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Jugendwort des Jahres: Das ist doch schon lange out, Digga!


Das ist doch schon lange out, Digga!

Ein Gastbeitrag von Vincent Hollstein

Aktualisiert am 13.08.2022Lesedauer: 4 Min.
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Vier Mädchen gucken kritisch (Symbolbild): Nicht alle Jugendwörter des Jahres finden Jugendliche auch wirklich "wyld". (Quelle: golero/Getty Images)
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Im Herbst wird das "Jugendwort des Jahres" gewählt. Ein 17-Jähriger erklärt, wie er die Wahl findet und was die Worte auf der Auswahlliste eigentlich bedeuten.

Sprache verändert sich von Generation zu Generation. Für die "Älteren" ist es auffällig, wenn die "Jungen" mal wieder ein neues Wort benutzen, das sie nicht kennen und welches in vielen Fällen fremdsprachlich klingt. Es geht aber auch andersherum. Beim "Stadt, Land, Fluss"-Spielen kam in der Kategorie "Gefühle" das Wort "Jeck". Ich kannte es nicht, alle anderen schon. Eine Google-Suche gab ihnen recht. Das war nicht nur ärgerlich, weil es mich zehn Punkte kostete, sondern zeigt mal wieder die Unterschiede, welche es sprachlich zwischen verschiedenen Altersgruppen gibt.

Die Wahl zum Jugendwort des Jahres soll diese Barrieren überwinden und dient wohl auch ein wenig der Belustigung von Jung und Alt. Ein Videoclip etwa, in dem eine "Tagesschau"-Moderatorin im letzten Jahr die nominierten Wörter vorlas, machte in den Jugendkreisen Berlins die Runde, da viele die Betonung zum Lachen fanden.

Bevor man genauer auf die Kandidaten blickt, sollte allerdings gesagt sein, dass es nicht verwunderlich ist, wenn man nur wenige oder gar keines dieser Wörter kennt. Selbst ich, der zur Bezugsgruppe gehört, die diese Wörter benutzt, kannte zwei davon nicht.

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"Gommemode" steht für "unbesiegbar"

Die Nummer eins der Liste ist das Wort "Gommemode", wobei ich hier einen Scherz der Abstimmenden vermute, denn Gommemode ist schon längst out. Das Wort stammt von einem YouTuber, der vor neun bis sechs Jahren mit Videos über das Computerspiel "Minecraft" bekannt wurde. Immer wenn er gerade besonders gut beim Spielen war, sagte er etwas wie "Das ist der Gommemode, Leute!" Es wurde zu der Zeit sogar ein Lied mit dem Titel "Wenn der Gommemode angeht!" veröffentlicht. Den Kanal gibt es zwar immer noch, aber mit dem nachlassenden Interesse an Minecraft-Videos ist auch das an seinen Videos zurückgegangen. Das Wort, das so viel wie unbesiegbar bedeutet, kennen die meisten allerdings trotzdem noch.

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Bei "Siu" handelt es sich um ein Wort, welches auf den Siegesruf von Cristiano Ronaldo zurückzuführen ist. Er schrie nach seinen Toren für Real Madrid gerne ein "Si!", also spanisch für ja, das dann, wenn seine Teamkollegen einstimmten, wie ein "Siu!" klang. Es ist somit auch ein Ausruf und kein richtiges Wort und wird verwendet, um seine Freude auszudrücken, wenn etwas Gutes passiert ist.

"Smash" kommt von dem Spiel "Smash or Pass", also aus der englischen Umgangssprache und wird hierzulande genauso benutzt wie in seinem Herkunftsland. Smash meint "mit jemanden etwas anzufangen", wobei sich die Beurteilung meistens nur auf das Äußerliche beschränkt.

"Wild" oder auch "wyld", wobei man Zweiteres genauso wie die erste Version ausspricht, bedeutet so viel wie "krass" oder "cool". Es wird oft dann benutzt, wenn eine Person eine außergewöhnliche Sache gemacht hat, aber auch ein plötzlicher Ausfall von Schulstunden kann wild sein, also etwas überraschend Gutes.

Die doppelte Bedeutung von "Digga"

"Digga" oder auch "Diggah" bezeichnet einen Freund oder auch Kumpel. Es lässt sich aber auch als Ansprache für einen Fremden benutzen, wobei es dabei eher negativ konnotiert ist. So kommen, bei der ersten Bedeutung, Sätze wie "Digga, kannst du mir das mal geben?" oder auch "Digga, was ein Mist." zustande. Im zweiten Fall wäre es dann etwas in Richtung "Digga, was willst du?"

"Macher" ist mein Lieblingswort auf der Liste. Die Bedeutung kann man sich von seiner Herkunft, dem Wort "machen" ableiten. Es beschreibt eine Person, die etwas tut und dabei Erfolg hat. Meistens dreht es sich dabei um eine spontane Sache und kann von "eine Flasche mit einem Geldschein öffnen" bis hin zu einer guten Schulnote alles sein.

"Bodenlos" bedeutet so viel wie dreist, kann aber auch schlecht oder mies meinen. Der Begriff wird dabei manchmal ironisch und manchmal ernst benutzt. Bodenlos ist es zum Beispiel, wenn der Lehrer Tim eine bessere Note als Lars gegeben hat, obwohl Tim von Lars abgeschrieben hat. Bodenlos kann aber auch sein, dass der Laden oder das Restaurant, in das man gehen will, geschlossen hat (auch wenn man es selbst besser wissen hätte können).

"Sus" war schon bei der letzten Abstimmung dabei und ist eine Abkürzung für das englische Wort "suspicious", zu Deutsch also: verdächtig. Beliebt wurde es durch das Computerspiel "Among us" (englisch für "unter uns"), in dem man mit Freunden oder zufälligen Personen eine Raumschiffcrew stellt, in der sich ein oder mehrere Mörder befinden. Es kommt regelmäßig zu Diskussionen über den Schuldigen hinter den Morden, die verübt werden, wobei manche dabei "sus" sind.

Als "slay" bezeichnet man jemanden, der selbstbewusst aussieht, selbstbewusst handelt oder etwas Außergewöhnliches macht bzw. gemacht hat. Das Wort kommt aus dem US-Jugendjargon, wobei es im Englischen einige Bedeutungen mehr hat.

Warum man das Ergebnis nicht zu ernst nehmen sollte

Das letzte Wort ist gleich eine ganze Variation von Ausdrücken mit der gleichen Bedeutung. Bro, Bre und Bruder bedeuten alle das Gleiche. Am besten kann man es wohl mit Kumpel erklären, denn die Verwendung ist ähnlich. In den meisten Fällen ist es zum Beispiel einfach nur ein Füllwort, welches weggelassen werden könnte. In Sätzen wie "Ey Bro, guck mal!" oder "Bro, was soll das?" wird es deutlich. Manchmal kann es aber auch "Typ" bedeuten, so zum Beispiel "Guck mal, der Bre hat sein Handy fallen lassen."

Die Auswahl für das Jugendwort dieses Jahres ist also mit seinem Spektrum von Gommemode bis Bre vielfältig. Man sollte das Ergebnis wohl aber nicht zu ernst nehmen, denn im Endeffekt machen sich die Leute, die die Wörter vorgeschlagen haben, auch gerne einen Spaß daraus, das Siegespodest mit denen zu besetzen, die am witzigsten sind und nicht am gängigsten.

Der Autor ist 17 Jahre alt und lebt als Schüler in Berlin.

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Verwendete Quellen
  • Gastbeitrag
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