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Diese Schlangen sind in Deutschland heimisch

  • Silke Ahrens
Von Silke Ahrens

Aktualisiert am 23.08.2021Lesedauer: 6 Min.
Kreuzotter: Wer von ihr gebissen wird, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen.
Kreuzotter: Wer von ihr gebissen wird, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. (Quelle: GP232/getty-images-bilder)
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Auch in Deutschland gibt es Schlangen: Sieben verschiedene Arten schlÀngeln sich quer durch die Bundesrepublik. Wir verraten, welche Exemplare giftig sind und wie Sie die Tiere unterscheiden können.

Das Wichtigste im Überblick


Schlangen bleiben meist im Verborgenen und haben anders als Vögel, Hunde oder Katzen ein echtes Imageproblem: Nach biblischer ErzĂ€hlung war es eine Schlange, die Eva im Paradies verfĂŒhrte, von der verbotenen Frucht zu essen – und wer mit gespaltener Zunge spricht, betrĂŒgt. Einheimische Arten haben mittlerweile ein großes Problem: Ihr Bestand ist Experten zufolge rĂŒcklĂ€ufig.


Invasive Tierarten in Deutschland

Ein Hirtenstar: Der Vogel steht seit 2019 auf der Liste der invasiven Arten der EU.
Ein BuchsbaumzĂŒnsler: Eigentlich kommt er aus China – jetzt stört er Gartenliebhaber in Deutschland.
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Kreuzotter: Giftig, aber scheu

Sie erkennen die Kreuzotter (Vipera berus) an ihrem typischen dunklen Zickzackband auf dem RĂŒcken, das bei MĂ€nnchen meist silbergrau und bei Weibchen brĂ€unlich, mit geringerem Kontrast zur Grundfarbe ist. Es gibt allerdings auch schwarze Exemplare. Die zu den Vipern gehörende Schlange wird meist um die 70 Zentimeter lang.

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Kreuzotter: Was tun nach einem Biss?

Als Giftschlange wurde sie lange gehasst und gefĂŒrchtet und bis in die 60er Jahre massiv bekĂ€mpft. Auch wenn die Kreuzotter giftig ist – wirklich groß ist die Gefahr nicht, von der Schlange gebissen zu werden, denn sie ist scheu und beißt nur zu, wenn sie sich bedroht fĂŒhlt. Sie sollten sie daher nicht reizen oder anfassen.

Kreuzotter: Sie zÀhlt zu den giftigen Schlangen in Deutschland.
Kreuzotter: Sie zÀhlt zu den giftigen Schlangen in Deutschland. (Quelle: JMrocek/getty-images-bilder)

Werden Sie gebissen, entsteht meist eine schmerzhafte Schwellung. Die Kreuzotter verspritzt Gift aus zwei ZĂ€hnen, auf das Menschen allergisch reagieren können – mit Erbrechen, Atemnot, Blutdruckabfall, Herzbeschwerden oder LĂ€hmungen. FĂŒr die meisten Erwachsenen ist der Biss nicht tödlich – fĂŒr Kinder, alte und kranke Menschen kann er jedoch lebensgefĂ€hrlich werden.

Verfallen Sie nach einem Biss nicht in Panik und versuchen Sie nicht, das Gift aus der Wunde zu saugen. Hilfreich ist es hingegen, das betroffene Körperteil ruhigzuhalten. Suchen Sie zudem umgehend einen Arzt oder ein Krankenhaus auf.

Lebensraum und Nahrung

Die Kreuzotter bevorzugt unter anderem lichte WĂ€lder, RĂ€nder von Mooren, Flussauen und Gebirgslandschaften oberhalb der Baumgrenze. Aber auch an DĂ€mmen oder in SteinbrĂŒchen kann sie sich wohlfĂŒhlen. Innerhalb dieser Regionen sucht sie gerne wĂ€rmere Punkte auf, zum Beispiel helle Lichtungen oder Heiden. Bis auf Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist die Kreuzotter in ganz Deutschland verbreitet. Trotzdem steht sie als stark gefĂ€hrdete Art auf der Roten Liste.

