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Spielzeugwaffen: Peng, du bist tot!


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"Peng, du bist tot!" - die Faszination Waffe

t-online, Sabine Caron

14.04.2010Lesedauer: 4 Min.
Das Interesse kleiner Jungen an Waffen stellt eine normale Entwicklungsphase dar.
Das Interesse kleiner Jungen an Waffen stellt eine normale Entwicklungsphase dar. (Quelle: INSADCO/imago-images-bilder)
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Es scheint kleine Jungen zu geben, die verwandeln alles in Pistolen und Gewehre, was ihnen in die Quere kommt. Stöcke, Duplosteine, Schaufeln - der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Viele äußern irgendwann auch den Wunsch nach Spielzeugpistole oder -gewehr. Woher kommt diese Faszination bei Kindern? Wie reagieren Eltern und Erzieherinnen richtig? Was sagt das Gesetz zu den bei älteren Kindern und Jugendlichen beliebten "Softair-Waffen"?

Faszination: Pistolen, Gewehre, Panzer & Co.

Studien zeigen, dass sich noch immer fast ausschließlich Jungen für Spielzeugwaffen interessieren und nur selten Mädchen. Kleine Jungs versetzen sich mithilfe dieser Spielzeuge in die Rollen (vermeintlich) starker männlicher Vorbilder, wie Wikinger und Piraten, die sie aus Filmen, Büchern und anderen Medien kennen, aber auch der realen Welt, wie Polizisten oder Soldaten. Sie erproben mit Waffen das Angreifen und Verteidigen - im Spiel und mit klaren Regeln. Angreifer und Verteidiger wissen, was sie zu tun haben, niemand wird verletzt. Die Unterscheidung von "Gut und Böse" ist ein wichtiger Aspekt des kindlichen Spiels. Mit Waffen können sie entweder in "Freund - Feind"- oder in "Angriff - Abwehr"-Spielen die Unterschiede von "Gut und Böse" darstellen. Die Kinder erhalten ein Gefühl von Macht und umgekehrt wird Gefühlen von Unzulänglichkeit oder Angst damit entgegengewirkt. Und tatsächlich ist die Reaktion auf das Geballere oft begeisternd groß: Eltern reagieren aufgeregt und verbitten sich ausdrücklich, dass auf sie geschossen wird. Spielkameraden fallen leidend zu Boden. Manche Spiele mit Waffen, real oder imaginär, dienen auch dazu, das "Totsein" zu erproben und ihre dabei empfundenen Gefühle festzustellen. Im Spiel ist der Tod nicht schlimm, weil die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits verwischen.

Grund zur Sorge?

Den meisten Eltern, vor allem aber Müttern, bereitet das Interesse ihrer Kinder an Waffen erstmal Bauchschmerzen. Sie verbinden Waffen mit Tod, Krieg und notleidenden Menschen, mit Wut und Trauer. Der Wunsch nach einem Holzschwert, einer Plastikpistole oder einem Spielzeuggewehr stößt deshalb häufig auf wenig Gegenliebe. Aber obwohl die meisten Eltern dieses Spielzeug ablehnen, findet sich doch in fast jedem zweiten Haushalt eine Spielzeugwaffe. Auch Experten raten dazu, kleinen Jungs den Wunsch nach einer Wasserpistole oder einem Schwert zu erfüllen, wenn es ansonsten als einziges Kind ohne dasteht. Überhaupt ist das Interesse kleiner Jungen an Pistolen und Schwertern erstmal kein Anlass zur Sorge, sondern stellt bei Vier- bis Fünfjährigen eine normale Entwicklungsphase dar. Es ist nicht zu befürchten, dass das Spielen mit Waffen aggressives Verhalten von Kindern begünstige. Experten gehen davon aus, dass vielmehr das soziale Umfeld und die vorgelebten Verhaltensweisen und Konfliktlösungsmuster entscheiden, welches Aggressivitätspotential ein Kind entwickelt. Das gelegentliche Spielen mit Spielzeugpistolen oder Schwertern scheint dabei keine Rolle zu spielen.

Richtig reagieren

Wenn Eltern das Spiel mit Waffen nicht mögen, sollten sie ihrem Kind offen die Gründe dafür nennen. Statt darüber nur genervt die Nase zu rümpfen, sollten sie erklären, welche Assoziationen bei ihnen durch das Spiel hervorgerufen werden. Auch können sie diese Spiele als Aufhänger nutzen, um bei ihrem Kind das Interesse an historischen Ereignissen zu wecken. Oder sie bieten ihm Beschäftigungs-Alternativen an, wie Vorlesen, Malen oder Fahrrad fahren. Hellhörig sollten Eltern werden, wenn zerstörerische Gewalt das Spiel bestimmt, wenn Kinder also Dinge kaputt machen oder die oft unausgesprochenen Spielregeln verletzen, indem sie zum Beispiel tatsächlich mit Schwertern zu hauen und anderen Kinder (mit Absicht) wehtun. Auch wenn das Spiel mit Waffen zur Hauptbeschäftigung wird, sollten Eltern und Erzieherinnen aufmerksam werden. Vielleicht verarbeitet das Kind dann Gewalterfahrungen, die es im Kindergarten mit anderen Kindern macht. Problematisch wird es auch dann, wenn das Spielzeuggewehr gegen "Ballerspiele" am Computer oder der Playstation eingetauscht wird. Denn hier wird Töten gespielt und ausschließlich auf das Recht des Stärkeren gesetzt.

Softair: Gefährliche Waffen!

Den Kauf von Softair-Waffen sollten Eltern sich genau überlegen. Softair-Waffen sind so genannte "Anscheinswaffen", die auf viele ältere Kinder und Jugendliche eine große Faszination ausüben - vor allem weil sie so echt aussehen und eine "gute" Schusskraft haben. Paradox wirkt, dass diese frei - also auch an Kinder - verkauft werden dürfen, obwohl das Tragen von "Anscheinswaffen" in der Öffentlichkeit seit Februar 2008 eine Ordnungswidrigkeit darstellt und verboten ist. Es wird mit Geldstrafen bis zu 10.000 Euro geahndet. Erlaubt ist das Spiel nur auf privatem, abgezäuntem Gelände mit Schutzbrille. Denn es handelt sich dabei eben nicht nur um ein Nachfolgermodell der Erbsenpistole, mit der nur Plastik- und Gipskügelchen verschossen werden können, sondern so genannte Farbmarkierungskugeln. Diese fallen unters Waffengesetz. Die Verbände der Waffenhändler empfehlen deshalb, die Geräte erst an Jugendliche ab 14 Jahren zu verkaufen, immer wieder aber halten sich Händler nicht daran. Das hat schon zu so manchem Fehlalarm bei der Polizei geführt, wie zuletzt am 1. April, als die Polizei zwei Jugendliche mit den Waffenattrappen aufgriff und diese beschlagnahmte.

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