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Keimgefahr: Bei diesen Feiertagsgerichten auf Hygiene achten

Von dpa
Aktualisiert am 20.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Vor allem bei Raclette werde rohes Fleisch auch mit blo├čen Fingern angefasst.
Vor allem bei Raclette werde rohes Fleisch auch mit blo├čen Fingern angefasst. Das steigert die Gefahr auf Keim├╝bertragung vom Fleisch auf die H├Ąnde. (Quelle: Doreen Hassek/dekoreenberlin.blogspot.com/dpa-tmn/Archivbild./dpa)
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Berlin (dpa) - Vor Weihnachten und Silvester weisen Fachleute auf unappetitliche Gefahren durch beliebte Festtagsgerichte hin. So gebe es einen Zusammenhang zwischen einer ansteckenden Durchfallerkrankung und Fleischfondue sowie Raclette, schreiben Wissenschaftler desRobert Koch-Instituts (RKI)im Fachmagazin"Scientific Reports". Das Bundesamt f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht eine Gefahr durch Blei in Wildfleisch f├╝r bestimmte Personengruppen.

Ein Forscherteam um Bettina Rosner vom RKI wollte anhand einer Befragung wissen, ob in einer Gruppe von Patienten, bei denen kurz nach den Feiertagen eine Campylobacter-Enteritis - eine Durchfallerkrankung - aufgetreten war, ├╝berdurchschnittlich viele Fondue oder Raclette gegessen hatten. Der Vergleich mit einer Kontrollgruppe zeigte demnach, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen Gerichten und dem Auftreten der Enteritis gibt. Besonders deutlich war der Effekt bei H├╝hnchen. In der Gruppe der Personen, die nach den Feiertagen erkrankt waren, war der Anteil derjenigen, die Fondue oder Raclette mit H├╝hnerfleisch gegessen hatten, mehr als doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe.

Keimgefahr bei Feiertagsgerichten

"Rohes H├╝hnerfleisch ist h├Ąufig mit Campylobacter-Bakterien verunreinigt", schreibt das RKI. Vor allem bei Fleischfondue, aber auch bei Raclette werde rohes Fleisch auch mit blo├čen Fingern angefasst. Dadurch steige die Gefahr, dass Keime vom Fleisch auf die H├Ąnde, andere Lebensmittel und Utensilien gelangen und auf diesem Weg zu Infektionen beim Menschen f├╝hren k├Ânnen.

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Zum eigenen Schutz sollte man sich nach Kontakt mit rohem Fleisch gr├╝ndlich die H├Ąnden waschen und K├╝chenutensilien sowie Zubereitungsfl├Ąchen reinigen. Zudem sollten rohes Fleisch und Lebensmittel, die ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden, konsequent getrennt werden. Die Campylobacter-Enteritis ist laut RKI mit 60.000 bis 70.000 ├╝bermittelten F├Ąllen pro Jahr die h├Ąufigste bakterielle meldepflichtige Krankheit in Deutschland.

Neben Fondue und Raclette schw├Âren manche Familien an den Feiertagen auf Wildgerichte. Doch durch die Verwendung bleihaltiger Munition bei der Jagd kann Wildfleisch Blei enthalten, wie das BVL betont. Bei Analysen von 75 Wildwurst-Waren sei in 72 Prozent der F├Ąlle Blei nachgewiesen worden, schreibt das BVL. Einen Grenzwert f├╝r Blei in Wildfleisch gebe es bislang nicht.

Sechs von sieben nicht verwendbar

"Insgesamt wurden sieben Proben beanstandet, sechs davon wurden als "nicht zum Verzehr geeignet" und eine Probe sogar als gesundheitssch├Ądlich eingestuft", schreibt das BVL. Je h├Âher der Wildfleischanteil gewesen sei, desto h├Âher sei generell auch der nachgewiesene Bleigehalt. Erzeugnisse mit Wildschwein seien tendenziell st├Ąrker belastet als Wurstwaren von Reh und Hirsch.

"Blei ist schon in geringen Mengen sch├Ądlich", sagte Jan Backmann, Vorsitzender der L├Ąnderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz. Laut Bundesinstitut f├╝r Risikobewertung (BfR) k├Ânnen erh├Âhte Bleikonzentrationen im menschlichen K├Ârper die Blutbildung, innere Organe wie die Nieren sowie das zentrale Nervensystem sch├Ądigen und sich in den Knochen ablagern. "Risikogruppen wie Kinder, Schwangere und Frauen im geb├Ąrf├Ąhigen Alter sollten daher kein Wild essen, das mit Bleimunition erlegt wurde", sagte Backmann.

Aus welchen L├Ąndern das Fleisch in den untersuchten Wurstwaren stammte, ist dem BVL nicht bekannt. "In Deutschland geh├Ârt bleifreie B├╝chsenmunition f├╝r die Jagd auf Hirsch, Reh und Wildschwein mittlerweile zum Standard", teilte Torsten Reinwald, Pressesprecher des Deutschen Jagdverbandes, auf dpa-Anfrage mit. Immer mehr J├Ąger nutzten Geschosse aus Kupferlegierungen und andere Alternativen. Der DJV r├Ąt dazu, Wildbret beim Metzger, J├Ąger oder F├Ârster vor Ort zu kaufen. Dort k├Ânne erfragt werden, mit welcher Munition das Tier erlegt wurde.

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