Zur Nahrung der Kreuzotter gehören vor allem MÀuse und Reptilien wie beispielsweise Eidechsen, Frösche und Jungvögel. Die Schlange tötet die Tiere mit einem Giftbiss und verschluckt sie dann im Ganzen.

Aspisviper: Giftig, in einer deutschen Region beheimatet

Aspisviper: Sie ist die zweite in Deutschland vorkommende Giftschlangenart.
Aspisviper: Sie ist die zweite in Deutschland vorkommende Giftschlangenart. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)

Die bis zu 90 Zentimeter lange Aspisviper (Vipera aspis) hat einen dreieckigen Kopf und eine charakteristische Schnauze. Die FĂ€rbung der Schlangen reicht von hellgrau ĂŒber braun bis rostrot mit jeweils dunklem Wellenband. Es gibt auch schwarze Exemplare. Die MĂ€nnchen sind meist kontrastreicher gefĂ€rbt als die Weibchen.

Aspisviper: Was tun nach einem Biss?

Wie bei der Kreuzotter ist ihr Gift fĂŒr die meisten gesunden Menschen nicht tödlich, kann aber allergische Reaktionen hervorrufen wie Erbrechen, Atemnot, Blutdruckabfall, Herzbeschwerden oder LĂ€hmungen. Um den Biss entsteht meist eine schmerzhafte Schwellung.

Sollten Sie von der Aspisviper gebissen werden, halten Sie das betroffene Körperteil am besten ruhig und versuchen Sie nicht, es abzubinden oder das Gift auszusaugen. Suchen Sie umgehend ein Krankenhaus oder einen Arzt auf – dort kann man Ihnen gegebenenfalls ein Antiserum spritzen.

Um gar nicht erst gebissen zu werden, sollten Sie sich in Gegenwart einer Aspisviper ruhig verhalten und Abstand nehmen. Im Normalfall flĂŒchtet die Schlange vor dem Menschen.

Lebensraum und Nahrung

Die Aspisviper ist weitaus seltener zu finden als die Kreuzotter. Die giftige Schlange kommt nur noch im SĂŒdschwarzwald vor. Sie ist auch tagaktiv und fĂŒhlt sich in trockener, warmer und steiniger Umgebung am wohlsten. Auf dem Speiseplan der Aspisviper stehen kleine Nagetiere, Eidechsen und Jungvögel.

WĂŒrfelnatter: Seltenste Schlangenart in Deutschland

WĂŒrfelnatter: Sie wurde zum "Reptil des Jahres 2009" gekĂŒrt.
WĂŒrfelnatter: Sie wurde zum "Reptil des Jahres 2009" gekĂŒrt. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)

Ihren Namen verdankt die WĂŒrfelnatter (Natrix tessellata) der typischen Musterung auf ihrem RĂŒcken: Die Grundfarbe ist Grau bis Braun, das Schuppenkleid zieren Flecken, die wie kleine WĂŒrfel aussehen. Die Wasserschlange wird zwischen 70 und 90 Zentimeter lang, wobei die Weibchen weitaus grĂ¶ĂŸer sind als die MĂ€nnchen. Ihre Lebenserwartung liegt bei bis zu zehn Jahren, ab einer LĂ€nge von etwa 50 Zentimetern ist sie geschlechtsreif.

Anders als bei Landschlangen richten sich die Augen und Nasenlöcher der WĂŒrfelnatter nach oben – das erleichtert ihr das Gleiten durch Wasser. Die flinke Wassernatter sonnt sich gerne auf Zweigen, die aus dem Wasser ragen und kann bei Gefahr mehrere Stunden unter Wasser bleiben. Beim Ergreifen gibt sie ein ĂŒbelriechendes Sekret ab. Die Wasserschlange ist nicht giftig.

