte, kann dies unter www.vzhh.de/mogelpackungsliste tun.

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