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Mittsommernacht 2021: Die Bedeutung der Sommersonnenwende

Sie findet Ende Juni statt  

Was ist das Besondere an der Sommersonnenwende?

21.06.2021, 09:27 Uhr | cch, t-online

Mittsommernacht 2021: Die Bedeutung der Sommersonnenwende. Sommersonnenwende: Um den Termin der Sommersonnenwende herum wird es in den skandinavischen Ländern nachts kaum dunkel. (Quelle: Getty Images/Ville Heikkinen)

Sommersonnenwende: Um den Termin der Sommersonnenwende herum wird es in den skandinavischen Ländern nachts kaum dunkel. (Quelle: Ville Heikkinen/Getty Images)

Helle Nächte, Mädchen mit Blumenkränzen und Lagerfeuer – die Sommersonnenwende zählt zu den schönsten Festen im Jahr. Aber was hat es eigentlich mit der Sonnenwende auf sich?

Was ist die Sommersonnenwende?

Als Sommersonnenwende, Sonnenwende oder Sommernachtsgleiche wird der Tag bezeichnet, an dem die Sonne ihren höchsten Stand über der Nordhalbkugel erreicht. An diesem Tag im Jahr scheint die Sonne am längsten und die Nacht ist am kürzesten. Während bis zu diesem Punkt die Tage immer länger und die Nächte immer kürzer geworden sind, ist es ab diesem Zeitpunkt wieder andersherum. Das kann je nach Jahr am 20., 21. oder 22. Juni (nördlich des nördlichen Wendekreises) der Fall sein. Die Datumsschwankungen entstehen durch den mal vorhandenen, mal nicht vorhandenen 29. Februar in den Schaltjahren.

Zudem kann die Sommersonnenwende an zwei verschiedenen Orten auf der Welt in einem Jahr an zwei verschiedenen Tagen stattfinden. Das liegt dann an unterschiedlichen Zeitzonen – es handelt sich aber immer um denselben Zeitpunkt.

In den kommenden Jahren ist in Deutschland meistens der 21. Juni der längste Tag im Jahr mit der kürzesten Nacht. In den Schaltjahren bis 2048 fällt die Sommersonnenwende hierzulande aber schon auf den 20. Juni. Ab 2048 wird die Sommersonnenwende alle zwei Jahre im Wechsel mal am 20., mal am 21 Juni stattfinden. 2076 ändert sich der Rhythmus in Deutschland dann erneut: Auf drei Jahre sommerliche Sonnenwende am 20. Juni folgt immer ein Jahr der 21. Juni.

Die Sonnenwende markiert nach astronomischer Definition den Sommeranfang. An diesem Tag geht die Sonne innerhalb des gesamten nördlichen Polarkreises nicht komplett unter. Je näher ein Gebiet am Nordpol ist, desto mehr Nächte mit der sogenannten Mitternachtssonne gibt es dort rund um das Datum herum. In diesem Zusammenhang ist auch von "Weißen Nächten" die Rede.

Wann ist Sommersonnenwende? Termine der nächsten Sommersonnenwenden

Das Ereignis wird nach dem Moment definiert, an dem die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis steht. Der Tabelle entnehmen Sie, wann das in Deutschland in den kommenden Jahren der Fall ist:

JahrDatumUhrzeit
202121. Juni5.32 Uhr
202221. Juni11.13 Uhr
202321. Juni16.57 Uhr
202420. Juni22.50 Uhr
202521. Juni4.42 Uhr
202621. Juni10.24 Uhr
202721. Juni16.10 Uhr
202820. Juni22.01 Uhr
202921. Juni3.48 Uhr

Das skandinavische Mittsommerfest

In skandinavischen Ländern und im Baltikum, wo es nachts zu dieser Zeit kaum dunkel wird, wird die Sommersonnenwende traditionell mit einem Mittsommerfest begangen. In Schweden heißt dieses Midsommar, in Dänemark und Norwegen Sankt Hans, in Finnland Juhannus, in Estland Jaanipäev, in Lettland Jāņi, in Littauen Joninės.