Lebensraum und Nahrung

Die WĂŒrfelnatter zĂ€hlt zu den seltensten Schlangenarten in Deutschland und ist vom Aussterben bedroht. Nur in Rheinland-Pfalz und Sachsen kann das Reptil noch an einigen FlĂŒssen, Seen und Altarmen mit Flachwasserzonen beobachtet werden.

Als Nahrung bevorzugt die WĂŒrfelnatter Fische wie Karpfen, Barben und Barsche. Doch auch Frösche und Kaulquappen landen gelegentlich auf ihrer Speisekarte.

Äskulapnatter: Deutschlands grĂ¶ĂŸte Schlangenart

Äskulapnatter: Sie kann so lang werden wie ein Erwachsener groß ist.
Äskulapnatter: Sie kann so lang werden wie ein Erwachsener groß ist. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)
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Die Äskulapnatter (Elaphe longissima) ist braun, olivgrĂŒn, graubraun oder grauschwarz. Der Kopf- und Halsbereich fĂ€llt meist heller aus als der restliche Körper, die Bauchpartie ist oft blassgelb bis zitronengelb gefĂ€rbt. Die mĂ€nnlichen WĂŒrgeschlangen können bis zu 1,80 Meter lang werden, die Weibchen erreichen diese GrĂ¶ĂŸe nicht ganz. Damit ist die Äskulapnatter die grĂ¶ĂŸte in Deutschland lebende Schlangenart.

Angst muss aber niemand vor der Schlange haben. Äskulapnattern sind fĂŒr den Menschen nicht gefĂ€hrlich. Sie haben kein Gift, und ein Biss der kleinen, spitzen ZĂ€hne schmerzt einem Menschen etwa so wie ein kleiner Nadelstich.

Bekannt ist die Schlange auch, weil sie Symbol von Ärzten und Pharmazeuten fĂŒr die Heilkunst ist. Die mit einer Schlange umwickelte Schale ist noch heute auf vielen Apothekenschildern zu sehen. Dass dieser Schlangenart besondere HeilkrĂ€fte zugeschrieben werden, geht auf die griechische Mythologie zurĂŒck. Benannt ist die Natter nach Asklepios, dem Gott der Heilkunst. Unter anderem soll er als Schlange verkleidet Rom vor der Pest gerettet haben. Auf vielen antiken Darstellungen ist der Gott mit einem Schlangenstab abgebildet.

Lebensraum und Nahrung

Heute muss die Äskulapnatter selbst auf Rettung hoffen, weil ihr Lebensraum durch den Menschen immer weiter eingeschrĂ€nkt wird. Die vom Aussterben bedrohte Äskulapnatter ist in Deutschland nur noch im Rheingau, im sĂŒdlichen Odenwald und vereinzelt an der Donau zu finden.

Die Nattern bevorzugen als Nahrung Vögel, Eidechsen oder kleine Nagetiere wie WĂŒhlmĂ€use, die sie erwĂŒrgen oder erdrĂŒcken. Ab und zu schnappen sie sich ein Vogelei, denn sie können auch ganz gut auf BĂ€ume klettern.

Schlingnatter: Kleinste Schlangenart in Deutschland

Schlingnatter: Sie wurde zum "Reptil des Jahres 2013" gekĂŒrt.
Schlingnatter: Sie wurde zum "Reptil des Jahres 2013" gekĂŒrt. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)

Die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca) wird nur 60 bis 70 Zentimeter lang und gehört damit zu der kleinsten in Deutschland beheimateten Schlangenart. Farblich hat sich die Schlingnatter ihrem Lebensraum bestens angepasst: Ihr Schuppenkleid variiert meist zwischen braun oder graubraun, wodurch sie in der Natur bestens getarnt ist. Sowohl der Hinterkopf als auch Hals und RĂŒcken weisen eine dunklere Musterung auf.

