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Kinderpsychologie: Können Ängste vererbt werden


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Eltern "vererben" ihre Ängste

t-online, Jenni Zwick

31.01.2011Lesedauer: 4 Min.
"Hilfe, eine Spinne!" Auch Ängste können durch die Eltern "vererbt" werden.
"Hilfe, eine Spinne!" Auch Ängste können durch die Eltern "vererbt" werden. (Quelle: imago)
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Ein selbstbewusstes, mutiges und liebenswertes Kind - das wünschen sich wohl alle Eltern. Doch viele fragen sich, wie sie ihr Kind erziehen sollen, damit es selbstsicher wird und eine positive Lebenseinstellung bekommt. Der Ratschlag von Experten ist scheinbar simpel: Selbstsichere Eltern haben vertrauensvolle Kinder. Doch was machen Mütter und Väter, die allgemein eine eher ängstliche Persönlichkeit haben oder die selbst unter speziellen Ängsten leiden wie beispielsweise einer Spinnenphobie oder Angst vor dem Zahnarzt? Wird jede Angst automatisch auf das Kind übertragen, sozusagen als selbsterfüllende Prophezeiung?

Eltern geben den Weg vor

In jeder jungen Familie gibt es ein bestimmtes emotionales Klima. Kinder können Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit spüren. Diese emotionalen Erfahrungen fördern in ihrer jungen Persönlichkeit die Entwicklung eines eigenen inneren Sicherheitsgefühls und Urvertrauens. Gehen die Eltern mit einem positiven und zuversichtlichen Gefühl durch ihr Leben, wird dieses Gefühl auch auf ihre Kinder übertragen. Andersherum leider ebenso: Ist das Glas für Mama immer halb leer, wird dies mit aller Voraussicht nach für das Kind genauso sein, auch im Erwachsenenalter. Möchten Eltern diesem Mechanismus entgegensteuern, bedeutet dies harte Arbeit an ihrer eigenen Grundeinstellung dem Leben gegenüber. Doch es lohnt sich, denn eine positive Grundhaltung im Leben ist natürlich nicht nur für das Kind ein Vorteil, sondern auch für den Erwachsenen selbst.

Spezifische Ängste werden erlernt

Doch nicht nur die Grundeinstellung im Leben wird erlernt, es werden häufig auch Ängste oder gar Phobien von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Die Angst vor Spinnen ist hierfür ein gutes und bekanntes Beispiel. Unterhält man sich mit Menschen, die unter einer Spinnenphobie leiden, erfährt man meistens, dass schon ein Elternteil unter dieser Angst gelitten hat. Ebenso die Angst vor Schlangen oder Mäusen ist höchstwahrscheinlich von Generation zu Generation weitergegeben. Hat ein Kind die Mutter kreischend aus dem Zimmer herauslaufen sehen, weil eine dicke fette Spinne an der Zimmerdecke hing, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es kein positives Gefühl oder auch nur kindliche Neugier für die Tiere entwickelt. Passiert dies öfter und tötet die Mutter konsequent die Spinnentiere, erfährt das Kind: Spinnen sind gefährlich und müssen getötet werden. Die Angst vor den Tieren ist somit schon in jungen Jahren gesät und wird in den nächsten Jahren im Zusammenleben mit der Mutter noch verfestigt. Geht die Mutter anders mit der Situation um und zeigt dem Kind beispielsweise das Tier, unterhält sich über die vielen Beine oder die Funktion des Netzes und erklärt ihm, dass sie Spinnen einfach nicht gerne im Haus hat, wird das Kind möglicherweise nicht unbedingt ein Spinnenfreund, es baut aber auch keine Angst auf. Denn es hatte Gelegenheit, sich mit der Spinne zu beschäftigen und zu lernen, dass sie ihm nichts Böses tut.

Prophezeiende Sätze halten ein Leben lang

Eltern haben enormen Einfluss auf ihre Kinder, leider häufig gerade im negativen Sinn. Die Worte "Lass mich das machen, du bist immer so ungeschickt!“ oder "In Mathematik bist du völlig unbegabt" können für ein Kind gravierende Folgen fürs ganze Leben haben. Denn es bekommt eingeprägt, dass das, was es machen wird, sowieso schief geht oder es in Mathe nie auf einen grünen Zweig kommen wird. Auch der Satz "In Mathe bin ich, wie alle Frauen, eine Niete" bedeutet für den weiblichen Nachwuchs nur eins: Frauen sind schlecht in Mathematik. Leider sind gerade diese leichthin gesagten Sätze häufig die, die in der Familientradition weitergegeben werden. Meistens ohne, dass es die Eltern bemerken und realisieren, was sie mit der Psyche ihrer Kinder anstellen. Denn sind Eltern selbst durch Schuldzuweisungen und Beschämungen beziehungsweise durch solche Sätze unter Kontrolle gehalten und "erzogen" worden, werden sie Schwierigkeiten haben, sich anders zu verhalten. Sie kommen einfach nicht aus ihrem Muster heraus. Hier ist unter anderem der Partner gefragt, der das Muster vielleicht eher erkennt und sich vorsichtig einbringen kann, um die Familientradition zu durchbrechen.

So säen Sie Vertrauen, keine Ängste

Wie gesagt, zuallererst müssen Sie erkennen, in welchen Mustern oder sogar Ängsten Sie sich selbst bewegen. Haben Sie Angst vor Spinnen oder Schlangen, ist dies eine sehr offensichtliche Angst. Versuchen Sie damit gelassener umzugehen und vermeiden Sie Schreie oder abwertende Kommentare in Anwesenheit Ihres Kindes. Geht es um allgemeine Muster oder Ängste, sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über Erziehung im Allgemeinen und im Speziellen: Wie wurden Sie erzogen, wie Ihr Partner? Gab es besondere Arten der Strafe oder der Belohnungen; wie war die Grundstimmung in der Familie und so weiter. Oftmals hilft der Austausch mit Geschwistern oder Cousins und Cousinen, um die Familienstruktur besser erkennen zu können. Haben Sie Muster und "selbsterfüllende Prophezeiungen" in Ihrer Familiengeschichte entdeckt, ist es weitaus leichter damit zu arbeiten und ihnen entgegenzuwirken. Häufig werden einem diese Dinge erst bewusst, wenn man selbst die Verantwortung für ein Kind trägt und es in der Erziehung irgendwann "ans Eingemachte" geht. Haben Sie das Gefühl, sie können aus Ihrem Familienmodell nicht ausbrechen und ist dies geprägt von Ängsten, ist es ratsam, Hilfe in einer Beratung zu suchen. Es wird Ihnen gut tun - und Ihrem Kind.

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