In ländlichen Gebieten versammeln sich die Menschen zu den Feierlichkeiten mit der ganzen Familie meist draußen, zum Beispiel auf einer Wiese, in Städten in öffentlichen Parks. In Schweden ist es Brauch, dort einen mit Blumenkränzen geschmückten Baumstamm aufzustellen, ähnlich dem Maibaum. Oft werden Volkstänze aufgeführt. In vielen Regionen tragen die Menschen Trachten, Mädchen und Frauen meist auch bunte Blumenkränze im Haar.

Am Abend werden vielerorts Sonnenwendfeuer entfacht. In Dänemark ist es Brauch, darin eine Strohhexe zu verbrennen. In Norwegen sind neben den Feuern Fackel- oder Laternenumzüge typisch. Bei den Finnen beginnen an dem Tag der Sonnenwende meistens die Sommerferien.

Die bekannteste Speise zum schwedischen Mittsommerfest ist eingelegter Hering, der mit Kartoffeln, Dill, Sauerrahm und Frühlingszwiebeln serviert wird. Häufig gibt es auch gegrillte Rippchen oder Lachs. Zum Nachtisch werden oft Erdbeeren gegessen. Oft fließt auch viel Schnaps beim Mittsommer. In Estland und Lettland gibt es in der Regel Speisen vom Grill.

Sommersonnenwende und Johannistag

Im heidnischen Mitteleuropa galt die Sommersonnenwende als Höhepunkt im Jahresablauf und Anlass für Feste zu Ehren der Fruchtbarkeit. Nach der Christianisierung Mittel- und Nordeuropas übernahm die Kirche bekannte Fruchtbarkeitsbräuche der heidnischen Sonnenwendfeier für den Gedenktag Johannes des Täufers. Dieser ist am 24. Juni, also nur wenige Tage nach der Sommersonnenwende.

Das schwedische Mittsommerfest wird jedes Jahr an dem Samstag gefeiert, der dem 24. Juni am nächsten liegt. In anderen Ländern hat sich der 24. Juni als Johannes-Festtag als Termin durchgesetzt.

Bräuche: Feuer und Eichenlaub

Lagerfeuer: Eine Tradition der Juni-Sonnenwende ist das Lagerfeuer. (Quelle: Getty Images/KarolisPipiras)Lagerfeuer: Eine Tradition der Juni-Sonnenwende ist das Lagerfeuer. (Quelle: KarolisPipiras/Getty Images)

Auch in Deutschland wird in manchen Regionen die Sommersonnenwende beziehungsweise der Johannistag gefeiert. Feuer werden angezündet, die ein Symbol für die Sonne oder Christus sein sollen. Es soll Glück bringen, um das Feuer zu tanzen oder darüber zu springen. Die Feuer sollen zudem böse Dämonen verscheuchen und Unwetter abwenden.

Verbreitet ist auch der Brauch, Kränze, Kronen oder Büsche aus Eichenlaub zu binden und sie mit Blumen und Bändern zu schmücken. Sie werden an die Haustür gehangen. Auch sie sollen vor Gewittern und Unheil schützen – die Eiche ist der Baum des nordischen Donnergottes Thor und soll ihn gnädig stimmen.

Stonehenge in Großbritannien

Bezüge zum längsten Tag des Jahres werden auch in der berühmten Felsanlage von Stonehenge in Großbritannien vermutet, die schätzungsweise um 3.100 vor Christus errichtet wurde. Gleiches gilt für die Externsteine, eine Natursehenswürdigkeit aus Felsen im Teutoburger Wald. Am Tag der Sonnenwende finden an beiden Orten spirituelle Feiern statt.

Gibt es auch eine Wintersonnenwende?

Das Pendant zur Sommersonnenwende, das astronomisch den Winter einläutet, ist die Wintersonnenwende. Die Sonne erreicht dann ihren niedrigsten Punkt über dem Horizont. Die Wintersonnenwende erfolgt sechs Monate nach der Sommersonnenwende, am 20., 21. oder 22. Dezember. Dann gibt es den kürzesten Tag im Jahr mit der längsten Nacht.

Verwendete Quellen:

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