Auf den ersten Blick lĂ€sst sich die ungiftige Schlange leicht mit der giftigen Kreuzotter verwechseln. Diese Ähnlichkeit wird den harmlosen Schlingnattern hĂ€ufig zum VerhĂ€ngnis, weil sie vertrieben oder verbotenerweise getötet werden. Die Schlingnatter hat aber im Vergleich zur Kreuzotter runde Pupillen und ihre Schuppen sind glatt und nicht gekielt.

Lebensraum und Nahrung

Die Schlingnatter lebt versteckt und ist nur selten in der Natur zu beobachten. Sie schÀtzt trockene und warme LebensrÀume, etwa helle LaubwÀlder mit Geröllhalden, trockenen Rasen, Heiden und Moore.

WĂ€hrend sich junge Schlingnattern hauptsĂ€chlich von Insekten ernĂ€hren, bevorzugen ausgewachsene Exemplare grĂ¶ĂŸere Beute. Als Nahrung der erwachsenen Tiere dienen vor allem Reptilien wie Eidechsen, Blindschleichen oder junge Schlangen. Doch auch MĂ€use, Vögel oder Amphibien werden von Schlingnattern verspeist. Da die Schlangenart gemĂ€ĂŸ ihres Namens grĂ¶ĂŸere Tiere umschlingt und damit erstickt, wird sie oft auch als "kleine Boa" bezeichnet.

Ringelnatter: HĂ€ufigste Schlangenart in Deutschland

Ringelnatter: Sie ist ungiftig und völlig harmlos.
Ringelnatter: Sie ist ungiftig und völlig harmlos. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)

Die Ringelnatter (Natrix natrix) kann bis zu 1,40 Meter lang werden. Sie zu identifizieren, ist recht einfach: Zwei helle oder gelbe Flecken – in Form von Halbmonden – am Hinterkopf sind ein eindeutiger Hinweis. Die GrundfĂ€rbung der Schlange ist unterschiedlich: mal grĂŒnlich, mal hellgrau, mal fast schwarz.

Sie hat keine GiftzĂ€hne und ist fĂŒr den Menschen völlig ungefĂ€hrlich. Trotzdem sollten Sie eine Ringelnatter besser nicht anfassen, da sie zur Verteidigung ein ĂŒbelriechendes Analsekret ausscheiden kann.

Lebensraum und Nahrung

Die Ringelnatter zĂ€hlt in Deutschland zu den Schlangen mit der höchsten Verbreitung und kommt in der gesamten Bundesrepublik vor. Sie lebt bevorzugt in Feuchtgebieten wie langsam fließenden GewĂ€ssern, Seen, Teichen, SĂŒmpfen, Feuchtwiesen oder Mooren und deren Umgebung.

Als Nahrung dienen Beutetiere wie Frösche und Fische, seltener Eidechsen, MÀuse und andere Kleintiere.

Barren-Ringelnatter: Neue Schlangenart in Deutschland

Barren-Ringelnatter: In Deutschland lebt sie vor allem westlich des Rheins.
Barren-Ringelnatter: In Deutschland lebt sie vor allem westlich des Rheins. (Quelle: kerala1021/getty-images-bilder)

Wie ihr Name schon sagt, unterscheidet sich die Barren-Ringelnatter von der Ringelnatter durch barrenartige, schwarze Streifen. Sie wird meist 1,50 Meter lang. Die Schlange mit den auffÀlligen schwarzen Barrenmustern ist ungiftig.

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Zuvor waren Wissenschaftler von sechs Schlangenarten in Deutschland ausgegangen. 2017 ist diese hinzugekommen: Anhand genetischer Untersuchungen von mehr als 1.600 Schlangen hat ein internationales Forscherteam nachgewiesen, dass die unter anderem in Westdeutschland lebende Barren-Ringelnatter eine eigene Art ist. Bislang galt sie als Unterart der Ringelnatter.

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